LEICHTATHLETIK: SPORTFEST

Mia Weißhaars Sprint führt an die Ostsee

Schnell unterwegs: Mai Weißhaar von der LG Karlstadt-Gambach-Lohr. Foto: Felbinger

Mitunter können auch Sportschützen bei einem Leichtathletik-Wettkampf eine bedeutende Rolle spielen. Dann nämlich, wenn wie beim Sparkassen-Meeting in Lohr geschehen, die Startpistole klemmt und der fehlende Schuss die Laufwettbewerbe hemmt. So kam es, dass bei den Hürdenläufen der weiblichen Jugend über 80 Meter wegen der fehlenden Auslösung der Zeitmessanlage der Lauf wiederholt werden musste und bei der Wiederholung des Laufes die Startpistole erneut versagte. Minutenlang schließlich herrschte Ratlosigkeit bei den Verantwortlichen, da besagte Pistole sich plötzlich nicht mehr vor und zurück bewegte und eine Fortführung der Laufwettbewerbe ad absurdum führte.


Die Gedanken der Verantwortlichen ob des drohenden Aus gingen schon soweit, dass Unterfrankens Sportwart Paul Fella in seine Heimatstadt Hammelburg fahren wollte, um eine Ersatzpistole zu holen. Da wirkte die Stadiondurchsage, ob sich denn ein Sportschütze unter den Besuchern befinde und dieser sich mit Pistolen besser auskenne als Leichtathleten-Laien, Wunder. Der Karlstadter Georg Sterr meldete sich, googelte schnell im Internet das Fabrikat der Startpistole und fand die Ursache der Störung heraus: Das Sparkassen-Meeting ward gerettet.

 

Mia Weißhaar beeindruckt

Dem Aufatmen bei den Verantwortlichen des TSV Lohr und der LG Karlstadt/Gambach/Lohr folgte ein Saisoneinstieg mit einer Reihe guter Leistungen. Am meisten beeindruckte bei der weiblichen Jugend U  18 die Karlstadterin Mia Weißhaar, die über 200  Meter nicht nur ihre höher eingeschätzten Konkurrentinnen in Grund und Boden lief, sondern mit 25,56 Sekunden Bestleistung rannte und damit gleichzeitig die Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock unterbot. Viviane Heilmann (Hammelburg) kam als Zweitplatztierte noch auf 25,84  Sekunden. Zuvor hatte es über 100    Meter den Rollentausch gegeben.

Heilmann siegte in 12,61 zu 12,68 Sekunden vor Weißhaar. Letztere war auch an der beinahe erreichten Deutschen-Meisterschafts-Norm über 4  x  100  Meter beteiligt. Die LG Karlstadt-Gambach-Lohr in der U-18-Klasse mit Weißhaar, Lilly Schmid, Paula Gerhard und Theresa Schalling schrammte in 50,57  Sekunden nur hauchdünn am Rostock-Ticket vorbei. Die Sprint-Girls des TV Marktheidenfeld, Jana Rothaug, Maria Nikou, Lisa Blum und Anna Schwarzkopf, qualifizierten sich mit 52,34 Sekunden für die bayerische Meisterschaft.

 

Starker Gegenwind

Zwar litten die 100-Meter-Sprints unter permanentem Gegenwind, weshalb der derzeit schnellste Unterfranke Jonas Wohlfahrt (LAZ Kreis Würzburg) mit 11,24 Sekunden zufrieden sein musste. Aber selbst ungünstige Windverhältnisse hielten Marla Gebauer (Karlstadt/Gambach/Lohr) nach fast einjähriger Pause nicht davon ab, mit 12,80 Sekunden trotz 1,1 Metern pro Sekunde ein solides Comeback zu laufen. Als Dritter über 100 Meter der Männer war Lokalmatador Nico Desch schnellster Main-Spessarter (11,63  Sek.). Dem Marktheidenfelder Nick Albrecht gelang mit 11,67 Sekunden eine Bestzeit und die Qualifikationsnorm für die bayerische Meisterschaft. Über 200 Meter verbuchte er mit 23,22    Sekunden eine weitere Bestmarke und darf damit sogar bei den süddeutschen Meisterschaften starten.

Sprung über 2,05 Meter

Im Laufe des Nachmittages gestaltete sich der Hochsprung der Männer zu einem Hingucker. Denn dem für Ingolstadt startenden gebürtigen Unterfranken Manuel Marco gelang nach übersprungenen 2,01  Metern noch der Sprung über 2,05 Meter. Die dann aufgelegten 2,10  Meter, die ebenfalls die Norm für die deutschen Meisterschaften sind, waren dann trotz eifrigem Mitfiebern und Klatschen des Lohrer Publikums an diesem Tag des Guten noch zu viel. 


Nebenan in der Weitsprunggrube beeindruckte Benedikt von Hardenberg (Roth) mit 6,63  Metern als U-20-Sieger und riss Michael Gerhard (LG Karlstadt/Gambach/Lohr) zu 6,29  Metern mit. Dessen Schwester Paula begab sich in der W-15-Konkurrenz auf seine Spur und kam mit einem Satz auf 5,20  Meter zu einem überragenden Ergebnis. Bei der männlichen M15-ern tat sich Jonas Babinsky (LG Karlstadt/Gambach/Lohr) über 800 Meter mit 2:16,30  Minuten als Sieger hervor.

Vielseitiger Nils Groetsch

Ferner stellte das Lohrer U-13-Talent Nils Groetsch seine Vielseitigkeit mit Siegen über 75 Meter (9,84  Sek.), über 60 Meter Hürden (10,91  Sek.), im Hochsprung (1,48  m) und im Speerwurf (24,75 m) unter Beweis. Beim Langstreckenlauf über 3000 und 5000  Meter gab es zwar keine Rekorde, aber als Höhepunkt kann der Sieg des 50-jährigen Günterslebener Carsten Schmidt (LG Haßberge) in 17:10,86 Minuten gegen alle jüngeren Konkurrenten gewertet werden, lediglich der Langenprozeltener Jonas Kreckel (SV 05 Würzburg) blieb über 3000 Meter in 10:00,13 Minuten vor dem Langstrecken-Oldie.

 

Weitere Ergebnisse unter www.lg-karlstadt.de

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