FUSSBALL: LANDESLIGA

Der FC Geesdorf sammelt Lob und drei Punkte

Verdrängungswettbewerb: Der Geesdorfer Dominik Kober (links) hat im Zweikampf mit Fuchsstadts Simon Bolz die Nase vorn. Foto: Andreas Stöckinger

Auch ein 0:1-Rückstand zur Halbzeit hat den FC Geesdorf nicht irritieren können. Mit dem in allen Belangen verdienten Erfolg mischt die Mannschaft von Spielertrainer Jannik Feidel weiter ganz vorne in der Tabelle mit. „Reaktion zeigen nach dem 1:2 zuletzt in Aschaffenburg. Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärte der 23-jährige Anführer seiner Elf. Wieder war Geesdorf mit einer zur Hälfte aus Neuzugängen formierten Mannschaft aufgelaufen.

Die Neuen greifen bestens, das zeigte allein der Blick auf die Torschützen. In Vincent Held traf der Überflieger auch diesmal – schon zum 13. Mal im sechsten Spielen. Den Kitzinger Held wie auch Niclas Staudt, den Schützen des 2:1, hatte Trainer Feidel zum Wechsel ins Fußball verrückte Dorf bewegt. Das dritte Tor ging auf das Konto Ibrima Saines.

Einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz war in Staudt einer, der im Fußball trotz seiner erst 20 Jahre schon so einiges hinter sich hat. Der Estenfelder war von dort über den FC Schweinfurt 05 in die U17 des 1. FC Nürnberg gewechselt und kickte zwei Jahre in der Bundesliga. „Eine Riesen-Erfahrung, das mal zu erleben“, sagt er. Vorige Saison lief er für die Würzburger Kickers auf, wo Feidel Co-Trainer war und Staudt trotz anderer Angebote nach Geesdorf holte. „Ein geradliniger Typ, ein großes Talent“, so Feidel.

Beim Spiel gegen Fuchsstadt zeigte der angehende Kaufmann für Finanzen und Versicherungen nach 70 Minuten seine Torgefährlichkeit. Staudt zog von der Außenbahn nach innen und ließ sich von drei halbherzig angreifende Gegnern nicht aufhalten. Aus gut 20 Metern traf er flach ins Tor zum 2:1. Spätestens damit hatte der FCG das Spiel gedreht, in das er trotz optischer Vorteile nicht recht hineingefunden hatte. Auch Chancen gab es – etwa als Helds Vorlage im letzten Moment noch vor Simon Weiglein geklärt wurde (20.).

Wenig später ließ sich Weiglein hinter der Mittellinie als letzter Mann den Ball leichtfertig von Dominik Halbig abjagen. Halbig spazierte aufs Tor zu, umkurvte Torwart Holzmann und schob zum 0:1 ein (23.). Der Treffer verlieh Fuchsstadt keine Souveränität, vor allem nicht vor dem eigenen Tor. Geesdorf mangelte es aber an Präzision im Abschluss, etwa bei Jannik Feidels großer Chance nach Konter über Niclas Staudt (37.).

Im zweiten Abschnitt glich dann der zuvor etwas glücklose Vincent Held den Rückstand aus: Nach einem weit nach innen getretenen Eckball hatte er sich freigelaufen, ein schneller Haken, ein platzierter Flachschuss, und es hieß 1:1 (50.). Das Spiel wurde nun offener, Geesdorf besaß mehr Chancen, blieb jedoch anfällig für Konter.

So trug das aggressivere, zielstrebigere Spiel der Heimelf doch noch Früchte: Mit Staudts 2:1 und spätestens nach einem Konter von Ibrima Saine zum 3:1 (88.) stand Geesdorfs Erfolg fest. Kurz zuvor hatte Fuchsstadts Tobias Bartel auch noch eine Rote Karte kassiert, als er als letzter Mann Vincent Held ungeschickt in die Quere kam (85.). So mussten die Gäste mit langen Gesichtern zuschauen, wie die Geesdorfer Spieler später ihren Freudenkreisel auf dem Rasen drehen ließen.

Gästetrainer Martin Halbig erkannte den verdienten Sieg des Gegners an. „Geesdorf zeigte mehr Willen, spielt sehr guten Fußball und ist nach vorne immer gefährlich. Wir führen 1:0 auswärts und liefern so ein Spiel ab. Wir hatten in der Defensive so viele Lücken und waren zu naiv.“ Seine Elf könne in dieser Klasse nur bestehen, wenn sie an Grenzen gehe. „Mit 50 Prozent gewinnen wir keine Spiele.“ In Geesdorf schon gar nicht. Die junge Truppe spielte vor allem nach vorne guten Fußball und zeigte die nötige Mentalität, um auch ein 0:1 wegzustecken.

Die Statistik des Spiels
Geesdorf: Holzmann – Mbale, Konrad, Fa-bio Feidel, Kober – Lehrmann, Jannik Feidel, Weiglein, Fischer, Staudt – Held.
Fuchsstadt: Zwickl – Emmer, Tobias Bartel, Sebastian Bartel, Kolb – Pfeuffer, Schmidt, Baldauf, Bolz, Neder – Halbig.
Schiedsrichter: Martin Götz (Tütschengereuth). Zuschauer: 200. Tore: 0:1 Dominik Halbig (23.), 1:1 Vincent Held (50.), 2:1 Niclas Staudt (76.), 3:1 Ibrima Saine (88.). Rot: Tobias Bartel (Fuchsstadt, 85., Notbremse).

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