FUßBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Große Euphorie im kleinsten Spielort der Klasse

Geesdorfs Kader für das Abenteuer Landesliga (hinten von links): Trainer Hassan Rmeithi, Co-Trainer Patrick Werner, Sinan Bilgin, Markus Pfeufer, Stefan Weiglein, Maximilian Dietrich, Uli Konrad, Fabio Feidel, Co-Trainer Martin Hahn; (Mitte von links): Mohamed Rmeithi, Emre Zeyrek, Dominik Kober, Leo Gjemajli, Fazdel Tahir, Simon Weiglein; (vorne von links): Thomas Lordo, Daniel Wagner, Dominik Holzmann, Philipp Seufert, Oliver Hahn und Erik Reuß. Zum Aufgebot des Landesliga-Neulings gehören auch Fitnesstrainerin Sarah Krämer, Torwarttrainer Peter Holzmann, Volkan Bilgin, Alexander Huller, Lukas Rößner, Patrick Beuerlein und Simon Seufert. Foto: Peter Holzmann

Das Abenteuer beginnt. Zum ersten Mal in seiner mittlerweile 57-jährigen Vereinsgeschichte spielt der FC Geesdorf, gegründet 1961, in der Landesliga. „Die Euphorie ist sehr, sehr groß. Für ein Dorf dieser Größe ist es schon eine Sensation, überhaupt in die Landesliga aufzusteigen“, weiß Trainer Hassan Rmeithi. Das rund 350 Einwohner zählende Geesdorf darf sich in der Saison 2018/19 als der kleinste Spielort der Nordwest-Staffel bezeichnen, kleiner als Mitaufsteiger Aufkirchen, ein Ortsteil Gerolfingens im Landkreis Ansbach.

Seit 2011 trainiert Rmeithi die Geesdorfer. „Unser Weg hat vor sieben Jahren begonnen. Aus den damaligen Kreisliga-Tagen sind heute noch zehn Spieler dabei. Wir wissen, woher wir kommen und bleiben ganz sicher auf dem Boden. Wir werden jetzt nicht abheben“, verspricht der 32-Jährige vor dem ersten Landesligaspiel in Feuchtwangen. Als Meister der Bezirksliga Ost setzten die Fußballer aus dem Wiesentheider Ortsteil ihre Erfolge der letzten zehn Jahre eindrucksvoll fort: 2009 gewannen sie in der A-Klasse die erste Meisterschaft überhaupt seit der Vereinsgründung, 2011 wurden sie Meister in der Kreisklasse, 2013 holten sie den Toto-Pokal auf Kreisebene und wiederholten dies 2014, als zudem der Aufstieg in die Bezirksliga gelang.

Erste Anzeichen, dass der jüngste Schritt erfolgen könnte, zeigten sich bereits vor einem Jahr: „Im letzten Sommer hatten wir uns qualitativ gut verstärkt. Diese Spieler haben uns weitergeholfen“, weiß Rmeithi. Souverän sicherten sich die Geesdorfer in ihrer Liga den ersten Platz. Vergangene Erfolge, so nah sie auch zeitlich noch liegen, zählen auf der höheren Ebene aber nicht mehr: „Wir arbeiten hart dafür, dass unser Landesliga-Abenteuer länger als ein Jahr dauert“, sagt der Trainer. Im Umfeld schufen die Verantwortlichen die Voraussetzungen dafür, vergrößerten den Trainerstab und das Betreuerteam, „um den Jungs das zu bieten, was sie brauchen“.

