Haßfurt

Die „Hawks“ erhalten ein neues Gesicht

Hat mit den „Hawks“ noch viel vor: Lukas Kratschmer.
Foto: Ralf Naumann | Hat mit den „Hawks“ noch viel vor: Lukas Kratschmer.

Die aktuelle Saison ist für die Haßfurter „Hawks“ vorbei und Lukas Kratschmer blickt bereits wieder nach vorne. Der junge Senkrechtstarter, dem im vergangenen September auf Anhieb den Sprung aus der eigenen Nachwuchsabteilung in die 1. Mannschaft gelang, ist trotz des wiederholt verpassten Bayernligaaufsstiegs mit der abgelaufenen Spielzeit „im Großen und Ganzen“ zufrieden.

Natürlich wäre das „i-Tüpfelchen“, das Erreichen der Halbfinal-Playoffs, und somit eine Verlängerung der Saison über den Februar hinaus, nicht nur für ihn wünschenswert gewesen. „Nach unserer starken Vorrunde ist man natürlich enttäuscht, dass es am Schluss nicht gereicht hat“, sagt der 19-Jährige, dessen Premierenbilanz sich sehen lassen kann: in 40 von 41 möglichen Partien erzielte er 18 Scorerpunkte (elf Tore). „Aber“, räumt er sportlich fair ein, „man muss auch anerkennen, dass die anderen Mannschaften einfach konstanter gespielt haben.“

Hauptursachen, dass nach der knappen 3:4-Niederlage gegen den ESC Kempten das vorzeitige „Aus“ besiegelt war und auch der letzte Rechenschieber in die Ecke gestellt werden konnte, waren für Kratschmer „zum einen unsere mangelnde Chancenverwertung, speziell in Powerplaysituationen. Zum anderen unser Defensivverhalten zu Beginn der Aufstiegsrunde.“

Tatsächlich startete der „Meister der Vorrunde“ katastrophal in die zweite Saisonhälfte. Den „Hawks“ gelangen in den ersten sechs Partien nur drei Punkte. Eigentlich war das Thema Bayernliga damit am 26. Januar beendet. „Nach dem missglückten Start in die Aufstiegsrunde war es natürlich schwer zurückzukommen. Nach den ersten vier Spielen fanden wir zwar zu unserer Form zurück, doch die verschenkten Punkte fehlten uns dann natürlich am Schluss“, meint der Angreifer. Sechs Siege in Serie hielten den Traum aber zunächst weiter am Leben. Letztlich entpuppten sich die „Sharks“ aus dem Allgäu als Spielverderber.

Unruhe in der Mannschaft

Was Kratschmer persönlich etwas sauer aufstieß: „Es gab sicherlich den ein oder anderen Zwischenfall, der für Unruhe sorgte. Das war sicherlich nicht förderlich für die gesamte Leistung der Mannschaft“, hofft er, dessen Vater Oliver selbst jahrelang für den damaligen ERC Haßfurt aktiv war, auf ruhigere Fahrwasser in der nächsten Saison. Dass er dann wieder ein „Hawk“ ist, daran besteht zumindest für ihn kein Zweifel: „Mein Ziel ist es, mich mit der Mannschaft weiterzuentwickeln. Und für den Verein und die Mannschaft muss es wieder Ziel sein, in die Bayernliga aufzusteigen.“

Mit der ersten Hälfte der Saison war er mit sich „weniger zufrieden, da mir noch etwas das Selbstvertrauen fehlte,“ schränkt Kratschmer ein. Dieses Manko sei aber „ab Dezember von Woche zu Woche“ weniger geworden. Und mit ein paar Toren kamen Selbstvertrauen und Sicherheit wieder zurück. „Ich bin mit meiner Entwicklung über die Saison letztlich zufrieden. Und will natürlich nächstes Jahr wieder einen Schritt nach vorne machen.“

Die „Krönung“ verpasst

Zwei Tage eher als im Vorjahr haben die Haßfurter „Hawks“ die Saison am Sonntag mit dem Auswärtsspiel in Bad Aibling also beendet. 41 Partien haben sie seit September 2019 bestritten. In den 34 Pflichtpartien ging die Mannschaft 26 Mal als Sieger vom Eis. Und im Jahr eins nach Jakub Sramek übernahm Michal Babkovic die Rolle des Topscorers: in 33 Partien erzielte der Slowake 90 Punkte (49 Tore). Insgesamt trafen Babkovic und seine Teamkollegen 217 Mal ins Schwarze, kassierten andererseits aber auch 152 Gegentreffer.

