KICKBOXEN

14 Kämpfe für in Not geratenen Kollegen

Sven Amend war Kickbox-Weltmeister und ist nun Betreiber des Fitness- und Boxcamps in Lohr.
Sven Amend war Kickbox-Weltmeister und ist nun Betreiber des Fitness- und Boxcamps in Lohr. Foto: Uli Sommerkorn

Die Kampfnacht für Kickboxer, die Sven Amend an diesem Samstag in seinem Fitness- und Boxcamp in der Lohrer Jahnstraße ausrichtet, ist nicht die erste ihrer Art. Jedoch steht die Veranstaltung, die das Motto „Fight & Fire“ hat, in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen: Die Einnahmen will Amend zur Unterstützung eines in Not geratenen Sportlerkollegen verwenden.

Dabei handelt es sich um Pascal Schroth, der im Oktober 2018 bei einem Kampf in China eine schwere Verletzung erlitten hat, die ihn beinahe das Leben gekostet hat. Der 24-Jährige brach sich den fünften Halswirbel. Gleichwohl hat Schroth Glück im Unglück gehabt. Denn bei der Verletzung wurden keine relevanten Nervenbahnen geschädigt. Sprich: Er hat die Chance, vollständig zu genesen, und trainiert seit einigen Wochen sogar wieder leicht. Allerdings ist der aus Bremerhaven stammende Kickboxer auf den Krankenhaus- und Rehakosten sitzengeblieben.

Auf dem Wege der Besserung

„Glücklicherweise habe ich mich von meinem Vorfall so weit gut erholt. Doch bis ich wieder kämpfen kann, wird es wohl noch einige Monate dauern“, schreibt Pascal Schroth auf Anfrage dieser Redaktion.

So berichtete Radio Bremen über Pascal Schroths schweren Unfall:

„Ich kannte Pascal vorher nicht persönlich. Aber mich hat das alles sehr betroffen gemacht. Daher habe ich Kontakt zu ihm aufgenommen“, berichtet Amend, der selbst früher Kickbox-Weltmeister nach Version des Verbandes Iska (International Sport Kickboxing Association) gewesen war. Nun will Amend den 24-jährigen Sportlerkollegen, der in Thailand lebt, unterstützen.

Auswanderung nach Thailand

„In Deutschland kannst du nicht vom Kickboxen leben. Deshalb hat Pascal alles auf eine Karte gesetzt und ist nach Thailand ausgewandert, wo es ganz andere Möglichkeiten gibt“, so der Betreiber des Lohrer Fitness- und Boxcamps. Allerdings kündigte Schroth mit seiner Auswanderung auch seine deutsche Krankenversicherung, was sich nach dem Unfall als fatal erwies.

Wenn Amend über Schroths Kampf spricht, dann ist ihm sein Ärger über das Verhalten des chinesischen Kontrahenten Qinghao Meng anzumerken: „Er hat Pascal völlig regelwidrig an den Beinen gepackt, hebt ihn hoch und lässt ihn dann nach unten fallen.“

Große Angst im Krankenhaus

Ob es sich bei der Aktion um Absicht gehandelt habe, wird in Kampfsportlerkreisen immer noch heftig diskutiert. Für Schroth folgten im chinesischen Krankenhaus Zeiten großer Angst, weil keiner in der Lage war, ihm Auskunft über seinen Gesundheitszustand zu geben. Er habe sich wie ein Stück Fleisch gefühlt, sagte der 24-Jährige später in einem Interview. Bevor er später zu seiner Weiterbehandlung ins thailändische Phuket reisen konnte, drückte ihm der Veranstalter 6000 Euro Schmerzensgeld in die Hand, was in seiner Lage aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein war.

„Die Aktion mit der Fight Night von Sven Amend finde ich natürlich echt klasse. Ist echt ein Wahnsinnsgefühl, dass die Kampfsport-Szene mich so unterstützt“, so Schroth. Er sei sehr dankbar darüber, dass ihn Sportlerkollegen in der Heimat sich derart für ihn engagierten.

Keine Antrittsgelder

Die Teilnehmer der 14 Kämpfe am Samstagabend würden für den guten Zweck, so berichtet Amend, auf ihre Antrittsgelder verzichten, er zahle lediglich die Anreise. So ist er guter Hoffnung, dass am Ende ein stattlicher Betrag zur Unterstützung von Pascal Schroth übrig bleibt.

Einlass in der Lohrer Jahnstraße ist am Samstag ab 18 Uhr, die Kämpfe beginnen um 19 Uhr. Der neunjährige Richard Bytschkov, ein Talent aus Amends Studio, darf den Auftaktkampf bestreiten.

Wendel im Hauptprogramm

Ab 20 Uhr beginnt das Hauptprogramm, in dem auch Lokalmatador Sebastian Wendel seinen Auftritt hat. Den Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung bildet ein Europameisterschaftskampf nach Iksa-Version, wo sich der Hamburger Ramazan Pakis und Mike Berg aus Koblenz gegenüberstehen. Nicht dabei ist diesmal indes das Lohrer Aushängeschild der vergangenen Jahre, Erdem Sen. „Er ist nach Hamburg gezogen und steht gegenwärtig nicht so im Training, dass er einen Kampf bestreiten könnte“, berichtet Amend.

Kickboxer Pascal Schroth vergangenes Jahr vor der Klinik im thailändischen Phuket. Mittlerweile geht es dem Bremerhavener wieder besser.
Kickboxer Pascal Schroth vergangenes Jahr vor der Klinik im thailändischen Phuket. Mittlerweile geht es dem Bremerhavener wieder besser. Foto: Schroth

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