Leverkusen

Löw-Fehlen für Bayer-Kandidaten eher Glück

Bayer Leverkusen       -  Die Leverkusener trennten sich gegen den FSV Mainz 2:2.
Foto: Federico Gambarini/dpa | Die Leverkusener trennten sich gegen den FSV Mainz 2:2.

Für die EM-Kandidaten von Bayer Leverkusen war es gar nicht so schlecht, dass Joachim Löw dieses 2:2 gegen den FSV Mainz 05 doch nicht im Stadion verfolgte.

Denn der Bundestrainer verpasste durch seine „Probleme bei der Anreise” zumindest vor Ort das laut Bayer-Coach Peter Bosz „schlechteste Spiel, das ich von meiner Mannschaft gesehen habe”.

Löw wollte eigentlich ein Bayer-Quartett um Jungstar Florian Wirtz (17) beobachten, das keinen guten Tag erwischte. Leverkusen verlor gegen den Vorletzten nach ordentlicher erster Halbzeit - die Bosz auch schon schlecht fand - komplett die Kontrolle über die Partie. Und verschenkte eine 2:0-Führung durch Lucas Alario (14.) und Patrik Schick (84.) mit späten Gegentoren von Robert Glatzel (89.) und Kevin Stöger (90.+2). „Das macht mir natürlich Sorgen”, gestand Bosz, dessen Team nach nur acht Punkten aus den jüngsten neun Spielen die Champions League erneut zu verspielen droht.

Auffallend ist, dass Bosz, der sich normalerweise immer vor seine Spieler stellte, diese in den letzten Wochen relativ unbarmherzig kritisiert. „Wir haben so langsam gespielt”, klagte der Niederländer: „Wir hatten viele Hoppel-Pässe. Alles, was wir normal super machen, haben wir nicht gut gemacht.”

Dabei durften sich auch die Löw-Kandidaten angesprochen fühlen. Der in den letzten Wochen so starke Wirtz und der erst in der 72. Minute eingewechselte Nadiem Amiri brachten als Doppel-Acht in der Schlussphase nicht genug Stabilität im Zentrum und gingen mit unter. Der für alle acht Länderspiele 2020 nominierte Jonathan Tah war bei den späten Gegentoren zwar schon nicht mehr auf dem Feld, das allerdings, weil er zuvor ein rotgefährdeter Unsicherheitsfaktor war. Confed-Cup-Sieger Kerem Demirbay machte aus dem Quartett mit Abstrichen den besten Eindruck, wurde aber für Amiri ausgewechselt und ist für Löw ohnehin wohl kein ernsthafter Kandidat mehr.

Ex-Nationalspieler Sven Bender absolvierte zwischen 2011 und 2013 sieben Länderspiele unter Löw. Am Samstag kam der 31-Jährige, der am Saisonende seine Karriere beendet, nach langer Verletzung zum ersten längeren Einsatz seit Ende November. Er sollte die wankende Mannschaft stabilisieren, letztlich schlug er den Ball vor dem 2:2 unglücklich vor die Füße von Stöger. „Wenn es jemandem hilft, nehme ich das auf meine Kappe”, sagte Bender: „Aber was soll ich machen? Ich wollte klären, bevor der Spieler hinter mir ihn reinmacht.”

Insgesamt habe sein Team „das gekriegt, was wir uns im negativen Sinne erarbeitet haben”. Weswegen Bosz auch „richtig sauer” war. Mit dem kurzfristigen Fehlen Löws habe das freilich „nichts zu tun”. Es könnte für die EM-Chancen all seiner Nationalmannschafts-Kandidaten aber durchaus von Vorteil sein, wenn Löw sie bei einem anderen Spiel live begutachtet.

© dpa-infocom, dpa:210214-99-435301/2

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