FUßBALL: RELEGATION

Die vermaledeite letzte Aktion

Verlor das vorentscheidende Kopfballduell, das den Aschaffenburger Ausgleich zur Folge hatte: Szimon Phouthavong (hinten) kommt gegen Savo Kovacevic einen Schritt zu spät. Foto: Alexander Rausch

Relegation zur Bezirksliga

FVgg Bayern Kitzingen – FC Südring Aschaffenburg 1:1 (0:0)

So recht wusste Thomas Hofmann nicht, wie er das Unentschieden gegen den FC Südring Aschaffenburg einordnen sollte. Sollte sich der „Neben-dem-Platz-Trainer“ darüber freuen, nachdem seine Bayern defensiv mehrmals Glück hatten, nicht in Rückstand zu geraten und auch die Führung durch ein Eigentor zustandekam? Oder sollte er sich über das Gegentor mit der letzten Aktion des Spiels ärgern, das die Kitzinger im Rückspiel nun zunächst unter Zugzwang bringt?

Nur eine Minute fehlte, und die Kicker Bayern Kitzingen hätten sich mit einem knappen, aber schmeichelhaften 1:0-Erfolg im Gepäck auf den Weg nach Aschaffenburg gemacht. Doch der letzte Einwurf des Spiels änderte alles. Erst kam Marcel Geitz gegen Dorde Petrovic zu spät. Dann konnte Szymon Phouthavong Savo Kovacevic‘ Kopfballverlängerung nicht verhindern und zu guter letzt verteidigte Marco Endres zu halbherzig gegen Mirel Ramic. „Diese letzte Aktion müssen wir besser verteidigen, aufmerksamer sein“, ärgerte sich Hofmann, vor allem weil er und sein mitspielender Trainerkollege Tim Reiner die Prämisse ausgegeben hatten, ohne Gegentor bleiben zu wollen.

Denn wie wichtig das bei Duellen, die nach Europacup-Modus ausgetragen werden, sein kann, mussten am vergangenen Freitag die Leinacher erfahren. Die schieden nämlich nach einem 2:2 im Hinspiel auf heimischem Platz nach einem 0:0 im zweiten Spiel gegen Südring Aschaffenburg aus. Aber soweit wollte Hofmann noch nicht denken. Schließlich seien seine Kicker auch auf fremden Plätzen jederzeit für ein Tor gut. Sie hätten in Schweinheim bewiesen, selbst bei hitziger Atmosphäre bestehen zu können.

Richtig ärgern oder gar einen Vorwurf wollte der Übungsleiter den Seinen aber freilich nicht machen. Denn ihm war nicht entgangen, dass die Seinen schon vor der Nachspielzeit mehrmals knapp an einem Rückstand vorbeigeschrammt waren. Wie gegen Leinach hatte der FC Südring fulminant begonnen. Dorde Petrovic und Stevan Zivkovic prüften Florian Nöth bereits in den Anfangsminuten. Zwar hatten auch die Gastgeber durch Tim Reiner, Marcel Reuther und Tolga Arayici gute Einschussgelegenheiten, das Heft des Handelns hielten die Aschaffenburger aber stets fest in der Hand.

Von der Leichtigkeit der Duelle gegen Schweinheim war nur selten etwas zu sehen. Einerseits war der Substanzverlust deutlich zu spüren, andererseits wirkte der Kreisligist oftmals gehemmt in seinen Aktionen. Es fehlte schlicht der Mut. So blieben die Gäste auch im zweiten Durchgang das deutlich aktivere Team. Dino Dermanovic hätte die längst fällige Führung erzielen müssen, verzog aber knapp. Zudem hatte Florian Nöth bei zwei ungestümen Abwehraktionen mächtig Dusel, keinen Strafstoß gegen sich gepfiffen zu bekommen.

Als die Gäste dann doch ins Tor trafen, jubelten dennoch die Kitzinger. Denn Dino Dermanovic hatte eine harmlos Flanke Marcel Reuthers unglücklich ins eigene Tor gelenkt. „Wir haben nie in unser Spiel gefunden, konnten uns selten über längere Ballbesitzphasen Sicherheit holen. Den Treffer haben wir dann aber natürlich dankend angenommen“, so Hofmann über den überraschenden Glücksmoment. Doch die Aschaffenburger zeigten sich keineswegs geschockt und warfen nochmals alles nach vorne. Nach Marcel Scherers riskanter Rettungsaktion, die knapp neben dem eigenen Tor landete, und Savo Kovacevic zu hoch angesetztem Kopfball schien der Sieg jedoch in trockenen Tüchern. – Bis die letzte Aktion des Spiels kam ...

Kitzingen: Nöth – Schlarb, Tom Reiner, Endres, Scherer – Gaubitz (73. Maaß), Geitz, Arayici, Reuther (87. Solick) – Tim Reiner, Especiosa (84. Phoutavong).

Aschaffenburg: Vrdoljak – Jovanovic, Tesic, B. Petrovic, Dermatovic – D. Petrovic, Pajic (84. Tokalija-Jahn) – Savic (82. Aslin), Zivkovic, Eckert (78. Kovacevic) – Ramic.

Schiedsrichter: Burkard (Schleerieth).

Zuschauer: 403.

Gelbe Karten: Tim Reiner, Arayici – Jovanovic, B. Petrovic.

Tore: 1:0 Dino Dermanovic (81., Eigentor), 1:1 Mirel Ramic (90.+2).

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