HANDBALL

Lohrer surfen weiter auf der Erfolgswelle

Gegen Regensburg besteht das Team von Spielertrainer Maximilian Schmitt eine Reifeprüfung. Nun kommt der Tabellenführer in die Spessarttorhalle.
Rustikal: Die Regensburger Tim Vasold (links) und Konstantin Singwald (rechts) nehmen den Lohrer Carlos Prieto in die Mangel. Foto: Yvonne Vogeltanz

TSV Lohr – SG Regensburg 29:21 (17:11)

Irgendwie wird der Applaus des siegreichen Lohrer Teams in Richtung nach dem Schlusspfiff und anschließende das Abklatschen mit den heimischen Zuschauern immer mehr zur Normalität. Am Samstagabend kurz vor neun Uhr war dieses Ritual, das in dieser Saison etabliert hat, in der Spessarttorhalle erneut zu bewundern. 29:21 hatten die Lohrer gegen die SG Regensburg gewonnen, der siebte Heimsieg im achten Bayernliga-Heimspiel der laufenden Runde. Nach Jahren des Abstiegskampfes wirkt das TSV-Team mit den jüngsten Erfolgen wie befreit, Heimspiele muten meist an wie das Surfen auf einer Erfolgswelle.

Nach dem Schlusspfiff

"Wenn jetzt am nächsten Samstag der Spitzenreiter kommt, können wir ganz befreit auftreten", blickte TSV-Spielertrainer Maximilian Schmitt schon einmal voraus aufs kommende Wochenende, wenn am Samstag, 8. Februar, die TG Landshut in der Spessarrttorhalle zur Gast ist. Gelänge den Lohrern dann ein neuerlicher Heimsieg, dann kämen sogar die Spitzenplätze der Tabellen in Sichtweite.

"Wir steigern uns immer weiter", erklärte Schmitt, der seinem Team einen Auftritt bescheinigte, den er als "taktisch sensationell" einstufte. Denn einerseits hatte seine Mannschaft immer wieder Antworten darauf, dass die Gäste wie im Hinspiel von Anfang an mit einer Manndeckung gegen ihn operierten. Andererseits überraschte er die Regensburger mit einer Doppelmanndeckung gegen den Ex-Lohrer Steffan Meyer und seinen früheren Bad Neustädter Teamkollegen Konstantin Singwald. Als dann SG-Trainer Kai-Uwe Pekrul im Angriff seinen Torhüter Maximilian Lotter gegen einen siebten Feldspieler eintauschte, ließen die Hausherren trotz der Unterzahl in der Abwehr die kurze Deckung gegen Meyer stehen. Lorenz Schmitt nahm dem SG-Spielgestalter viel von seiner Wirkung, die übrigen Regensburger wussten mit ihrer Überzahl nur wenig anzufangen. Nach der Partie war auf der Facebookseite der SG gar zu lesen, dass das Team in Lohr "unter die Räder" gekommen sei.

Platz für Carlos Prieto, Jannik Schmitt und Markus Seltsam

Weil sich die Gäste besonders intensiv um ihn kümmerten, überließ Maximilian Schmitt die Initiative im Spielaufbau oft seinen Teamkollegen. Carlos Prieto am Kreis sowie Jannik Schmitt und Markus Seltsam im Rückraum wussten die sich bietenden Räume immer wieder zu nutzen. "Es stimmt, ich hatte viel Platz", gab der fünffache Torschütze Markus Seltsam zu. Er ergänzte: "Dass es so leicht gehen würde, hätte ich nicht gedacht." Denn bereits nach 45 Minuten war die Begegnung bei einer 25:15-Führung des TSV zu Gunsten der Hausherren entschieden.

"Wir haben eine Reifeprüfung bestanden", erklärte Maximilian Schmitt, der dem Gegner aus Regensburg das Etikett "Spitzenmannschaft" anheftete. Allerdings stecken die seit November sieglosen Oberpfälzer derzeit in einem Loch, anders als den Lohrern schien den Gästen schlichtweg die Sicherheit zu fehlen.

So war nach dem Schlusspfiff die Miene von Maximilian Schmitt auch deutlich fröhlicher als bei seinem früheren Teamkollegen Konstantin Singwald, als sich die beiden zu einem Erinnerungsfoto mit den immer noch für den HSC Bad Neustadt aktiven Spielern Felix Schmidl und Iannis Fraggis aufstellten. Letztere hatten ihre ehemaligen Teamkollegen bei ihrem Aufeinandertreffen in der Spessarttorhalle besucht und feststellen dürfen, dass von den beiden lediglich Maximilian Schmitt gegenwärtig auf einer Welle des Erfolgs surft.

Die Statistik des Spiels
Handball: Bayernliga Männer
TSV Lohr – SG Regensburg 29:21 (17:11)
Lohr: Szabo 1, T. Scheiner (2 Siebenmeter) – Seltsam 5, M. Schmitt 2, Röder, L. Schmitt 2, J. Scheiner, J. Schmitt 8/3, Prieto 6, Born, Horn, Gehl, Zehnter 2, Horky 3.
Regensburg: Lotter (1. – 22, 38. – 60), Csiki (22. – 38) – Meyer 3, Wuka 2, Wunder, Deml 11/4, Singwald 2, Mulitze, Kiener, Sira, Stoiber 2, Heinle 1, Klenk, Vsaold.
Schiedsrichter: Berghammer/Kalina (Bayreuth). Zeitstrafen: 5:5. Siebenmeter: 3/3 – 5/4. Zuschauer: 500.
Spielfilm: 4:1 (5.), 7:2 (12.), 7:5 (16.), 11;7 (19.), 15:11 (28.), 18:11 (31.), 19:14 (35.), 25:15 (45.), 29:18 (52.).

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