FUSSBALL: KREISLIGA

Der neue Baumeister des SV Bütthard

Uwe Göb muss in Bütthard nicht weniger als das Kunststück vollbringen, eine völlig neue Mannschaft zu formen. Foto: Hans Will

Es ist noch nicht so lange her, da herrschte rund um den SV Bütthard eitel Sonnenschein. Im Mai 2018 war die Mannschaft als Kreisklasse-Meister in die Kreisliga aufgestiegen, und sie hatte auch dort wie-der eine starke erste Saisonhälfte hingelegt, die mit Rang fünf zur Winterpause endete. Alles im Lot also beim Sportverein aus dem Gau? So schien es.

Doch der Schein trog. Die bis dahin heile Büttharder Fußballwelt bekam erste Risse, als in der Winterpause 2018/19 Spielertrainer Christian Steinmetz sein Amt trotz sportlichen Erfolgs – für Außenstehende überraschend – niederlegte. Er begründete dies seinerzeit mit einer beruflichen Veränderung, durch die er zeitlich stark eingebunden sei. Seit diesem Sommer ist Steinmetz aber als Spieler für den Bayernligisten TSV Abtswind am Ball.

Welche Rolle der Abschied des so populären wie erfolgreichen Trainers dabei spielte, dass die Büttharder das Niveau der Vorrunde in der Rückserie der vergangenen Saison nicht halten konnten, ist nicht überliefert. Fakt ist allerdings: Die Elf von Trainer Peter Deißenberger, der nun alleinverantwortlich das Kommando führte, erwischte nach der Winterpause nur noch zehn Zähler aus zwölf Partien und landete am Ende mit Rang acht dennoch auf einem Platz im sicheren Mittelfeld.

Ein sehr respektables Ergebnis für einen Aufsteiger – es trug aber nicht wirklich dazu bei, die Situation zu beruhigen. Im Gegenteil: Nach Saisonende verabschiedeten sich – inklusive Spielertrainer Deißenberger – ganze zwölf Spieler aus Bütthard. Eine Massenflucht, durch die der Verein nun vor einem radikalen Umbruch steht. Baumeister dieses Projekts ist seit diesem Sommer Uwe Göb, der beim Klub an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg als Trainer anheuerte.

Es gab schon leichtere Einstände für Übungsleiter an neuer Wirkungsstätte. Doch Göb läuft nicht davon, sondern er will anpacken. „Der Umbruch ist eine interessante Herausforderung“, sagt der neue Mann auf der Kommandobrücke. Er gesteht allerdings ein, dass er den personellen Wandel nicht in besagtem Ausmaß erwartet habe. Der eine oder andere Akteur habe sich auch nach seiner Ankunft noch zu einem Abgang entschlossen, so dass die Personaldecke weiter geschrumpft ist. Um diesem Prozess Rechnung zu tragen, wurde die Reserve aus der A-Klasse zurückgezogen. Sie tritt nächste Saison in der B-Klasse an.

Göb hat es dennoch nicht bereut, sich auf das Abenteuer eingelassen zu haben – bei allen Widrigkeiten. „Ich brauche nicht immer eine Vollkaskoversicherung. Wenn man irgendwo zusagt, hält man sich daran. So bin ich jedenfalls erzogen“, sagt er. Weshalb derart viele Spieler dem SV Bütthard den Rücken gekehrt haben, dazu äußert sich der frühere Trainer des Ligarivalen SV Sonderhofen eher vage. Er stecke zu wenig im Detail drin, um dazu fundierte Aussagen treffen zu können. „Die Spieler hatten sicher ihre Beweggründe. Aber ich habe als Spieler nicht nachgetreten und werde das als Trainer auch nicht tun“, sagt Göb.

Göb mag gar nicht verhehlen, dass mit den Abgängen von Leistungsträgern wie Peter Deißenberger, Patrick Gutknecht oder Kapitän Dominik Schmitt Verlust einhergeht – was die Masse und was die Klasse angeht. Er sagt aber: „Ich schaue nicht zurück, sondern nach vorne.“ Schließlich erwarten den SV Bütthard in der gerade begonnenen Kreisliga-Saison genug Prüfungen.

Einen Vorgeschmack darauf, dass diese Runde kein Zuckerschlecken werden dürfte, bekam die Mannschaft vor einer Woche bei der 1:2-Niederlage zum Saisonauftakt bei Aufsteiger SV Geroldshausen. Besonders mit der ersten Hälfte zeigte sich der Coach unzufrieden, da sein Team zu viele Fehler in der Spieleröffnung gemacht und insgesamt zu nervös agiert habe.

Doch sind Anlaufschwierigkeiten bei einer neu formierten Mannschaft eben inbegriffen. Das weiß auch Göb, der deshalb betont: „Wir müssen als Mannschaft zusammenstehen und aus Niederlagen lernen.“ Ziel sei in dieser Saison ausschließlich der Klassenerhalt. Da müsse auch eine längere Serie von Negativerlebnissen einkalkuliert werden. Diese droht angesichts der kommenden Gegner Eibelstadt und Schwarzach schon zeitig in der Saison.

„Wir müssen sicher nahe am Optimum spielen, um in diesen Partien zu punkten“, sagt Göb. Der Trainer hofft nach den zahlreichen Verlusten vor der Saison, wenigstens vom Verletzungspech verschont zu bleiben.

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