HANDBALL

Lohrer in entscheidenden Situationen hellwach

Beim Sieg gegen den TSV Friedberg zeigt das Team von Trainer Maximilian Schmitt keine Glanzleistung. Dennoch sind die Perspektiven nun nicht schlecht.
Geschafft: Benjamin Horn und sein TSV Lohr bezwangen den TSV Friedberg. Foto: Yvonne Vogeltanz

TSV Lohr – TSV Friedberg 31:27 (16:16)

Für die Art, wie sein Team Handball gespielt hatte beim Heimsieg über den TSV Friedberg, konnte sich Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt hernach nicht so recht erwärmen: Der 28-Jährige sprach von einem "schlechten Spiel" und monierte zahlreiche technische Fehler seiner Mannschaft. Doch ein Blick auf die Tabelle dürfte den Grundschullehrer wieder etwas fröhlicher stimmen: "Unser Vorsprung nach unten ist groß genug. Im Februar kommen  starke Gegner. Wenn wir gegen die bestehen, können wir sogar noch oben ranschnuppern", beschrieb er die Lage bei seiner Mannschaft nach dem ersten Rückrundenspiel.

Szenen nach dem Abpfiff

Nach dem Abpfiff dieser Partie fiel der Siegesjubel der Lohrer Spieler etwas schüchterner aus als nach manch anderer gewonnener Begegnung in dieser Saison. Vielleicht ja, weil es handballerisch schon bessere Auftritte als den gegen Friedberg gegeben hatte. "Es war eben ein absolutes Kampfspiel", bemerkte Torhüter Tom Scheiner, der etwas überraschend für den zuletzt so starken Tamas Szabo in die Startformation gerückt war. Und die Leistung des Schlussmanns stand irgendwie stellvertretenden für die des gesamten Lohrer Teams. In der ersten Hälfte mit einigen Problemen, im zweiten Abschnitt dann in entscheidenden Situationen dann doch hellwach.

Vor der Pause hatten die Gastgeber vor 450 Zuschauern in der Spessarttorhalle gerade in der Abwehr große Probleme gehabt. Der TSV Friedberg, der als Meisterschaftsfavorit gestartet war, doch in der bisherigen Spielzeit arg enttäuschte, kam über seine starken Rückraumspieler immer wieder erfolgreich zum Abschluss. Auf der anderen Seite ließen die Lohrer mit schnellem Spiel die groß gewachsenen Abwehrspieler der Gäste immer wieder etwas unbeholfen aussehen, so dass beim Seitenwechsel jedes Team 16 Treffer auf dem Konto hatte.

Fotoserie

Lohr - Friedberg

zur Fotoansicht

"Vor der Pause waren wir vorne stark und hinten schwach. In der zweiten Hälfte war's dann umgekehrt", erklärte Tom Scheiner. An der Stabilisierung der Hintermannschaft hatten nicht nur seine Vorderleute großen Anteil, sondern auch der Schlussmann selbst, der sich mit fortschreitender Spieldauer immer weiter steigerte. Trotzdem klagte Spielertrainer Schmitt über zu viele Gegentreffer, das aber mit einer ungewöhnlichen Erklärung: "Grund dafür waren meiner Meinung nach die vielen Ballverluste im Angriff. Von den 27 Friedberger Toren fällt sich die Hälfte über die erste oder zweite Welle."

Entscheidende Aktionen durch Markus Seltsam und Tom Scheiner

So blieb es bis zum Schluss eng, die Gäste hatten einen zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand des einheimischen Teams bis zur 52. Minute auf 24:25 verkürzt. Doch dem Lohrer Rückraumspieler Markus Seltsam gelang nach einem energischen Durchbruch durch die Friedberger Abwehr der wichtige 26. Treffer. Und als Keeper Scheiner zweieinhalb Minuten vor Schluss beim Stand von 27:25 einen Gegenstoß von Tobias Müller parierte, war die Partie zu Gunsten des TSV Lohr entschieden.

Der ist am kommenden Wochenende spielfrei, nachdem der vorgesehene Gegner, die TG Heidingsfeld, sein Team am Freitag zurückgezogen hat. Danach geht es mit zwei Heimspielen gegen die starken Teams aus Regensburg und Landshut weiter, in denen die Lohrer beweisen können, ob sie tatsächlich das Zeig dazu haben, um in der Spitzengruppe mitzumischen.