In der Vorbereitung legte Rmeithi großen Wert auf die körperliche Fitness seiner Spieler. „In den letzten Wochen haben wir wesentliche Fortschritte gemacht. Dennoch wird die Landesliga eine große Herausforderung für uns“, stellte er fest. In den Vorbereitungsspielen sei die Mannschaft bisweilen etwas müde gewesen, denn auf deren Terminierung nahm er in den Einheiten keine Rücksicht. Die Generalprobe in Aubstadt verloren die Geesdorfer mit 0:4. „Aber das war für uns noch einmal ein ganz wichtiger Test. Wir müssen weiterhin konsequent arbeiten, um den nächsten Schritt vorwärts zu gehen“, erklärt Rmeithi. Taktisch habe sich seine Mannschaft schon entwickelt, schließlich könne sie jetzt nicht mehr so agieren wie in der Bezirksliga.

In der Rückrunde stellten sich die Gegner defensiv auf und überließen Geesdorf den Ballbesitz. „In der Landesliga wird das nicht mehr so einfach sein, aber wir wollen auch in dieser Saison über den Ballbesitz kommen“, schwebt Rmeithi eine aktive Spielgestaltung vor. Dennoch nahm er einige Anpassungen vor, um gegen Mannschaften von höherer individueller Qualität taktisch gut genug gerüstet zu sein. Personell begannen die Planungen bereits in der Winterpause, unabhängig davon, in welcher Liga die Geesdorfer ihre Zelte aufschlagen würden. „Wir können einem Spieler nicht so viel bieten, dass er bei unserem Angebot schwach wird“, weiß Rmeithi.

Froh sei er deshalb, dass sich vor allem junge Spieler aus der Region für den Verein interessierten und sich durch einen Wechsel nach Geesdorf selbst weiterentwickeln möchten. Dominik Hümmer aus Geiselwind ist einer von ihnen, Emre Zeyrek von Türkyiemspor aus Schweinfurt ein zweiter. Erik Reuß aus der eigenen Jugend könnte sogar noch ein letztes Jahr bei den Junioren spielen. „Er ist ein cleverer Spieler und recht weit für sein Alter“, sagt sein Trainer über ihn. Volkan Bilgin spielte zuletzt im Würzburger Stadtteil Lindleinsmühle und folgte nun seinem älteren Bruder Sinan nach Geesdorf. Mit dem höherklassig erfahrenen Fabio Feidel gewann der Verein nach dem Beginn der Vorbereitung einen Führungsspieler im defensiven Bereich hinzu.

„Er wird von Beginn an mitmischen“, verrät Rmeithi, wenn es um die Besetzung seiner ersten Elf geht, hält sich ansonsten aber bedeckt, wer auf den weiteren Positionen spielen könnte. Mit fünf Zugängen und keinem einzigen Abgang haben sich die Geesdorfer auch mit einem breiten Kader auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereitet. Während ihr Meistertipp auf den Vorjahresvierten Euerbach abzielt, geben sie als eigenes Saisonziel den Klassenerhalt an. Schließlich soll das Landesliga-Abenteuer im kleinsten Spielort länger andauern.

FC Geesdorf

Abgänge: keine. Zugänge: Dominik Hümmer (TSV Geiselwind), Emre Zeyrek (Türkiyemspor Schweinfurt), Volkan Bilgin (SC Lindleinsmühle), Fabio Feidel (FC 05 Schweinfurt II), Erik Reuß (eigene Junioren).

Spielerkader, Tor: Dominik Holzmann, Philipp Seufert. Abwehr: Dominik Kober, Uli Konrad, Patrick Beuerlein, Dominik Hümmer, Simon Weiglein, Fabio Feidel, Thomas Lordo, Simon Seufert. Mittelfeld: Lukas Rößner, Oliver Hahn, Daniel Wagner, Sinan Bilgin, Fazdel Tahir, Alexander Huller, Maximilian Dietrich, Daniel Mönius, Erik Reuß. Angriff: Mohamed Rmeithi, Hassan Rmeithi, Stefan Weiglein, Leutrim Gjemajli, Markus Pfeufer, Emre Zeyrek, Volkan Bilgin. Trainer: Hassan Rmeithi (seit 2011). Saisonziel: Klassenerhalt. Meistertipp: SV Euerbach/Kützberg.

Internet: www.fc-geesdorf.de

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