Sinsheim

Leverkusen nur Unentschieden bei 1899 Hoffenheim

Zweikampf       -  Hoffenheims Georginio Rutter (l) und Leverkusens Sven Bender in Aktion.
Foto: Uwe Anspach/dpa | Hoffenheims Georginio Rutter (l) und Leverkusens Sven Bender in Aktion.

Die Werkself musste sich am Montag im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Hannes Wolf mit einem 0:0 bei der TSG 1899 Hoffenheim begnügen und verharrt damit als Sechster zwei Punkte hinter Borussia Dortmund. Die ersehnte Rückkehr in die Champions League dürfte für Bayer nach dem Punktverlust im vorerst letzten Bundesliga-Montagsspiel vor der Abschaffung im Sommer endgültig vom Tisch sein. Seinen Auftakt hatte Trainer Wolf noch mit 2:1 gegen den FC Schalke 04 gewonnen.

Hoffenheim und der immer mehr in der Kritik stehende Cheftrainer Sebastian Hoeneß verhinderten immerhin die vierte Liga-Niederlage in Serie, müssen sich aber im Saisonendspurt deutlich steigern, um nicht doch noch in den Abstiegskampf zu geraten. Die Offensivdarbietungen beider Teams - vor allem aber die der Gastgeber - waren auf einem ganz schwachen Niveau. Dabei hatte Hoeneß kurz vor der Partie bei DAZN noch zuversichtlich angekündigt: „Wir wollen aktiv sein.”

Seine Mannschaft aber startete passiv und defensiv - und schaffte es auch bis zum Schlusspfiff nicht mehr aus der Harmlosigkeit und Lethargie. Nach den jüngsten Niederlagen (0:2 in Stuttgart, 1:2 gegen Mainz, 1:2 in Augsburg) fing in Ihlas Bebou nur ein nomineller Stürmer an. Andrej Kramaric, Ishak Belfodil und Munas Dabbur saßen anfangs auf der Bank. Doch selbst die erzwungene frühe Hereinnahme des kroatischen WM-Zweiten Kramaric änderte nichts am tristen Bild.

Aktiver und engagierter als seine Spieler zeigte sich Hoeneß, der in einer Szene den Schiedsrichter-Assistenten verbal anging („Klar im Abseits! Nicht auf der Höhe, mein Freund”). Auf dem Rasen wirkten die Hoffenheimer eher uninspiriert. Vereinzelte Steilpässe nach vorne endeten zu oft im Nichts. Bei der noch besten und einzigen halben Chance der ersten Hälfte verpasste Christoph Baumgartner aus vielversprechender Position eine Flanke von Pavel Kaderabek (30.).

Mit der Einwechslung von Kramaric (38.) reagierte Hoeneß zwar auf die Verletzung von Nationalspieler Sebastian Rudy, versuchte damit aber natürlich auch die Offensive zu beleben. Insgesamt aber blieben die Gastgeber zu blass und leisteten sich zu viele Fehler. Kein einziger Torschuss in Halbzeit eins war in Hoffenheims Bundesliga-Historie nach Angaben des Datendienstleisters Opta zuvor erst einmal vorgekommen: im April 2010 gegen Borussia Dortmund.

Die etwas bessere von zwei fahrigen Mannschaften waren die Leverkusener, die immerhin zu ein paar wenigen Möglichkeiten kamen. Das zuletzt von Bundestrainer Joachim Löw nominierte Top-Talent Florian Wirtz schlug im Strafraum einen Haken zu viel (19.), Moussa Diaby zögerte zu lange (24.). Charles Aranguiz scheiterte mit seinem Linksschuss am gut reagierenden TSG-Schlussmann Oliver Baumann (25.).

Erst seien die „Basics” dran, dann komme „das Spielerische oben drauf”, hatte es der zunächst bis zum Saisonende vom DFB ausgeliehene Bayer-Coach Hannes Wolf formuliert. Doch auch nach einer Stunde war nicht allzu viel als spielerisches Sahnehäubchen dazugekommen.

Sein erstes Spiel für Bayer hatte Peter-Bosz-Nachfolger Wolf gegen den Tabellenletzten FC Schalke 04 noch gewonnen, doch auch die nächste Möglichkeit zur Führung konnte Diaby nicht nutzen (57.). Wendells Schuss stellte Baumann nicht vor Probleme (72.). In der Nachspielzeit prüfte der eingewechselte Leon Bailey mit einem abgefälschten Schuss den Hoffenheimer Keeper, aber Baumann reagierte und sorgte dafür, dass es beim torlosen Remis am Montagabend blieb.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-178843/3

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