Die Statistik des Spiels
Handball: Bayernliga Männer
TSV Lohr – TSV Friedberg 31:27 (14:11)
Lohr: Szabo (2 Siebenmeter), T. Scheiner – Seltsam 4, M. Schmitt 7, Röder 1, L. Schmitt, J. Scheiner 1, J. Schmitt 6, Prieto 3, Born (n. e.), Horn 4, Gehl, Zehnter 3, Horky 2.
Friedberg: von Petersdorff (1. – 30., 47. – 60.), Dorsch (31. – 47.), Altenweger (n. e.) – Häusler, Okyere 1, Cada, Tomic 4, Kaulitz 3, Müller 1, Riesenberger 4/1, Tischinger 5/1, Abstreiter 4, Scholz 3, Prechtl 2.
Schiedsrichter: Abel/Herpoltsheimer (Stadeln/Erlangen). Zeitstrafen: 3:4. Siebenmeter: 1/0 –3/2. Zuschauer: 450.
Spielfilm: 0:3 (5.), 3:6 (10.), 9:8 (16.), 11:9 (19.), 13:13 (24.), 18:16 (32.), 18:19 (35.), 21:19 (40.), 25:21 (46.), 25:24 (52.), 28:25 (59.).

Der Halbzeitkommentar

Rückblick

  1. Viermal im Rot im Spitzenspiel: Lohrer sehen sich nicht als Rüpel
  2. Lohrs Trainer rechnet mit körperlich geführter Partie
  3. Für die Lohrer kommt der Gipfel in Sicht
  4. Fünf Ja-Worte vor dem Lohrer Spitzenspiel
  5. Lohrer surfen weiter auf der Erfolgswelle
  6. Warum Lohrs Torhüter ein echtes Team sind
  7. Tamas Szabo und Tom Scheiner verlängern in Lohr
  8. Maximilian Schmitt bleibt Lohrer Spielertrainer
  9. Lohrer in entscheidenden Situationen hellwach
  10. Vorfreude vor dem Lohrer Rückrundenstart
  11. Lohrs Carlos Prieto hat einen perfekten Abend
  12. Fünf Gründe, die für einen Lohrer Aufwärtstrend sprechen
  13. Lohrer feiern fröhlich Weihnachten
  14. Die Lohrer wollen eine fröhliche Weihnachtsfeier
  15. Lohr unterliegt beim Spitzenreiter
  16. Haben sich die Lohrer erholt?
  17. Ein Ex-Lohrer sorgt für Stille in der Spessarttorhalle
  18. Fünf Gründe, warum Lohr der Favorit ist
  19. Handball-WM: Mia Zschocke aus Lohr ist umfassend vorbereitet
  20. Tom Scheiner vernagelt in der zweiten Hälfte Lohrs Tor
  21. Lohr zu Gast bei den Strafbankkönigen
  22. Lohrs Probleme mit dem Kreisläufer
  23. Bruderduell beim Lohrer Auswärtsspiel
  24. Lohr bekommt die Hektik in den Griff
  25. Lohrs unorthodoxe Gäste
  26. Lohr vernagelt sein Tor in den Schlussminuten
  27. Undankbare Aufgabe für Lohr im Unterfranken-Derby
  28. Glückwünsche für hart erkämpften Lohrer Sieg
  29. In Lohr weht ein rauer Wind
  30. Lohrs lange Mängelliste
  31. Lohrer brauchen kühle Köpfe
  32. Eine Lohrerin träumt von Olympia
  33. Erster Kratzer im Lohrer Lack
  34. Die Lohrer reiten auf der Euphoriewelle nach Regensburg
  35. Lohrer Machtdemonstration
  36. Gastspiel in der Heimat für Henrik  Nass
  37. Carlos Prieto – der Entwicklungshelfer
  38. Lohr schafft eine faustdicke Überraschung
  39. Lohrs Gegner schasst seinen Coach
  40. Große Umbrüche im Lohrer Team
  41. Lohrs neuer Trainer geht neue Wege
  42. Lohrs Trainer sieht Fortschritte
  43. Zwei Lohrer Testspielsiege
  44. Erlebnis statt Ergebnis für den TSV Lohr
  45. TSV Lohr klarer Außenseiter gegen den FC Schweinfurt 05
  46. Erstes Lohrer Heimspiel gegen Heidingsfeld
  47. Milan Kralik wird Co-Trainer in Lohr
  48. Lohr bleibt Bayernligist
  49. HSC-Aufholjagd macht Lohr Hoffnung
  50. Weiter Ungewissheit in Lohr

Schlagworte

  • Lohr
  • Uli Sommerkorn
  • Erfolge
  • Fehler
  • Happy smiley
  • Heidingsfeld
  • Probleme und Krisen
  • Spielertrainer
  • TSV Lohr
  • Tobias Müller
  • Torhüter
  • Trainer und Trainerinnen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!