Nachdem die „Krönung“ erneut verpasst wurde, ist die Landesliga weiterhin die sportliche Heimat der Kreisstädter. Für Martin Reichert ebenso enttäuschend wie für Lukas Kratschmer, aber kein Weltuntergang. Den sportlichen Leiter freut vielmehr „am meisten, dass bestimmte Dinge so eingetreten sind wie geplant und die Mannschaft in diesem Jahr noch ein ganzes Stück besser war als in der letzten Saison. Für die Zuschauer war es der 1. Platz in der Vorrunde“, sagt der 56-Jährige, der sich nicht weiter mit dem wiederholten Nichtaufstieg beschäftigen will.

„Geärgert, oder ich würde eher sagen enttäuscht, haben mich vielmehr verschiedene Ereignisse und Verhaltensweisen mancher Menschen“, betont Reichert, ohne über Einzelheiten sprechen zu wollen.

Kader-Veränderungen

Für die Saison 2020/2021 kündigt er Veränderungen im Kader an. „Dies ist extrem wichtig und nötig. Nicht alle Spieler haben den Fokus auf die, nach unserer Ansicht, richtigen und wichtigen Dinge gelegt, welche den Erfolg einer Mannschaft voraussetzen. Was wir sagen können, ist, dass wir mit großer Sicherheit nicht alle Spieler dieser Saison wiedersehen werden. Im Einzelnen werden wir die Veränderungen bekannt geben, wenn sie entschieden und spruchreif sind.“

Das betont auch Andreas Kurz, der zunächst die komplette Saison analysieren möchte. Und Entscheidungen würden dann „wie immer“ im Team getroffen, betont der Gesamtvorstandssprecher, der mit der wirtschaftlichen Entwicklung des ESC Haßfurt zufrieden ist: „Ich kann, glaube ich, feststellen, dass wir in den wichtigen Bereichen wie Sponsoring, Zuschauerschnitt oder auch Mitgliederzahl, um nur einige Bereiche zu nennen, wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht haben.“ Im Sommer würden „wieder einige Investitionen in die Infrastruktur“ anstehen.

Die Saison in Zahlen

34 Pflichtspiele, 26 Siege (zwei nach Verlängerung, einer nach Penalty), neun Niederlagen, 217:152 Tore, 454 Strafminuten (durchschnittlich 13,38).

Höchster Sieg: 12:1 gegen Vilshofen (Vorrunde).

Höchste Niederlage: 10:3 in Buchloe (Aufstiegsrunde)

Topscorer: Michal Babkovic: 33 Spiele, 90 Punkte (49 Tore/41 Assists); Daniel Hora: 34, 80 (25/55), Jan Trübenekr: 32, 72 (34/38); David Franek: 28, 64 (25/39).

Topverteidiger: Daniel Hora: 34, 80 (25/55); Michael Breyer: 31, 40 (11/29), Christian Masel: 19, 18 (3/16).

Meiste Strafzeiten: David Hornak (60), Georg Lang (56), Jan Trübenekr (49).

Effektivster Spieler: Michal Babkovic: 33 Spiele, durchschnittlich 2,73 Punkte.

Zuschauer gesamt: 10493 (durchschnittlich 500).

In großen Teilen zufrieden: Trainer Volker Hartmann (rechts) und der sportliche Leiter Martin Reichert.
Foto: Ralf Naumann | In großen Teilen zufrieden: Trainer Volker Hartmann (rechts) und der sportliche Leiter Martin Reichert.
Topscorer: Michal Babkovic.
Foto: Ralf Naumann | Topscorer: Michal Babkovic.
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