Kitzingen

Warum es für Bayern Kitzingen kein verlorenes Jahr ist

Mit großen Ambitionen war Bayern Kitzingen in diese Kreisliga-Saison gestartet. Und nun? Ist das Ziel erst einmal verfehlt. Was den Verantwortlichen Hoffnung macht.
Tüfteln für den Neuanfang bei  Bayern Kitzingen: die Trainer Tim Reiner (links) und Thomas Hofmann.
Foto: Hans Will | Tüfteln für den Neuanfang bei  Bayern Kitzingen: die Trainer Tim Reiner (links) und Thomas Hofmann.

"Wir sind ambitioniert in diese Saison gestartet und wollten bis zum Ende um einen der ersten beiden Plätze mitspielen. Wenn wir die Tabelle heute anschauen, haben wir dieses Ziel verfehlt", sagt Tim Reiner, Spielertrainer des Fußball-Kreisligisten Bayern Kitzingen, kritisch. Zu groß ist bereits der Abstand auf die in der Tabelle führende Konkurrenz.

Der Grund, weshalb es in dieser Saison nicht für ganz oben reichen wird, lag im vergangenen Herbst. "Die Probleme waren hausgemacht. Es hat teilweise nicht mehr in der Mannschaft gestimmt", erklärt Reiner. Eine schlechte Stimmung habe sich damals innerhalb des Teams verbreitet. Das schlug sich auf dem Platz und in den Ergebnissen nieder.

Die letztjährige Winterpause kam den im sportlichen Bereich Verantwortlichen daher wie gerufen. "Wir haben uns geputzt und geschüttelt", sagt Reiner. Dem schloss sich eine "sehr gute Vorbereitung" auf die restliche Runde an, die aufgrund der Corona-Beschränkungen allerdings erst Mitte September fortgesetzt wurde.

Der Weg stimmt, das Ergebnis manchmal noch nicht

"Nach der langen Pause wussten wir natürlich nicht mehr, wo wir stehen", gibt er zu. Vier Spiele absolvierten die Kitzinger Bayern seitdem. Es gab zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage. Selbst nach den Spielen, die sie nicht gewinnen konnten, war Reiner "zufrieden mit unserem Auftreten" und stellt fest: "Der Weg, den wir eingeschlagen haben, stimmt."

Die Mannschaft bestehe jetzt aus einigen erfahrenen Spielern, die schon in der Landesliga für die Kitzinger Bayern gespielt hatten, und vielen Talenten. Frühere Leistungen zählten nicht mehr als Argument, aufgestellt zu werden: "Wir brauchen keine Spieler, die mal Bayern- oder Landesliga gespielt haben, und glauben, dass die Kreisliga mit halbem Einsatz funktioniert, sondern junge Spieler, die Potenzial mitbringen und sich entwickeln wollen."

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Die Entwicklung der Mannschaft beschreibt Sportleiter Erwin Klafke an einem Beispiel: "Als wir vor zwei Jahren angefangen haben, lagen das Netz mit Bällen, der Trikotkoffer und die Hütchen herum, und 30 Leute liefen daran vorbei, ohne sie mitzunehmen. Inzwischen regelt es sich von selbst, wer von uns diese Sachen mitnimmt."

Er vermutet, dass es im ersten Jahr des Neuanfangs in der Kreisliga vielleicht etwas zu schnell gegangen sei. "Dass wir nach fünf Relegationsspielen am Ende mit leeren Händen dastanden, hat den einen oder anderen runtergezogen", sagt Klafke. Auch er erkennt große Fortschritte: "Wir sind im sportlichen Bereich viel besser aufgestellt als vor zwei Jahren."

Nach wie vor dürfe es der Anspruch des Vereins sein, wieder höherklassig antreten zu können, findet Tim Reiner. Ob dies in drei oder in fünf Jahren der Fall sei, darauf möchte er sich nicht festlegen: "Mittelfristig sollte ein Kitzinger Verein im höheren Amateurfußball vertreten sein." Obwohl die Kitzinger Bayern ihr gesetztes Ziel in der Kreisliga nicht mehr erreichen können, erklärt ihr Trainer: "Ein verlorenes Jahr war es trotzdem nicht."

Für die Bayern ist der Ligapokal die zweite Chance

Da über die Liga wohl andere aufsteigen, sieht Reiner den neu geschaffenen Ligapokal als zweite Chance für seine Mannschaft: "Wir sehen darin den Reiz, so weit wie möglich zu kommen, um die Spannung auch im neuen Jahr so hoch wie möglich halten zu können. Wir wollen die Zwischenrunde auf jeden Fall erreichen." Denn auch der Sieger dieses Wettbewerbs, an dem alle 32 Kreisligisten aus dem Spielkreis Würzburg teilnehmen, steigt auf.

Aus dieser für ihn willkommenen Gelegenheit will Reiner einen Ansporn für die nächste Wintervorbereitung ziehen: "Wie könnte ich die Jungs denn motivieren, wenn sie sich nur noch auf Spiele um die 'Goldene Ananas' vorbereiten würden."

Die Folgen der Corona-Beschränkungen gehen aber nicht spurlos am Bleichwasen vorbei. Die Absage der Etwashäuser Kirchweih "hat uns ein Loch in den Geldbeutel gefressen", gibt Klafke zu, der in der spielfreien Zeit "auf allen 'Traumrunden' im Landkreis gewandert" sei. An diesem Sonntag wird er nun wieder das tun, was er 30 Jahre lang an fast jedem Wochenende getan habe: beim Heimspiel gegen Marktbreit/Martinsheim auf dem Sportplatz stehen.

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