FUSSBALL: KREISLIGA

Wie Dettelbach die Krise überwinden will

Zeit für einen Neuanfang: Fünf Jahre war Velibor Teofilovic Trainer des TSV Abtswind II, nun ist er in Dettelbach. Foto: Andreas Stöckinger

Seit sieben Spielen sitzt Velibor Teofilovic inzwischen auf der Trainerbank des Fußball-Kreisligisten Dettelbach und Ortsteile. Die Bilanz des neuen Übungsleiters ist positiv: Vier Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. Freilich ist das kein überragendes Ergebnis. Wenn man aber bedenkt, in welchem Zustand sich die Mannschaft befand, als Teofilovic sie Ende August von seinem glücklosen Vorgänger Thomas Freund übernommen hat, erscheint es in einem anderen Licht.

Der 48-Jährige hat das ins Schlingern geratene Dettelbacher Schiff aus dem gröbsten Sturm herausmanövriert – gänzlich hinter sich gelassen hat der Klub die Schlechtwetterfront aber längst noch nicht. Gerade nach dem vergangenen Wochenende zogen wieder besorgniserregende Winde auf in und um Dettelbach – und nach dem 1:8-Debakel gegen den SC Schwarzach hoffen die Verantwortlichen, dass sich diese nicht zu einem Orkan ausweiten.

„Ich muss mit der Mannschaft nochmal darüber reden, was los war. Wir waren in dem Spiel höchstens körperlich anwesend“, erklärt Teofilovic mit Blick auf den verhuschten Auftritt seiner Elf. Der habe es schon an den Grundlagen gefehlt. Nicht einmal die Zweikämpfe seien angenommen worden, kritisiert der Bosnier.

Für Teofilovic ist das umso unverständlicher, als er die Mannschaft bereits auf dem richtigen Weg wähnte. Erst in der Woche zuvor – bei ihrem 2:1-Erfolg in Eibelstadt – hatte sie laut Trainer ihr „mit Abstand bestes Saisonspiel“ gemacht. Doch der folgende Leistungseinbruch zeigt, wie fragil das Dettelbachs Gesamtgebilde noch zu sein scheint.

Unter Teofilovics Vorgänger Thomas Freund war die Mannschaft vergangene Saison sang- und klanglos aus der Bezirksliga abgestiegen. Dazu hatte sie mit vier Niederlagen einen absoluten Kaltstart in diese Kreisliga-Saison hingelegt. Freund hatte sich schon nach einem 0:5 gegen den SC Lindleinsmühle am ersten Spieltag aus seinem Amt verabschiedet – und eine Mannschaft an Teofilovic übergeben, für die Selbstvertrauen in dieser Phase ein Fremdwort war.

Demnach musste sich dieser nach seiner Ankunft erst einmal als Aufbauhelfer in der Not betätigen. Viele Einzelgespräche habe er geführt, um seinen Spielern wieder Vertrauen einzuhauchen, sagt der frühere Angreifer, der beim FC Schweinfurt 05 einst sogar den Sprung in die zweite Bundesliga geschafft hatte.

Teofilovics Einsatz als Psychologe zeigte Wirkung. Dettelbach gewann die ersten beiden Spiele unter seiner Regie, darunter war ein 4:2-Sieg beim SV Heidingsfeld. „Wenn der Kopf frei ist, sind wir in der Kreisliga ein Spitzenteam“, sagt der Coach überzeugt. Der Wille, aus der Krise zu kommen, sei im ganzen Verein zu spüren, weshalb er sich in seiner Entscheidung, das Traineramt zu übernehmen, bestätigt sehe.

Das Problem: Mental scheint das Team noch nicht stark genug, um die vorhandene Qualität dauerhaft abzurufen. So kommt es Teofilovic darauf an, für Stabilität zu sorgen. Damit meint er speziell, das eigene Tor zu sichern. Mit defensiver Kompaktheit will der Trainer bis zum Winter den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößern und seinen Jungs dann in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte seine Spielidee näherbringen. Die basiert auf schnellem Umschaltspiel aus einer stabilen Verteidigung heraus.

Doch ehe Teofilovic, der fünf Jahre die Reserve des TSV Abtswind betreut hat, an diesen Stellschrauben präzise drehen kann, ist für den Klub in der aktuellen Lage vor allem eins von Bedeutung: punkten – egal wie. An diesem Sonntag hat das Team die Chance, mit dem SV Bütthard einen Konkurrenten im Tabellenkeller deutlich zu distanzieren. Teofilovic stellt sich auf ein hartes Stück Arbeit ein. „Das wird nicht einfach. Wir müssen geduldig sein und uns gegenüber dem Spiel gegen Schwarzach um 150 Prozent steigern.“

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