FUTSAL

Retzbacher und Altbessinger wollen Spaß haben

Zwei Main-Spessart-Teams sind bei verschiedenen Hallenkreismeisterschaften im Einsatz. So richtig bierernst nehmen die Spieler die Futsal-Wettbewerbe allerdings nicht.
Ein Bild aus dem Jahr 2018: Retzbachs damaliger Trainer Steffen Amthor bei der Hallen-Bezirksmeisterschaft in Münnerstadt, für die sich seine Mannschaft als Zweiter der Würzburger Kreismeisterschaft qualifiziert hatte. Nach eineinhalb Jahren Pause ist der frühere Landesliga-Spieler zurück beim TSV und unterstützt den derzeitigen Interimscoach Thomas Hehrlein.  Foto: Michael Bauer

In zwei unterfränkischen Orten sind Fußballteams aus Main-Spessart am Wochenende bei Hallenkreismeisterschaften im Einsatz. Der TSV Retzbach kämpft am Samstag in Rottendorf um den Titel im Fußball-Kreis Würzburg, die DJK Altbessingen stellt sich am Sonntag in Bergrheinfeld den Konkurrenten im Kreis Schweinfurt.

Die Begeisterung für die nach Futsalregeln ausgespielten Wettbewerbe war im Vorfeld nicht in allerorten groß gewesen. Lediglich vier Vereine aus Main-Spessart stellten sich den Qualifikationsturnieren im Fußball-Kreis Würzburg. Davon schaffte es nur Bezirksligist TSV Retzbach zum Kreis-Endturnier.

In dem Weinort haben die vom Verband organisierten Hallenturniere offenbar noch höheren Stellenwert als anderswo. Zweimal in den vergangenen drei Jahren hatten sich die Retzbacher für die Kreismeisterschaften qualifiziert, 2018 standen sie gar im Finale. Übrigens auch in Rottendorf. Doch dahinter steckt kein ausgeklügelter Plan. "Da haben sich vor ein Jahren ein paar Jungs zusammengefunden, die gerne in der Halle mitroxen wollten", verrät TSV-Sportleiter Stefan Zull. "Da standen keine Aktivitäten vom Verein dahinter. Auch ist der Hallenfußball nicht Teil unserer Vorbereitung."

Philipp Gößwein pausiert

Wichtig für die Retzbacher ist: Es muss Spaß machen, die Teilnahme am Spiel in der Halle ist freiwillig. Ein Leistungsträger wie Philipp Gößwein pausiert lieber, um seinen Körper zu schonen. "Deshalb spielen wir mit einem Mix aus erster und zweiter Mannschaft", so Zull, der für das Turnier in Rottendorf auch kein sportliches Ziel formuliert. 

Das tun sie auch beim höchtsklassigsten Team der Veranstaltung nicht, dem Bayernligisten Würzburger FV. Bei dessen Trainer Berthold Göbel, der beim Vorturnier in Bergtheim während des Zellerau-Derbys gegen die DJK Würzburg die rote Karte gesehen hatte und daraufhin bei der Stadtmeisterschaft gesperrt war, ist die Begeisterung für den Futsal-Wettbewerb nicht so furchtbar groß: "Es wird Zeit, dass das vorbei ist", sagt Göbel mit Blick auf die Spiele in der Halle. Ob der 51-Jährige in Rottendorf selbst an der Bande stehen wird, ließ der WFV-Coach offen. Auch die Zusammensetzung seiner Mannschaft war am Donnerstag noch nicht ausgemacht: "Futsal wird eh nicht so gerne gespielt. Außerdem habe ich ein paar Leute, die nach Stadtmeisterschaft angeschlagen sind. Es werden wohl ein paar Spieler aus der zweiten Mannschaft nachrücken", sagt Göbel. So ist nicht sicher, ob das höchstklassige Team in Rottendorf auch wirklich die stärkste Mannschaft stellt.

Michael Fery auf Abschiedstour

Tags drauf ist dann Bezirksligist DJK Altbessingen an der Reihe. Bergrheinfeld ist die erste Station der Abschiedstour von DJK-Trainer Michael Fery, der im Sommer nach dann sieben Jahren sein Amt abgibt. "Ich will das letzte halbe Jahr genießen", sagt Fery, der sich selbst als "Hallenfreak" bezeichnet. Der Coach, dessen Team beim Vorturnier in Schweinfurt die zu Hause spielenden Freien Turner ausgeschaltet und im Endspiel die DJK Wülfershausen/Burghausen mit 5:0 bezwungen hatte, will zum einen Spaß haben, ist aber durchaus ehrgeizig: "Es ist keine Pflicht mitzuspielen. Aber ich hätte schon gerne in der Halle meine technisch stärksten Spieler dabei." In Bestbesetzung dürfte der Bezirksligist jedoch diesmal nicht auflaufen, da unter anderem der beim Skifahren weilende Kapitän Peter Reitz fehlt. 

Auch im Kreis Schweinfurt ist der höchstklassige Teilnehmer ein Bayernligist. Die Schützlinge von Trainer Dieter Schlereth gewannen das Vorturnier in Trossenfurt (Lkr. Haßberge) souverän – mit lediglich zwei Gegentreffern. Für die in der Liga noch um den Klassenerhalt kämpfenden Sander ist es laut Schlereth am wichtigsten, verletzungsfrei zu bleiben. Wie viel Spaß die Abwechslung vom grauen Liga-Alltag den Spielern macht, merkte man schon in Trossenfurt. Der zum Saisonende scheidende Coach hatte auf Freiwillige gesetzt und kann wieder auf einen ordentlichen Kader zurückgreifen, denn: "Das Turnier wird zwar nicht bierernst genommen, aber wenn man teilnimmt, dann will man auch gewinnen, sonst bräuchten wir gar nicht hinzufahren." 

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