Tischtennis

„Eine Turnierserie von Format“

Dieses unterfränkische Quintett ist von der Coba-Serie so richtig begeistert: (von links nach rechts) Stephan Enser (TG Würzburg), Konstantin Faltus (TSV Oberschleichach), Max Nötzold (TSG Waldbüttelbrunn), Uli Müller (SV Kürnach) und André Scheer (SB Versbach).
Dieses unterfränkische Quintett ist von der Coba-Serie so richtig begeistert: (von links nach rechts) Stephan Enser (TG Würzburg), Konstantin Faltus (TSV Oberschleichach), Max Nötzold (TSG Waldbüttelbrunn), Uli Müller (SV Kürnach) und André Scheer (SB Versbach). Foto: Jörg Rieger

375 Turniere, knapp 1 000 Starter und 4 657 Teilnahmen: Die erste Auflage der bayernweiten Tischtennis-Turnierserie namens „Commerzbank Sports & More Bavarian TT-Race“ dürfte viele Erwartungen übertroffen haben. Das Finale findet am 22. November im oberbayerischen Ruhpolding statt. Auch unterfränkische Sportler haben sich dafür qualifiziert.

Die Statistik ist das eine, die Köpfe dahinter sind das andere: Allen voran in Unterfranken hat sich die neue „Coba-Turnierserie“ des Bayerischen Tischtennis-Verbandes (BTTV) zu einem abendfüllenden Ereignis entwickelt. „Die soziale Komponente der Turniere war bei uns enorm hoch. Es sind viele Freundschaften entstanden, auch mit Spielern aus anderen Regionen Bayerns“, sagt Uli Müller. Der Wahl-Kürnacher muss es wissen: Müller hat 29 Turniere selbst mitgespielt, deren 20 in der Höllberghalle ausgerichtet und viele weitere als Zuschauer verfolgt. Auch bei den Nachbesprechungen in den Sportgaststätten hat der Fachwart Einzelsport im Kitzinger Tischtenniskreis selten gefehlt.

In Unterfranken gab es zwischen dem offiziellen Startschuss im Januar bis Ende Oktober insgesamt 89 Turniere. Damit liegt der nordwestlichste Regierungsbezirk auf Platz zwei hinter Oberbayern, wo 236 (!) Wettbewerbe stattgefunden haben, und weit vor Schwaben (19). Der TSV Erding bringt es alleine auf 51 ausgetragene Turniere, der SV Kürnach auf immerhin 20, was außerhalb von Oberbayern spitze ist. „Das ist kein 08/15-Wettbewerb, sondern eine Turnierserie von Format“, sagt Stephan Enser. Der passionierte Tischtennis-Spieler der TG Würzburg hat eine umfangreiche Statistik erstellt und sich selbst darin verewigt. Insgesamt 77 Mal ist er an die Platte gegangen – und das überaus erfolgreich. „Mein Ziel war es, in jedem Regierungsbezirk und jedem unterfränkischen Tischtennis-Kreis mindestens einmal zu starten“, erklärt der unterfränkische Bezirksfachwart für Einzelsport.

Dass es mit dem Vorhaben nicht ganz geklappt hat, lag nicht an ihm, sondern daran, dass die Turnierserie nicht in jedem Fleckchen Bayerns Fuß gefasst hat. Für Enser nur ein kleiner Wermutstropfen. Schließlich fährt der promovierte Soziologe am Wochenende vor dem ersten Advent zum Endturnier nach Ruhpolding, wo er gemeinsam mit 14 anderen Qualifizierten um Sachpreise im Wert von rund 3 000 Euro spielt. Dabei geht es freilich auch um Ruhm und Ehre. „Es ist ein langer und steiniger Weg bis nach Ruhpolding gewesen. Da sind die Erwartungen natürlich hoch“, so Enser. Der Würzburger ist nicht der Einzige, der im Chiemgau die unterfränkischen Fahnen hochhält. Auch Konstantin Faltus (TSV Oberschleichach) und André Scheer (SB Versbach), dessen 35 Turniersiege seinesgleichen suchen, gehen beim großen Finale an den Start.

Kurz vor Toreschluss hat zudem Max Nötzold von der TSG Waldbüttelbrunn noch frohe Kunde aus der Münchner Verbandszentrale erhalten. Der 23-jährige Student, der durch die Serie einen großen Leistungssprung gemacht hat, war erster Nachrücker und darf für den verhinderten Ulrich Hartmann (SVN München) einspringen. Damit steigen auch die Chancen auf einen unterfränkischen Triumph in Ruhpolding. In jedem Fall ist es für das hiesige Quartett der krönende Jahresabschluss dieses Wettbewerbs.

Die „Coba-Turnierserie“ soll in jedem Fall auch in den nächsten beiden Jahren fortgeführt werden. „Ich rechne damit, dass wir uns 2015 bayernweit wieder bei 350 bis 400 ausgetragenen Turnieren bewegen“, vermutet Müller: „Einige Spieler werden wohl kürzertreten, dafür andere in die Bresche springen.“ Ingo Bettges dürfte das „Coba-Fieber“ recht schnell wieder packen. Der Spieler des TSV Erding hat es in diesem Jahr auf unglaubliche 134 Teilnahmen gebracht. Nun ja, am Ende werden es sogar 135 sein. Denn Ruhpolding findet natürlich mit Bettges statt.

„Commerzbank Sports & More Bavarian TT-Race“

Mit dem Start im Vorfeld der Bayerischen Meisterschaft im Januar hat der Bayerische Tischtennisverband ein neues Kapitel des Einzelsports aufgeschlagen. Erstmals in Deutschland ist eine Turnierserie ausgespielt worden, an der sich alle Mitgliedsvereine und (fast) alle Spielberechtigten beteiligen konnten. Im Prinzip kann jeder Verein, der mindestens fünf Platten unterbringt, einen solchen Wettbewerb ausrichten. Es spielen jeweils zwischen neun und 16 Spieler etwa drei Stunden lang nach dem Schweizer System, was bedeutet, dass man mit zunehmendem Turnierverlauf verstärkt gegen Kontrahenten auf Augenhöhe spielt.

Meiste Teilnahmen: Ingo Bettges (134, TSV Erding).

Meiste Siege: André Scheer (35, SB Versbach).

Meiste Ausrichtungen: TSV Erding (51).

Kreise mit den meisten Teilnehmern: 1. München-West (77), 2. Kitzingen (57), 3. München-Ost (55), 6. Würzburg (40), 22. Haßberge (16), 26. Schweinfurt (15), 29. Main-Spessart (13), 31. Rhön (11).

Ruhpolding-Qualifizierte (nach Punkten): 1. André Scheer (SB Versbach), 2. Stephan Enser (TG Würzburg), 3. Stefan Weissenbach (TSV München-Ost), 4. Robert Guder (TSV Gars am Inn), 5. Mario Coenen (TSV Ottobrunn).

Ruhpolding-Qualifizierte (nach Teilnahmen): 1. Ingo Bettges (TSV Erding), 2. Alexander Kischkat (TTC Perlach), 3. Bernhard Hess (TSV Stein), 4. Arkadiusz Drozd (TC Lauterbach), 5. Konstantin Faltus (TSV Oberschleichach).

Ruhpolding-Qualifizierte (nach Leistungssprung): 1. Friedemann Bronner (TSV Etting), 2. Michael Roppelt (TSV Erding), 3. Thomas Gfüllner (TSV St. Wolfgang), 4. Ulrich Hartmann (SVN München), 5. Michael Wernz (BCF Wolfratshausen).

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