FUSSBALL: BAYERNLIGA FRAUEN

Frickenhausen kassiert erste Niederlage

Die hohe Fußballkunst hat Anna Thormann und ihren Frickenhäuserinnen nicht zum Erfolg gereicht.
Die hohe Fußballkunst hat Anna Thormann und ihren Frickenhäuserinnen nicht zum Erfolg gereicht. Foto: Hans Will

Thenried ist einer dieser verschlafenen Orte im Bayerischen Wald, die man kaum auf der Landkarte findet. Einer von 21 Ortsteilen der Gemeinde Rimbach – 368 Seelen, davon 191 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Dann gibt es noch den SV Thenried, dessen Fußballerinnen mit die besten Botschafterinnen des Dorfes im Freistaat sind.

Seit Jahren tingeln sie über Land, stets bemüht, Ruhm und Ehre des Ortes zu mehren. Das gelingt ihnen mal mehr und mal weniger gut. Wenn es gegen den TSV Frickenhausen geht, dann eher mehr. Auch am Sonntag haben es die Oberpfälzerinnen wieder geschafft, mit 3:0 (3:0) zu gewinnen, wie immer, wenn es gegen den Klub aus Unterfranken geht.

Die Frickenhäuserinnen könnten die drei Punkte das nächste Mal auch gleich mit der Post schicken – so zuverlässig, wie sie diesem Gegner unterliegen. Seit eineinhalb Jahren stehen sich die beiden Vereine nun in der Bayernliga gegenüber, und das 0:3 fügt sich in die Reihe der Niederlagen, die stets deutlich ausfielen.

Das liegt in erster Linie an Franziska Hutter. Von den elf Toren, die ihr Team in bislang drei Auftritten gegen Frickenhausen erzielte, gelangen ihr allein fünf. Als „Duell der Torjägerinnen“ war die Partie am Sonntag deshalb avisiert worden: hier Hutter und dort Sandra Abersfelder. Aber das Duell fiel aus, weil Frickenhausens beste Offensivkraft unpässlich war, verletzt wie auch Pauline Großer oder krank wie Romina Kuffner. So hatte Hutter die Bühne für sich allein, und sie präsentierte sich erneut im besten Licht.

Frickenhausens Trainer Gernot Haubenthal sprach noch am Tag nach der Niederlage in einer Mischung aus Bewunderung und Ehrfurcht über das 21-jährige Ausnahmetalent. „Brandgefährlich“ sei Hutter, und dies über neunzig Minuten. „Wenn sie am Ball ist, kann man sie nur mit zwei Leuten stoppen.“

Nach zwölf Minuten war sie überhaupt nicht zu bremsen. Sie traf mit ihrem Schuss ins lange Eck, nachdem Lisa Berzl einen Angriff der Frickenhäuserinnen abgefangen hatte – oder wie Haubenthal es darstellte, „wir ihr den Ball in die Füße gespielt hatten“. War Frickenhausen von diesem Rückstand beeindruckt? „Ach was“, sagte der Trainer, „das sind wir doch schon gewohnt.“

Seine Elf erzwang nun also einen offenen Schlagabtausch. „Es war ein sehr flottes Spiel“, wird Thenrieds Trainer Herbert Wendl auf der klubeigenen Homepage zitiert. Und: „Der TSV Frickenhausen hat gezeigt, wieso er bis dato ungeschlagen war.“ Thenried ließ bei dem munteren Hin und Her kaum Torchancen zu, hatte aber selbst nicht die besten Möglichkeiten.

Um zumindest etwas Torgefahr zu entfachen, brauchte es – wenn man Haubenthal glauben mag – ein wenig Fantasie von Schiedsrichter Dominic Strasser. Der Mann aus Vorra deutete zwei Szenen als elfmeterreif, die aus Sicht des TSV-Trainers „zweifelhaft“ oder „nicht nachvollziehbar“ waren. Bei der ersten kam Köppl zu Fall, „das kann man so sehen“, bemerkte Haubenthal.

„Aber vorher war es klar Abseits.“ Alexandra Rank traf zum 0:2. Später wurde Hutter attackiert, sie lief weiter Richtung Tor, wie man auf der Thenrieder Seite liest, und wurde im Strafraum erneut regelwidrig zu Fall gebracht. Wieder trat Rank zum Elfmeter an. Mit einem 0:3 ging es in die Halbzeit.

Es spricht für die Einstellung und Moral der Frickenhäuserinnen, dass sie sich im zweiten Abschnitt weiter engagiert wehrten und entschlossen nach vorne drängten. „Das trägt die Mannschaft inzwischen in sich“, so Haubenthal, „dass sie kämpft und an sich glaubt.“ Vielleicht tat Thenried mit dem Vorsprung im Rücken auch ein bisschen weniger. Und doch: Die Gäste verteidigten sich sehr geschickt und hielten Frickenhausen weg von ihrem Tor. Gefährlich wurde es – mit Ausnahme eines einzigen Kopfballs nach einer Standardsequenz – nicht mehr.

Es reichte nicht zu großen Torchancen, wie es überhaupt gegen diese Thenrieder Elf nicht reichte. Aber die nächste Gelegenheit kommt – im April 2017.

Das Spiel in der Statistik

TSV Frickenhausen – SV Thenried 0:3 (0:3)

Frickenhausen: Julia Kohl; Sabine Müller, Karen Ettinger, Candida Schwarz, Simone Barthel, Sarah Schmidt, Katharina Other, Tabea Rauschenberger, Anna Thormann, Sarah Wintzheimer (75. Johanna Roll), Sophia Dietze.

Thenried: Marcella Hirschmann; Julia Buhl (79. Daniela Pflanzer), Lisa Herzl (63. Mona Schenkl), Jessica Köppl, Daniela Schmied, Madeleine Jaich, Christina Heigl, Franziska Hutter, Alexandra Rank, Irina Haberl, Jasmin Schreiner.

Schiedsrichter: Dominic Strasser (Vorra).

Zuschauer: 100.

Gelbe Karte: Müller.

Tore: 0:1 Franziska Hutter (12.), 0:2 Alexandra Rank (27., Foulelfmeter), 0:3 Alexandra Rank (41., Foulelfmeter).

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