Rudern

Carolin Scipio holt sich den Leichtgewichtstitel

Schnappte sich den Leichtgewichtstitel: Die Schweinfurterin Carolin Scipio siegte im Einer bei den Juniorinnen bei der Bayerischen. Foto: Wolfgang Müller

Bei den 42. bayerischen Meisterschaften im Rudern, vom Schweinfurter Ruderclub „Franken“ bei besten Bedingungen ausgerichtet, setzte sich ein Trend fort, der noch vor zwei Jahren andeutungsweise sichtbar war. Der Süden des Freistaates hat nicht nur weiter aufgeholt, sondern dominierte überdeutlich.

Das wurde schon vorher erwartet, insofern war man auf Schweinfurter Seite mit dem Abschneiden zufrieden. Immerhin sieben Mal ertönte für die Gastgeber die Siegerfanfare. Ebenso oft wie für den Würzburger Ruderverein Bayern (WRVB) und den RC Aschaffenburg. Auch auf Seiten des WRVB war man zufrieden. Sportvorstand Hermann Greß, der drei Mal in Masters-Rennen siegreich war, fand: „Wir haben Gott sei Dank dieses Jahr die Kurve wieder gekriegt. Die Masters-Ruderer sind wichtiges Vorbild für die Jugend.“ Rudern sei nicht so populär und man müsse hart schuften, um etwas zu erreichen. Dies hat beispielsweise sein Vereinskollege Maximilian Olbrich, deutscher Meister im Zweier, geschafft. Diesmal siegte er im Mixed-Junioren-Vierer der Vereinsboote. Der Akademische Ruderclub Würzburg, Dritter in der Gesamtwertung knapp vor Aschaffenburg, hatte in der Vergangenheit mehr Kontinuität und bekommt vom Präsidenten des Bayerischen Ruderverbandes, Thomas Stamm, ein Extra-Lob. „Die haben immer Leute, die die Sache in die Hand nehmen und vorantreiben.“

Auch außerhalb der Hochburgen gibt es bemerkenswerte Resultate: Beispielsweise siegte Luisa Werner (Jahrgang 1995) aus Karlstadt im Frauen-Einer und im Juniorinnen-Einer. Ihre Meldung im Leichtgewicht musste die deutsche Meisterin in dieser Disziplin wegen Arbeit, Praktikum und wenig Training zurückziehen. Sie will auf jeden Fall mit dem Rudern weiter machen, internationale Rennen im U23-Leichtgewicht sind das Ziel.

Den Leichtgewichtstitel, der Werner verwehrt blieb, holte die Schweinfurterin Carolin Scipio (1995). Kaum hatte sie gewonnen, galt es für sie die Kleidung zu wechseln und als Hostess bei der Siegerehrung im flotten Dirndl zu fungieren. Scipio wird auch in Zukunft dem Rudern treu bleiben. Der Bundesfreiwilligen-Dienst bei der „Deutschen Ruder Jugend“ in Hannover ist ab September ihre nächste Station. Neben der geforderten Bürotätigkeit bleibt Freiraum zum Rudertraining. Danach geht's zum Studium, wobei noch nicht klar ist, wo.

Mehr Planungssicherheit besteht bei den Brüdern Peter und Andreas Rumpel. Sie studieren in Schweinfurt. Wegen Prüfungsstress bestritten die angehenden Maschinenbau-Ingenieure nur ein Zweier-Rennen, doch das ging für die beiden Favoriten fast schief. „Wir hatten nach dem Start eine Länge Vorsprung. Nach 300 Metern ist uns die Gemeinsamkeit entfallen“, erklärte Andreas. „Die Nürnberger waren überraschend stark, aber auf den letzten Schlägen hatten wir deutlich größere Kraftreserven“, konstatierte Peter. Da hatte es vorher die 13-Jährige Mannschaftskollegin Lea Ort, deutsche Meisterin 2012, in ihrem Einer-Rennen wesentlich leichter. Sie siegte mit knapp sieben Sekunden Vorsprung vor der Münchnerin Johanna Weiss.

