FUSSBALL: KREISLIGA WÜ 2

Philipp Hölzer sieht Luft nach oben

Der Spielertrainer des Kreisligisten FV Steinfeld/Hausen-Rohrbach hat Freude bei seinem neuen Klub und will einige Neuerungen umsetzen.
Er will den Jüngeren erst einmal den Vortritt lassen: Spielertrainer Philipp Hölzer vom FV Steinfeld/Hausen-Rohrbach. Foto: Yvonne Vogeltanz

Seit Beginn dieser Saison hat Philipp Hölzer beim Kreisligisten FV Steinfeld/Hausen-Rohrbach das Amt des Spielertrainers inne. Der 30-Jährige ist zwar in Gräfendorf beheimatet, ganz im Norden des Landkreises, dennoch ist er in Main-Spessarts Fußballszene bislang eher unbekannt.

Die fußballerischen Wurzeln hat Hölzer bei seinem Heimatverein SV Gräfendorf, wo er in der Jugend und zunächst auch im Aktivenbereich kickte. Danach wechselte er zum FC Thulba und zum FC Fuchsstadt in den benachbarten Landkreis Bad Kissingen, wo er jeweils in der Bezirksliga höherklassige Erfahrung sammelte.

Philipp Hölzer (links) im Trikot des Bezirksligisten FC Thulba. Foto: Thomas Sturm

Und wie kam der 30-Jährige, der beim Karlstadter Bauunternehmen Liebstückel arbeitet, zu seiner Tätigkeit als Spielertrainer auf der Fränkischen Platte? "Ich habe in den vergangenen Jahren bereits öfter Angebote bekommen, eine Mannschaft als Spielertrainer zu übernehmen", erklärt Hölzer, der mit seiner Ehefrau in der Freizeit gerne wandert. "Ich persönlich war kein Freund von Spielertrainern", gibt der Gräfendorfer jedoch offen zu und fügt an, dass es durchaus von Vorteil sei, wenn man sein Team von außen an der Linie coachen kann.

Meist sei der Wunsch der Vereine nach einem spielenden Übungsleiter vor allem in der Personalsituation begründet, so Hölzer. Die Anfrage der beiden FV-Verantwortlichen Sebastian Egert und Jürgen Gehrling habe jedoch nicht von der personellen Situation hergerührt. Denn der Fusionsverein habe einen breiten Kader. "Steinfeld hat explizit einen Spielertrainer gesucht, weil es der Wunsch der Mannschaft war", berichtet Hölzer, der nach kurzer Bedenkzeit seine Zusage gab. "Es ist meine erste Trainerstation - da muss alles passen und ich muss zu 100 Prozent dahinterstehen", begründet er seine Überlegungen und ergänzt, dass er sehr gut aufgenommen worden sei und seinen Entschluss bislang nicht bereut habe.

Mehr Wert aufs Spielerische

Nachdem der Fusionsverein die vergangene Saison auf dem achten Platz beendet hatte, mit großem Vorsprung auf die Relegationsränge, startete man mit dem Saisonziel "gesichertes Mittelfeld" in die neue Runde. Derzeit rangiert die Mannschaft von Hölzer auf dem elften Rang, mit gerade einmal drei Punkten Abstand zum Relegationsplatz. Als Grund hierfür nennt er zum einen, dass die Liga in dieser Saison deutlich ausgeglichener sei als zuvor. Denn mit Bezirksliga-Aufsteiger TSV Lohr sei eine sehr gute Mannschaft weg, zudem seien mit dem FC Wiesenfeld-Halsbach, dem TSV Duttenbrunn und dem TSV Eisingen drei gute Aufsteiger hochgekommen. Aber auch die Umstellung des Spielsystems in seinem Team führt er an. "Wir wollen mehr Wert aufs Spielerische legen, was die letzten Jahre nicht so praktiziert wurde", erläutert er seine Philosophie und lobt die stetigen Fortschritte beim Training und auch im Spiel.

Als Ursache für die schwache Punkteausbeute sieht er neben der Umstellung des Spielsystems aber auch die Tatsache, dass seine Mannschaft gegen starke Gegner zwar oft gute Spiele abgeliefert habe, aber meist nichts Zählbares mitnehmen konnte. "Gegen schwächere Mannschaften haben wir uns oftmals angepasst, auch schlecht gespielt und wieder nichts mitgenommen", beschreibt er die Problematik.

Als Stärke nennt Hölzer die "Spielintelligenz". Seine junge Mannschaft wolle einen schönen, schnellen Fußball zeigen. Die individuellen Fehler, die meist zu Gegentoren führten, gelte es abzustellen. "Es ist Luft nach oben", meint er und gibt offen zu, dass der derzeitige Tabellenplatz nicht das sei, was man sich vorgestellt habe.

Das Sportgelände in Steinfeld

An diesem Sonntag (14 Uhr in Steinfeld) erwartet er mit seinen Jungs den starken Aufsteiger aus Duttenbrunn zum Derby. "Ich ziehe meinen Hut vor Duttenbrunn. Da sieht man, was auch in einem Dorf, wo fast nur Einheimische spielen, möglich ist", zollt er dem anstehenden Gegner, den man im Hinspiel knapp mit 1:0 besiegte, Respekt.

Erfahrener Co-Trainer

"Wir werden auf Sieg spielen", lautet die Ansage des FV-Spielertrainers, der mit dem aus Thüngersheim stammenden Jochen Möhricke einen erfahren Co-Trainer an der Seitenlinie hat. Aller Voraussicht nach kann Hölzer am Sonntag im letzten Spiel vor der Winterpause personell aus dem Vollen schöpfen, so dass er das Geschehen, wie zuletzt auch, wohl wieder von der Bank aus verfolgen wird. "Mit meinen 30 Jahren bin ich einer der Älteren, da will ich den jungen Spielern den Vortritt lassen", begründet der in der Offensive beheimatete Spielertrainer die Aufstellung und fügt mit einem Schmunzeln an: "Natürlich bin ich eine Option, um nochmals Akzente nach vorne zu setzen. Doch das war im letzten Spiel nicht nötig." Denn da siegte seine Mannschaft, die seit drei Spieltagen ungeschlagen ist, auch ohne sein Zutun mit 3:0 im Derby gegen den FC Wiesenfeld-Halsbach.

Schlagworte

  • Steinfeld
  • Heidi Vogel
  • Freude
  • Heimatvereine
  • Individualismus
  • TSV Eisingen
  • TSV Lohr
  • Vereine
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!