Hamburg

Jimmy Hartwig fordert Aufstehen gegen Rassismus

Jimmy Hartwig       -  Kampf gegen Rassismus ist seine Lebensaufgabe: Jimmy Hartwig.
Foto: Soeren Stache/dpa | Kampf gegen Rassismus ist seine Lebensaufgabe: Jimmy Hartwig.

„Wenn 20 oder 30 Leute Dinge wie 'Negerschwein' rufen oder Affenlaute machen, aber 10.000 oder 15.000 Zuschauer aufstehen und schreien 'Haut ab aus dem Stadion. Wir stehen gegen Rassismus', dann sind die innerhalb von Minuten ruhig”, sagte der 66 Jahre alte Ex-Profi dem Nachrichtenportal watson. „Aber solange die anderen sitzen bleiben und nichts sagen, wird es das immer wieder geben.”

Der in Offenbach geborene Sohn einer Deutschen und eines US-Soldaten hat schon in früher Kindheit Erfahrungen mit Rassismus gemacht. „Ich glaube, wenn ich das in meiner Jugend nicht mit Humor gesehen hätte, hätte ich mir die Kugel gegeben”, meinte Hartwig, der heute für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Botschafter für Fair Play, Vielfalt und Respekt arbeitet. Er spricht oft an Schulen und in Vereinen. „Wenn wir jungen Leuten weiter die Augen öffnen, können wir erreichen, dass wir noch einige Schritte nach vorn gehen. Es kommt nicht auf die Hautfarbe, sondern auf den Menschen an.”

Auch der Profisport könne eine wichtige Rolle spielen, doch dürften Plakataktionen wie vom Weltverband FIFA, der europäischen UEFA oder des deutschen Fußball-Nationalteams bei den jüngsten Länderspielen nicht alles sein. „Die Leute müssen gemeinsam aufstehen und was dagegen sagen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber man muss immer wieder dagegen angehen”, forderte Hartwig, der in der am Donnerstag erscheinenden Dokumentation „Schwarze Adler” (Amazon Prime, am 18. Juni im ZDF) von seinen Erfahrungen mit Rassismus berichtet. Der einstige Mittelfeldmann hat zwei Spiele in der DFB-Auswahl bestritten und seine erfolgreichste Zeit beim Hamburger SV (1978 bis 1984) gehabt.

© dpa-infocom, dpa:210415-99-219062/2

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