FUSSBALL: TOTO-POKAL

Erlebnis statt Ergebnis für den TSV Lohr

Rund 700 Zuschauer sahen die Totopokal-Erstrundenpartie zwischen dem TSV Lohr (vorne Ferat Demir) und dem 1. FC Schweinfurt 05 (hinten Julius Landeck). Foto: Yvonne Vogeltanz

Die Szene rund eine Viertelstunde nach Abpfiff der Pokalpartie zwischen dem TSV Lohr und dem FC Schweinfurt 05 am Mittwochabend ist bezeichnend: Mitten auf dem Feld stellen sich die beiden Mannschaften zu einem Erinnerungsfoto auf, alle Spieler lachen in die Kameras – sowohl die Gäste, die ihrer Favoritenrolle beim 4:1 (2:0)-Sieg gerecht geworden waren, wie auch die unterlegenen Gastgeber.

„Es hat Spaß gemacht auf dem Feld. Man hat gemerkt, dass Schweinfurt sehr professionell ist, aber es war eine gute Atmosphäre“, sagt Lohrs Kapitän Julian Genheimer. Für ihn und auch seine Teamkollegen sei die Partie gegen den Regionalligisten etwas Besonderes gewesen.

Klar war der Bezirksligist als Außenseiter in die Begegnung gegangen. „Wir haben unbekümmert Angst drauf losgespielt“, meinte der TSV-Kapitän – und ohne Angst. Dies merkte man von Beginn an. Die Gastgeber versteckten sich gegen den FC 05 keineswegs, sondern zeigten bis zum Ende eine engagierte Vorstellung. Freilich hatten die Gäste spielerisch klare Vorteile und lagen nach einer knappen halben Stunde bereits mit 2:0 vorne. Dies hielt den Lohrer Stadionsprecher Marc Nötscher jedoch nicht davon ab, zwischenzeitlich auch das Positive seitens der Hausherren hervorzuheben. „Es steht 2:0 für den TSV Lohr – nach Ecken“, verkündete Nötscher nach einer guten halben Stunde mit einem Schmunzeln.

Hatte Lohrs Polizeichef Wolfgang Remelka, der an diesem Abend keine Auffälligkeiten verzeichnete und dem Organisationsteam des TSV ein großes Lob aussprach, während der Halbzeitpause zumindest auf den Ehrentreffer für die Gastgeber gehofft, wurde sein Wunsch in der 70. Minute erfüllt. Nach einem Eckball von Ugur Sen köpfte der kurz zuvor eingewechselte Lohrer Spielertrainer Christian Schmitt das Leder zum 1:3 in die Maschen. Und so hatte ein Großteil der rund 700 Zuschauer an diesem Abend doch noch die Gelegenheit zum Jubeln. Am Ende erhöhte der FC zwar noch auf 4:1, der TSV zog sich aber dennoch achtbar aus der Affäre.

„Ich denke, wir können erhobenen Hauptes vom Feld gehen“, sagte TSV-Spielertrainer Christian Schmitt zufrieden. Denn das Ziel, zumindest ein Tor zu erzielen, hatte sein Team erreicht. Gleichwohl stellte Schmitt anerkennend fest, dass man die drei Klassen Unterschied beim Gegner gemerkt habe. „Die Passschärfe der Schweinfurter hat mich am meisten beeindruckt. Das ist genau das, was ich meinen Spielern immer predige“, meinte er nach dem außergewöhnlichen Erlebnis am Mittwochabend. An diesem Freitag kehrt mit dem Training wieder der Alltag ein. Die Frage, ob er nach einem solchen Spiel Probleme habe, seine Mannschaft für den Ligabetrieb wieder zu motivieren, beantwortete er mit einem klaren „Nein“. Immerhin steht am Sonntag für den mit zwei Siegen glänzend in die Saison gestarteten TSV der Vergleich mit Mitaufsteiger SSV Kitzingen auf dem Programm.

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