A propos München: Was sagen die von der 1972-er Olympia-Strecke in Oberschleißheim verwöhnten Landeshauptstädter? „Das Rennen geht wegen der Strömung viel schneller vorbei“, so der zwei Mal siegreiche Julian Niller (1997) von der RG München. Es sei aber auch anspruchsvoller, zumal man keine Bahnmarkierungen hatte. Sein Trainer Robin Storm brachte es auf den Punkt: „Zu Hause trainieren wir unter Laborbedingungen“, und machte den Gastgebern ein dickes Kompliment: „Im bayernweiten Vergleich ist das hier sehr gut gemacht. Dass es in München so richtig bergauf geht, liegt auch am Ausbildungspersonal. Früher hatten wir vier Trainer, heute waren acht hier.“

Gut war auch das Abschneiden der Schweinfurter Masters-Ruderer. Im Einer siegte Willi Kaidel vor Ernst Kaidel. Im Doppelvierer (AK D) verpasste man den Sieg um 39 Hundertstel Sekunden, gewann aber im Doppelvierer (AK F) durch die Renngemeinschaft Schweinfurter Ruderclub/RG München mit Ernst und Will Kaidel sowie den Münchnern Frank Heidenhain und Jörg Reinhardt. Außerdem siegten Ernst und Willi Kaidel im Doppelzweier (AK F). Von den Teilnehmern gab es nur positive Reaktionen. Für den Würzburger Hermann Greß war es gar „die schönste Regatta seit Jahren“.

ONLINE-TIPP

Viele Bilder unter www.mainpost.de/sport/schweinfurt

Unterfränkische Sieger der bayerischen Rudermeisterschaften

Frauen-Einer A: Luisa Werner (95), Ruder-Club Karlstadt.

Lgw.-Männer-Doppelzweier A: Peter Rumpel (91), Andreas Rumpel (92), beide Schweinfurter Ruderclub „Franken“.

Juniorinnen-Einer A: Luisa Werner (95), Ruder-Club Karlstadt.

Leichtgewichts-Juniorinnen-Einer A: Carolin Scipio (Jahrgang 1995), Schweinfurter Ruder-Club „Franken“ (SRCF).

Lgw.-Juniorinnen-Doppelvierer mit St. B: Würzburger Ruderverein Bayern mit Viviane Beier (98), Josephine Kiesel (98), Julia Wolf (98), Sophia Wolf (98), St. Annika Köllner (99).

Mädchen-Einer 14 Jahre: Lea Ort (99) SRCF.

Mädchen-Doppelvierer mit St. 13 u. 14 Jahre: Akademischer Ruderclub Würzburg mit Victoria Agne (99), Elisa Jung (99), Luise Olbrich (99), Viola Schenk (2000), St. Tizian Reinstädtler (99).

Junioren-Vierer ohne St. A: Renngemeinschaft ARC Würzburg, Münchner RC mit Sebastian Kiesel (96, ARCW), Tobias Richter (96, Münchner RC), Jonas Wolpold (96, ARCW), Max Layer (96, MRC).

Junioren-Achter mit St. A: Renngemeinschaft RC Aschaffenburg, RV Erlangen, Schweinfurter RC „Franken“ mit Florian Möller (95, RCA), Konstantin Steib (97, RCA), Till Werner (96, RCA), Julian Schneider (96, RVE), Christian Schmitz (95, RVE), Stefan Lambracht (95, RVE), Alexander Winter (96, SRCF), Nils Rohe (96, SRCF), St. Sarah Glaab (98, RCA).

Junioren-Mixed-Doppelvierer A Verein: Würzburger Ruderverein Bayern mit Tizian Mehl (97), Maximilian Olbrich (96), Sophia Mark (97), Johanna Schulz (95).

Jungen-Doppelzweier 13 u. 14 Jahre: Jakob Bär (99), Andreas Hagen (99), Würzburger RV Bayern.

Masters-Männer-Einer E/F: Wilhelm Kaidel (49), SRCF.

