Frankfurt/Main

„Nicht der ideale Zeitpunkt”: Brisantes Spiel für Adi Hütter

Bald-Borusse       -  Trainer Adi Hütter wechselt von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach.
Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa | Trainer Adi Hütter wechselt von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach.

Der erste Stopp auf der Abschiedstournee von Trainer Adi Hütter mit Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei seinem zukünftigen Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach birgt viel Brisanz.

„Es ist nicht der ideale Zeitpunkt”, gestand der 51 Jahre alte Österreicher. „Es ist aber auch Klarheit geschaffen worden, man muss Fragen nicht mehr ausweichen.” Einen Interessenkonflikt könne er trotz der pikanten Konstellation überhaupt nicht erkennen. „Ich werde alles für den Verein geben, ab Sommer beschäftige ich mich mit Gladbach.”

Für seinen Noch-Club und für seinen zukünftigen Verein steht enorm viel auf dem Spiel. Mit dem vierten Sieg in Serie würden die Hessen die Chance der Borussia auf einen Europacupplatz erheblich minimieren - und die eigene auf den Einzug in die Champions League optimieren. „Wir wollen das Duell für uns entscheiden”, versicherte Hütter. „Das Wichtigste ist, dass ich mit der Mannschaft etwas Historisches erreichen kann. Dann kann ich Frankfurt leichten Herzens verlassen.”

Über die Gründe für seinen Weggang und nach seiner „Ich bleibe”-Aussage am 28. Februar wollte er im Detail nichts sagen. Den Vorwurf, dass er absichtlich falsch gespielt habe, wies er energisch zurück. „Ich kann nur sagen, dass ich kein Lügner bin. Wenn sich vieles verändert, habe ich ein Recht, eine andere Entscheidung zu treffen”, betonte Hütter.

Dass dies mit dem Abschied von Sport-Vorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner in Zusammenhang steht, wollte er nicht leugnen: „Es ist schon sehr wesentlich, mit welchen Leuten ich zu tun habe.” Den Entschluss zum Abschied vom Main habe er in der Länderspielpause nach einem Gespräch mit Gladbachs Manager Max Eberl getroffen. „Da hat mich manches überzeugt”, betonte Hütter, der in Gladbach die Nachfolge des zum BVB wechselnden Marco Rose antritt. Auf die Frage, ob er von ihm geschätzte Eintracht-Profis nehmen würde, antwortete er ausweichend: „Ich kann nichts versprechen, sage aber, dass ich aktiv niemand mitnehmen möchte.”

Unterdessen bestätigte Eberl, dass Hütter keine Ausstiegsklausel in seinem Drei-Jahres-Vertrag verankert habe. Rose und Hütter können vorzeitig gehen, der Neu-Borusse für angeblich 7,5 Millionen Euro Ablöse. „Ich bin schon jemand, der sagt: Ausstiegsklauseln bedeuten Klarheit. Aber natürlich bin ich froh, wenn meine Mitarbeiter keine Klausel haben und wenn sich ein Trainer so klar committed wie Adi”, meinte Eberl. Auch er sei froh, „dass die Nachricht jetzt raus” ist und er aus dem Trainer-Karussell aussteigen könne.

Die Frankfurter hingegen müssen nun ordentlich rotieren, um nicht nur einen Chefcoach von der Qualität Hütters zu finden, sondern auch noch einen neuen Sportchef zu engagieren. Ein Sondierungsgespräch mit dem Ex-Leipziger Ralf Rangnick soll schon fixiert worden sein. Der 62-Jährige käme auch für beide Posten in Personalunion infrage.

Für den Trainerposten gilt ebenso der beim PSV Eindhoven beschäftigte Roger Schmidt als Kandidat. Die Eintracht wollte ihn schon 2014 haben, doch er ging damals lieber zu Bayer Leverkusen. Auch Oliver Glasner vom VfL Wolfsburg oder Gerardo Seoane von Young Boys Bern sollen von den Frankfurtern ins Visier genommen worden sein. Als Bobic-Nachfolger wird Igli Tare, Sportdirektor von Lazio Rom und Ex-Bundesligaprofi bei Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Kaiserslautern, gehandelt.

Die Mission Königsklasse soll durch den Wirbel nicht gefährdet und mit einem Sieg realistischer werden. „Diesen Weg wollen wir bis zum Schluss durchziehen”, bekräftigte Hütter, der am Ende seiner dreijährigen Amtszeit den ersten Dreier gegen die Borussia erkämpfen will: „Ein Sieg in Gladbach wäre wichtig und besonders.”

© dpa-infocom, dpa:210415-99-215538/5

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