Stockholm

Fast 39 Jahre alt: Aber Ibrahimovic läuft „gerade erst warm”

Zlatan Ibrahimovic       -  Zlatan Ibrahimovic ist im Januar zum AC Mailand zurückgekehrt.
Zlatan Ibrahimovic ist im Januar zum AC Mailand zurückgekehrt. Foto: Spada/Lapresse/Lapresse via ZUMA Press/dpa

Wer die glanzvolle Karriere und öffentlichkeitswirksamen Auftritte von Zlatan Ibrahimovic verfolgt, darf kaum überrascht sein. In der für ihn typischen Manier hat der Fußball-Profi des italienischen Erstligisten AC Mailand auf neueste Rücktrittsgerüchte reagiert.

„Ich laufe gerade erst warm”, schrieb der 38 Jahre alte Schwede und veröffentlichte am Wochenende auf Instagram ein entsprechendes Video dazu.

Mir markigen Worten erklärt Ibrahimovic in dem Film, in dem Szenen und Stationen seiner wechselvollen Laufbahn zu bestaunen sind: „Du denkst, ich bin fertig. Dass meine Karriere bald vorbei sein wird. Du kennst mich nicht. Mein ganzes Leben musste ich kämpfen. Keiner glaubte an mich, also musste ich an mich selbst glauben. Einige Leute wollten mich brechen, aber sie haben mich nur stärker gemacht.”

Mit seinem Beitrag wollte „Ibrakadabra” offenbar ankündigen, dass er gedenkt, auf dem Fußballplatz weiter zu zaubern. Der Vertrag des Stürmerstars, der im Januar 2020 zum AC Milan zurückgekehrt war, endet nach Abschluss der noch laufenden Saison in Italien zum 31. August - seine Zukunft ist bisher offen. Viel deutet darauf hin, dass Ibrahimovic in Mailand bleibt, nachdem der Vertrag mit Trainer Stefano Pioli verlängert wurde.

Kaum ein Profi in der jüngeren Fußball-Geschichte polarisierte mit seinem Riesen-Ego so wie Ibrahimovic. Für die schwedische Fußball-Nationalmannschaft sei das trotz seiner unbestrittenen Klasse nicht immer nur von Vorteil gewesen, erinnert sich der einstige HSV-Profi Albin Ekdal. Die Gesten und die scharfen Kommentare des Stars hätten dem Selbstbewusstsein einiger Mitspieler geschadet, sagte sein ehemalige Mitspieler im schwedischen Radio.

„Unsere Mannschaft bestand aus einem Weltstar und zehn ordentlichen Spielern, die ihm helfen sollten zu dominieren. Diese Taktik ist nicht aufgegangen”, kritisierte der 30 Jahre alte Ekdal, der ebenfalls in Italien für Sampdoria Genua spielt. Ibrahimovic, der am 3. Oktober 39 Jahre alt wird, war zuletzt bei der EM 2016 für Schweden am Ball. In Frankreich schieden die Skandinavier in der Vorrunde als Gruppenletzter aus. Bei allem Drang zur Selbstdarstellung - der 2009 für die damalige Wahnsinnsablöse von knapp 70 Millionen Euro von Inter Mailand zum FC Barcelona gewechselte Starstürmer weist mit 62 Toren in 116 Länderspielen für Schweden eine einmalige Bilanz auf.

Laut Ekdal war Ibrahimovic - irgendwie immer zwischen Genie und Wahnsinn - nie ein Teamplayer. Legendär ist sein Spruch - als er in Barcelona an der Seite von Lionel Messi die Gegner schwindelig spielte - über Trainer-Legende Pep Guardiola: „Den Philosophen brauchen wir hier nicht. Der Zwerg und ich reichen völlig aus.”

In Schwedens Nationalelf habe zwar Einigkeit darüber geherrscht, dass ein Spieler seines Kalibers den Ball „so oft wie möglich bekommen sollte”. Sich auf einen Einzelnen zu verlassen und die eigene Verantwortung zu vernachlässigen, funktioniere aber weder im Fußball noch einem anderen Mannschaftssport, gab Ekdal zu bedenken. „Vielleicht waren viele in der Nationalmannschaft nicht in der Lage, mit Zlatans Ansprüchen klarzukommen.” Ohne den Exzentriker erreichte Schweden zwei Jahre später bei der WM 2018 in Russland das Viertelfinale. Dort habe es einen engen Zusammenhalt, Harmonie und Selbstvertrauen in der Mannschaft gegeben, sagte Ekdal.

© dpa-infocom, dpa:200725-99-923045/3

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