Haßfurt

Die Haßfurter verpatzen ihren Saisonstart

Ausgerechnet zwei EX-ESC-Spieler läuten die klare Heimniederlage gegen Pegnitz ein. Was Trainer Zdenek Vanc alles nicht gefiel trotz einer fast noch geglückten Aufholjagd.
Durcheinander vor dem Pegnitzer Tor: Gegen die drei Verteidiger (weiß) haben der Haßfurter Lukas Kratschmer (rechts), dem die Scheibe quasi vor den Schläger fällt, sowie Teamkollege Christian Masel keine Chance.
Foto: Ralf Naumann | Durcheinander vor dem Pegnitzer Tor: Gegen die drei Verteidiger (weiß) haben der Haßfurter Lukas Kratschmer (rechts), dem die Scheibe quasi vor den Schläger fällt, sowie Teamkollege Christian Masel keine Chance.

"Heute haben wir es von Anfang an über 60 Minuten zum Glück gut runtergespielt. Alles gut, passt". Michael Breyer zeigte sich nach der Schlusssirene am Freitagabend im Haßfurter Eisstadion sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die gerade mit 5:2 (1:0, 2:0, 2:2) :2 gewonnen hatte. Doch: Seit dieser Saison trägt der 24-Jährige nicht mehr, wie in den vier Jahren zuvor, das Trikot des ESC Haßfurt, sondern das von Gegner EV Pegnitz. Und somit ging der Pflichtspielstart der Hawks gründlich daneben.

Dementsprechend enttäuscht war natürlich Zdenek Vanc, der nach der 19:6-Generalorobe gegen die Lauterbacher "Luchse" eine Woche zuvor zwar nicht mit einem ähnlichen Schützenfest gerechnet, wohl aber auf die ersten drei Pluspunkte gehofft hatte. Eines von mehreren Problemen aus seiner Sicht: "Die Emotionen. Wir müssen einfach eine Mannschaft bleiben und anderes Eishockey spielen, so wie in und gegen Schweinfurt. Das war genauso, wie wir spielen wollen. Aber heute war es von unserer Seite aus schlecht", sagte der Hawks-Trainer.

Zunächst auf Augenhöhe

Zunächst agierten beide Kontrahenten auf Augenhöhe, doch allmählich gewannen die Gäste um Vancs Gegenüber Markus Hausner ein optisches Übergewicht, was sie letztlich auch in Zählbares ummünzten: Patrik Dzemla nutze eine doppelte Überzahlsituation zur 0:1-Führung aus (14.). Sehr zum Ärger von Vanc, der noch vor der Partie auf die Wichtigkeit des ersten Treffers hingewiesen hatte. "Das war unser Problem, das erste Tor. Verbunden mit vielen Individualfehlern."

Zu Beginn es Mitteldrittels legte der ehemalige Haßfurter nach (23.), ehe er auf Zuspiel seines tschechischen Landsmannes Roman Navarra sogar auf 3:0 erhöhte (25.). Spätestens nachdem Breyer im Schlussabschnitt das 0:4 markiert hatte (46.), war unter den offiziell 174 Fans im Stadion, welche die Hawks zuvor nach Kräften unterstützt hatten, vorerst Ruhe eingekehrt. Die Anfeuerung für die eigene Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt auch dem lautstarken Ärger über einige Entscheidungen der beiden Unparteiischen gewichen. Mehrere umstrittene Pfiffe des Duos hatte zu insgesamt 18 Strafminuten gegen Haßfurt geführt, wogegen Pegnitz nur sechs aufgebrummt bekam und somit wesentlich öfters in Überzahl agieren und Kraft sparen konnte.

Zumindest ein Aufbäumen

Immerhin warfen die Hausherren angesichts des deutlichen Rückstandes eine Viertelstunde vor dem Ende nicht die berühmte Flinte vorzeitig ins Korn. Im Gegenteil: Mit unbändigen Willen wollten Kapitän Christian Dietrich und Co. zumindest Ergebniskosmetik betreiben. Nachdem erst Dominik Tobola nach toller Einzelleistung (46.) und kurz darauf Jan Trübenekr (48.) sehr zur Freude der wieder lautstarken ESC-Fans auf 2:4 verkürzt hatten, schien sogar eine erfolgreiche Aufholjagd noch im Bereich des möglichen.

Eine Pegnitzer Auszeit hatte letztlich den gewünschten Effekt: So sehr sich die Hawks mühten, EVP-Torwart Maximilian Schmidt hielt seinen Kasten auch dank der unheimlich starken Verteidigung bis zum Ende sauber. Navarra tütete mit dem Treffer zum 2:5 den Sieg für seine Mannschaft ein (56.). "Wir müssen in Zukunft einfach schneller laufen und mehr Tore schießen. Das war heute unser Ziel und das haben wir nicht geschafft", sagte Vanc.

Statistik des Spiels

ESC Haßfurt – EV Pegnitz 2:5 (0:1, 0:2, 2:2)

ESC Haßfurt: Jung, Hetzel – Hora, Thebus, Stahl, Pribyl, Marx, Hertwich, Faust, C. Müller, P. Müller, Hartmann – Nold, Stach, Masel, Trübenekr, Lang, Tobola, Dietrich, Zürcher, Kratschmer / Schiedsrichter: Graf/Laudenbach. Zuschauer: 174. Tore: 0:1 (14.) Dzemla (Navarra, Holomek) 3-5, 0:2 (23.) Dzemla (Wolf), 0:3 (25.) Dzemla (Navarra, Lindmeier), 0:4 (46.) Breyer (Navarra, Schuster), 4-5, 1:4 (46.) Tobola (Trübenekr, Hora), 2:4 (48.) Trübenekr (Tobola, Faust), 2:5 (56.) Navarra (Holomek). Strafminuten: 18/6.

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