Abtswind

Abtswind zwingt die Gesetze

Zwei, die sich gut verstehen: die Trainer Thorsten Götzelmann (Abtswind, links) und Thomas Kaiser (Höchberg).
Foto: andreas Stöckinger | Zwei, die sich gut verstehen: die Trainer Thorsten Götzelmann (Abtswind, links) und Thomas Kaiser (Höchberg).

Das 2:0 für den TSV Abtswind war kaum gefallen, da blies Schiedsrichter Mario Hofmann in seine Pfeife. Ohne Nachspielzeit beendete er ein sehr intensives Spiel, in dem die TG Höchberg dem Tabellenführer alles abverlangte. Das zeigte sich auch in den Bildern gleich nach dem Abpfiff: Mancher der Abtswinder Akteure sank erst einmal völlig ausgepumpt zu Boden, zum Beispiel Philipp Hummel. „Das ist Landesliga-Fußball! Ganz stark, Philipp“, gab TSV-Interimstrainer Thorsten Götzelmann dem noch Liegenden mit auf den Weg.

Der Torschütze zum 1:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte gerade die volle Portion Fußball hinter sich, wie sie Götzelmann fördert und fordert. Viel Bereitschaft zum Kämpfen und Laufen und nicht gleich mit größtem Risiko nach vorne rennen: Das ist die Idee des Trainers von Erfolg. Zusammenhalten, alle müssen an ihre körperliche Grenze gehen, so nannte er es später in der Pressekonferenz. So mussten auch die Offensivkräfte wie Hummel, Frank Hartlehnert oder Daniel Endres mithelfen, die Null zu halten.

„In letzter Zeit hat die Mannschaft zu einfach zu viele Gegentore bekommen. Dafür will ich eine taktische Lösung finden“, hatte Götzelmann zuvor in der Stadionzeitung geschrieben. Die Folge war, dass der TSV die Schotten dicht machte. Eine Dreierkette mit Mathias Brunsch, Sven Gibfried und Adrian Graf verteidigte, auf den Seiten verstärkten Michael Herrmann und Lukas Wirth den Verbund. Und vorne, da hilft schon irgendwer, diesmal allerdings nicht Pascal Kamolz, der angeschlagen auf der Bank saß. Als Brunsch später verletzt raus musste und beim eingewechselten Daniel Hämmerlein eine Zerrung wieder aufbrach, ging Kamolz auf die Sechserposition und stellte sich so ebenfalls in den Dienst der Mannschaft.

Die Höchberger boten über weite Phasen die bessere Spielanlage, auch weil sie unbekümmert und ohne Druck auftreten konnten. Abtswind merkte man an, dass der Druck manches erschwerte. „Wir hatten nichts zu verlieren, wollten uns hier fortbilden, mutig spielen, frühzeitig stören mit aggressivem Pressing“, beschrieb TGH-Trainer Thomas Kaiser seine Spielidee.

Immer wieder musste Abtswind auf der Hut sein, so richtig gefährlich wurde es nur zu Beginn, als David Bröer beim Konter und Doppelpass mit Ferdinand Hansel zum Abschluss kam. TSV-Torwart Warschecha lenkte den Ball zur Ecke (8.), später musste Warschecha Kopf und Kragen gegen Bröer riskieren (31.), um Schlimmeres zu verhindern. Abtswind genügte eine Chance zur Führung. Daniel Endres traf den Ball beim Schuss im Strafraum nicht voll, die Kugel rollte zu Philipp Hummel, und der schob aus sechs Metern zum 1:0 ein (42.), aus heiterem Himmel, wie es heißt.

Im zweiten Abschnitt nahm Höchbergs Druck mehr und mehr zu. Erst verpasste Rene Riebe nur knapp den Ball (53.), dann lenkte TSV-Torwart Warschecha den außen scharf aufs Tor gezogenen Freistoß von Daniel Woller gerade noch über den Balken (56.). Abtswind taumelte, stand mit Fünferkette hinten und reagierte nur noch. Selten vermochte sich der Tabellenführer für längere Zeit Luft zu verschaffen. Aber das Bollwerk hielt. „In der zweiten Halbzeit musste man über den Schweinehund gehen. Wir hätten auch das 1:0 über die Bühne gebracht“, erklärte Innenverteidiger Sven Gibfried.

In der letzten Minute zog der flinke Hartlehnert noch einmal in Richtung TG-Strafraum, der Ball gelangte zu Adrian Dußler. Der schlug einen Haken und traf so platziert wie flach von außen ins lange Eck. „Dass es am Ende 2:0 ausgeht, das sind die Gesetze des Fußballs. Wir haben uns heute nichts vorzuwerfen, ich kann mit unserer Leistung gut leben“, stellte Gästetrainer Kaiser fest. Zur vollen Zufriedenfeld fehlten nur die Tore. Thorsten Götzelmann sagte, er wolle natürlich „schönen Fußball“ sehen. Doch letztlich zähle der Erfolg. In dieser Phase der Saison sowieso mehr denn je.

Die Statistik des Spiels

TSV Abtswind – TG Höchberg 2:0 (1:0)

Abtswind: Warschecha – Brunsch (45. Hämmerlein, 70. Kamolz), Gibfried, Graf – Lukas Wirth (50. Jürgen Endres), Herrmann, Wirsching, Dußler, Hartlehnert, Hummel – Daniel Endres.

Höchberg: Riegler – Moser, Riedner, Grünewald (46. Woller) – Unger, Karl, Alexander Priesnitz, Hippacher, Hansel – Riebe (76. Manuel Priesnitz), Bröer.

Schiedsrichter: Hofmann (Forchheim).

Zuschauer: 245.

Gelbe Karten: Dußler; Hansel.

Tore: 1:0 Philipp Hummel (40.), 2:0 Adrian Dußler (90.).

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