Masters-Männer-Achter m. St. E/F: Renngemeinschaft ARC Würzburg, RG Marktheidenfeld, Würzburger RV Bayern mit Jürgen Cleve (1952, ARCW), Peter Ehinger (63, ARCW), Andreas Holz (63, ARCW), Hermann Krimmer (52, WRVB), Hermann Gress (54, WRVB), Dietmar Hamberger (61, WRVB), Bruno Perner (61, RG Markth.), Dieter Goepfert (57, WRVB), St. Petra Ehinger (67, ARCW).

Masters-Männer-Doppelvierer B: Renngemeinschaft ARC Würzburg/Würzburger RV Bayern mit Jochen Kleinertz (68, ARCW), Stefan Heiduk (69, ARCW), Marcel Woortman (69, ARCW), Bernd Pachtner (70 WRVB).

Masters-Männer-Doppelvierer C: Alexander Dennda (70), Peter Ehinger (63), Andreas Holz (63), Lucas Jacobs (84), alle ARCW.

Masters-Männer-Achter mit St. D: Renngemeinschaft ARC Würzburg, RG Marktheidenfeld, Würzburger RV Bayern mit Alexander Dennda (70, ARCW), Peter Ehinger (63, ARCW), Andreas Holz (63, ARCW), Bernd Pachtner (70, WRVB), Dieter Goepfert (57, WRVB), Hermann Gress (54, WRVB), Dietmar Hamberger (61, WRVB), Bruno Perner (61, RG Markth.), St. Petra Ehinger (67, ARCW).

Masters-Männer-Doppelvierer E/F: Renngemeinschaft Schweinfurter RC „Franken“, RG München mit Wilhelm Kaidel (49, SRCF), Ernst Kaidel (44, SRCF), Frank Heidenhain (51), Jörg Reinhardt (60), beide RG München.

Masters-Männer-Doppelzweier D: Edgar Werner (63), Karlheinz Haase (59), Ruder-Club Karlstadt.

Masters-Männer-Doppelzweier E: Gerd Bock (56), Gerhard Hoffmann (60), beide Kitzinger Ruderverein.

Masters-Männer-Doppelzweier F: Wilhelm Kaidel (49), Ernst Kaidel (44), beide Schweinfurter Ruderclub „Franken“.

Masters-Männer-Vierer ohne St. B-D: Renngemeinschaft RG Marktheidenfeld, Würzburger RV Bayern mit Dietmar Hamberger (61, WRVB), Bruno Perner (61, RG Markth.), Hermann Gress (54, WRVB), Bernd Pachtner (70, WRVB).

Pokalwertungen, Bayerischer Löwe: 1. Rudergesellschaft München 670,5 Punkte, 2. Münchener Ruder-Club 628,5, 3. Akademischer Ruderclub Würzburg (ARCW) 434, 7. Würzburger Ruderverein Bayern (WRVB) 249, 9. Schweinfurter Ruder-Club „Franken“ (SRCF) 181,5.

Audi-Pokal (Erwachsene): 1. RV Nürnberg 69, 2. Münchner RC 67, 3. Regensburger RK 18,5, 4. ARCW 18, 5. Schweinfurter Ruderclub „Franken“.

Jugend-Pokal: 1. RG München 623, 2. Regensburger RV 274,5, 3. Münchner RC 250, 4. RC Aschaffenburg 242, 5. ARCW 195, ...7. WRVB 181, ...9. SRCF 107.

Kitzinger Erfolge bei der Bayerischen Meisterschaft

Mit zwei Booten ging der Kitzinger Ruderverein in Schweinfurt an den Start. Gerd Bock und Gerhard Hoffmann  beendeten den Doppelzweier der Altersklasse E (Durchschnittsalter über 55) den Wettbewerb als Sieger. Langstreckenspezialist Gerhard Hoffmann und der sehr erfahrene frühere Leistungsruderer Gerd Bock ließen nichts anbrennen und dominierten von Anfang an das Feld, um schließlich mit einem sehr klaren Vorsprung von drei Bootslängen ungefährdet zu gewinnen.

Christian Benz trat in einem 13 Boote starken Feld der A-Junioren an. Nach einem klaren Vorlaufsieg überzeugte der Kitzinger auch im Finale, in dem er einen hervorragenden dritten Platz erreichte und mit der Bronzemedaille belohnt wurde.

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