LEICHTATHLETIK: STRASSENLAUF

Schnelle Frauen machen den Männern Beine

Bereits beim Start des 15-Kilometer-Rennens tummelten sich die späteren Sieger, Leonardo Ortolano (vorne rechts, Nummer 229) und Laura Zimmermann (ganz links, Nummer 143), ganz vorne. Foto: Julien Christ/christ.pictures

Öfter mal was Neues: Dies galt für die 28. Auflage des traditionsreichen Sparkassen-Staustufenlaufs in Karlstadt in besonderem Maße. Denn nie zuvor stand das Ergebnis des Frauenwettbewerbs über 15 Kilometer so im Fokus. Während bei den Männern Leonardo Ortolano (Laufstil Running Team) in eher unspektakulären 51:41 Minuten vor dem Würzburger Filmon Habtemikael (52:04) und Rene Amtmann (TSV Thüngersheim) gewann, setzte die Triathletin Laura Zimmermann (SV 05 Würzburg) ein echtes Ausrufezeichen.

Exakt 57 Minuten

In exakt 57 Minuten schaffte sie eine exzellente Siegerzeit, die in der Geschichte des Staustufenlaufes bisher nur einmal im Jahr 2011 von der Neu-Isenburgerin Veronika Ulrich mit dem Fabel-Streckenrekord von 56:21 Minuten unterboten worden war. „So schnell wollte ich eigentlich gar nicht laufen“, zeigte sich die Ausdauerspezialistin im Ziel von ihrer schnellen Zeit selbst überrascht: „Aber die Männer haben mich super mitgezogen!“

Doch nicht nur die Siegerzeit bei den Frauen ließ aufhorchen, sondern auch die der Zweitplatzierten Leonie Theis vom TV Ochsenfurt, denn mit 59:18 Minuten blieb auch sie unter der begehrten Ein-Stunden-Marke, was in der Frauen-Konkurrenz stets ein hochklassiges Resultat bedeutet. Da hatte dann selbst die Einheimische Franziska Krull (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) in immer noch guten 61:48 Minuten am Ende das Nachsehen und zollte den beiden Erstplatzierten ihren Respekt: „Gratulation, die sind einfach klasse gelaufen.“

Nur zwölf Männer schneller

Wie bemerkenswert Laura Zimmermann, die sich derzeit auf den internationalen Mitteldistanz-Triathlon in Rom im Mai gezielt vorbereitet, gelaufen ist, unterstreicht die Tatsache, dass lediglich zwölf Männer in dem 188 Teilnehme starken Feld schneller als sie waren.

Schnellster Main-Spessart-Läufer war als Fünftplatzierter Marco Haas (TSV Rechtenbach) in 54:27 Minuten, Michael Kißner (TuS Frammersbach) konnte sich als Elfter in 56:43 Minuten gerade noch vor der schnellsten Frau einordnen.

Über den Altersklassensieg in der Seniorenklasse M45 konnte sich Ludwig Schraut (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) in 58:34 Minuten ebenso freuen wie Michael Amann (LG Lohr) bei der M50 in 58:52 Minuten sowie bei den Seniorinnen Heide Pototsky (RV Viktoria Wombach) in der W55 in 1:17:47 Stunden.

Gute Senioren-Platzierungen erreichten weitere Main-Spessart-Läufer: Nadine Preuss (TuS Frammersbach) als Zweite der W40 in 1:3:29 Stunden, Peter Weissenberger (LG Eußenheim) als Drittplatzierter der M45 in 60:42 Minuten, Lucia Herr (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) als Zweite der W45 in 1:13:44 Stunden sowie Karsten Roth (LG Lohr) als Dritter der M50 in 60:34 Minuten. Als einer der ältesten Teilnehmer lief Wolfgang Tröster (TSV Karlstadt) in der M70 in 1:23:58 Stunden als Dritter ein bemerkenswertes Rennen.

Junger Sieger über die Halbdistanz

Wie beliebt die Halbdistanz, der Lauf über 7,5 Kilometer, mittlerweile geworden ist, beweist die Rekordteilnehmerzahl von 97 Läuferinnen und Läufern. Und wie gerade die Halbdistanz auch für die jüngeren Nachwuchsathleten ein Gradmesser ihres Leistungsvermögens darstellt, untermauerte der Rennverlauf. Denn mit dem Dörlesberger Anthony Hildenbrand dominierte ein jugendlicher U-20-Athlet das Renngeschehen und gewann in 25:01 Minuten vor dem mittlerweile 50-jährigen Carsten Schmidt (LG Haßberge).

Schmidt wiederum hatte in der Vergangenheit die Aufmerksamkeit als gleich mehrfacher Sieger des Staustufenlaufes auf sich gezogen. Hinter ihm reihte sich mit dem ebenfalls noch der U20 angehörenden Jonas Kreckel (SV 05 Würzburg) in 25:45 Minuten ein weiterer Nachwuchsmann ein.

Die Parallelität zu den Männern war bei den Frauen festzustellen. Auch siegte die U-20-Juniorin Jana Vollert (TG Schweinfurt) in 28:22 Minuten vor der Einheimischen Nachwuchshoffnung Johanna Beck (LG Karlstadt-Gambach-Lohr), die erstmals überhaupt diese lange Distanz in Angriff genommen hatte. In 29:41 Minuten legte die Hindernisläuferin nach einem Klimalehrgang in Portugal mit dem C-Kader des Deutschen Leichtathletik-Verband eine gelungene Premiere beim Staustufenlauf hin.

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