HANDBALL: BAYERNLIGA

Lohr zu Gast bei den Strafbankkönigen

Der Bayernliga-Siebte will weiter gebührenden Abstand zur Abstiegszone halten. Das allerdings bei einem Gegner, der höchst unbequem ist.
Hat im Abwehrzentrum häufig Körperkontakt, aber im Saisonverlauf erst drei Zeitstrafen kassiert: Lohrs Carlos Prieto. Foto: Yvonne Vogeltanz

Kein Team hat in der laufenden Saison in der Handball-Bayernliga weniger Zeitstrafen kassiert als der TSV Lohr (7./10:6). Lediglich 21-mal in acht Saisonspielen mussten Spieler des Tabellensiebten zweiminütige Zwangspausen einlegen. Der niedrige Wert hat fraglos damit zu tun, dass mit Carlos Prieto und Lukas Horky zwei Akteure im Innenblock der TSV-Abwehr auflaufen, die zwar konsequent verteidigen, aber in der Wahl ihrer Mittel durchaus intelligent sind und sich kaum einmal ein plumpes Foul leisten.

Das Sportzentrum in Anzing

In angesprochener Statistik das genaue Gegenteil der Lohrer ist ihr samstäglicher Gastgeber, der SV Anzing (Anwurf der Partie: 18 Uhr). Der Aufsteiger aus Oberbayern (12./4:14), auf dessen Vereinshomepage Lohr übrigens in die Rhön verlegt wird, kassierte in neun Spielen 47 Zeitstrafen – das ist Liga-Spitzenwert. Das lässt auf eine höchst rustikale Spielweise schließen. Doch Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt erklärt die Anzinger Zeitstrafenflut auf andere Weise: "Das ist ein Gegner, der sehr offensiv verteidigt, so dass es zu vielen Eins-gegen-eins-Situationen kommt. Da passiert es eben häufiger, dass ein Abwehrspieler mal zu spät dran ist und eine Strafe kassiert."

Eine solche Deckungsformation sei für seine Mannschaft unbequem, versichert Schmitt. Doch der Spielertrainer macht klar: "Wir wissen, was auf uns zukommt." Wichtig sei, sich nicht in zu viele Zweikämpfe verwickeln zu lassen und sich ohne Ball im richtigen Moment zu bewegen.

Maximilian Schmitt misst der Partie in Anzing große Bedeutung zu, schließlich kann sein Team im Erfolgsfall gebührenden Abstand zur Abstiegszone halten. Zwei seiner Spieler, Fabian Zehnter und Jonas Scheiner, hatten jüngst die Alternative, ob sie aus schulischen Gründen entweder die Partie am zweiten November-Wochenende beim Spitzenteam in Coburg auslassen oder nun die in Anzing. "Ich habe entschieden, dass die beiden lieber in Anzing spielen sollten. Das Spiel hat ganz klar Priorität", so Schmitt. Deshalb sind die beiden Lohrer Eigengewächse nach ihrer Pause in Coburg am Samstag auch wieder dabei.

Und so kann das Duo seinen Beitrag zu seiner guten Defensivleistung des TSV-Teams leisten. Übrigens: Das Verteidigen mit den zahlreichen Zeitstrafen ist nicht unbedingt ein Erfolgsrezept. Denn während der TSV Lohr in den bisherigen Saisonspielen im Schnitt 22,75 Gegentreffer kassiert hat, sind es auf Anzinger Seite 26,89 Tore.

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