FUSSBALL: KREISKLASSE WÜRZBURG 3

Warum der Titel beim FV kein Muss ist

Der Torgarant beim FV Langenprozelten/Neuendorf: Julian Wahnschaffe hat in der laufenden Saison bereits 17-mal getroffen. Foto: Yvonne Vogeltanz

Für den FV Langenprozelten/Neuendorf läuft es in dieser Saison prächtig: Mit drei Punkten Vorsprung auf Verfolger FC Wiesenfeld-Halsbach führt die Mannschaft von FV-Coach Jens Göbel die Tabelle der Würzburger Fußball-Kreisklasse 3 an. Lediglich zwei Niederlagen stehen in der laufenden Runde zu Buche. Und mit aktuell 38 Zählern hat der Fusionsverein bereits jetzt, acht Spieltage vor Saisonschluss, mehr Punkte auf der Habenseite als am Ende der vergangenen Saison.

Seit über zwei Jahren im Amt

„Es war nicht abzusehen, dass es diese Runde so gut läuft“, gibt Jens Göbel offen zu. Der 43-Jährige Partensteiner, der aus Frammersbach stammt, hat die Mannschaft in der Winterpause der Saison 2015/16 übernommen. Zum damaligen Zeitpunkt klebte der FV am Tabellenende fest. Erst am letzten Spieltag sicherte sich der Verein durch ein 2:2 in buchstäblich letzter Sekunde den Klassenerhalt und schloss auf Platz neun ab.

In der Saison 2016/17 war eine weitere Steigerung zu erkennen: Am Ende belegte man Rang sechs, mit 36 Zählern. Und diese Saison nun die Tabellenspitze. „Unser Ziel war es, den Klassenerhalt früher wie in den Vorjahren perfekt zu machen. Wir wollten eine ruhige Saison spielen, um die neuen, jungen Spieler zu integrieren“, berichtet Göbel von den ursprünglich gesteckten Zielen.

Bereits 2008 Spielertrainer

Und welche Erklärung hat der Familienvater, dass es in der aktuellen Spielzeit so gut läuft? „Die Mannschaft hat Potenzial. In den letzten Jahren sind etliche Jugendspieler dazugekommen“, erklärt Göbel, der den damals noch eigenständigen SV Neuendorf im Jahr 2008 bereits schon einmal als Spielertrainer betreut hat. So habe er aus personellen Gründen bereits in der letzten Runde ständig auf drei U-19-Spieler zurückgegriffen, die stets die Doppelbelastung bewältigen mussten. In dieser Runde können sie sich voll und ganz auf die erste Mannschaft konzentrieren. „Ein bisschen liegt es aber auch am Glück“, fügt der 43-Jährige, der bei Bosch Rexroth als Gruppenleiter tätig ist, an. Denn im Gegensatz zum Vorjahr, wo man viele Spiele knapp verloren oder nur einen Punkt geholt hat, entscheide die Mannschaft in dieser Saison die Partien kurz vor Schluss oftmals für sich.

Maßgeblichen Anteil an dieser positiven Entwicklung hat unter anderem Torjäger Julian Wahnschaffe. Mit 17 Treffern ist er der beste Torschütze der Liga. „Der trifft quasi in jedem Spiel und ist vorne drinnen eine Bank“, lobt der Coach den Torriecher seines Stürmers, der bereits für den FV Karlstadt auf Torjagd gegangen ist.

Rückkehr ins Tor

Aber auch in Torwart Frederik Schwammel sieht Göbel einen Garanten für den Erfolg. Hütete Schwammel bis vor zwei Jahren das Tor des FV, spielte er zuletzt lieber im Feld. „Das macht ihm mehr Spaß“, weiß der Trainer angesichts der Vorliebe seines Keepers. Für diese Saison hat sich Schwammel jedoch bereit erklärt, wieder zwischen den Pfosten zu stehen. „Er ist für diese Klasse ein sehr guter Torwart“, lobt Göbel.

Aber auch auf die beiden Routiniers Volker Horn und Steffen Haberberger kann er im Notfall noch zurückgreifen. „Die Wachablösung läuft. Und sie klappt erstaunlich gut“, freut sich Göbel, der in seiner aktiven Zeit bei seinem Heimatverein Frammersbach, in Lohrhaupten und Partenstein gekickt hat, über die positive Entwicklung.

Spitzenspiel am Sonntag

Am kommenden Sonntag empfängt seine Mannschaft nun den SV Sendelbach-Steinbach zum Spitzenspiel in Neuendorf (15 Uhr). Der SV rangiert auf dem dritten Rang, fünf Punkte hinter dem Tabellenführer. „Für mich war es in der Vorrunde der stärkste Gegner“, betont Göbel und warnt besonders vor der Offensive der Gäste, von denen man sich in der Vorrunde mit einem 1:1 trennte. Deshalb gelte es, hinten besonders gut zu arbeiten und wenig Standardsituationen vor dem eigenen Tor zu produzieren. Denn mit Tayfun Göbek verfüge der Tabellendritte über einen glänzenden Freistoßspezialisten.

Grundsätzlich geht er die Partie mit seinen Jungs jedoch gelassen an: „Wir haben nichts zu verlieren, denn wir haben fünf Punkte Vorsprung. Wenn Sendelbach-Steinbach aufsteigen will, müssen sie gewinnen“, betont er. Für seine Mannschaft sei der Aufstieg nicht oberste Priorität. „Wenn es klappt, ist es gut, aber ansonsten geht die Welt auch nicht unter“, zeigt sich Göbel, der den FV auch in der nächsten Saison trainieren wird, entspannt.

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