HANDBALL: BAYERNLIGA MÄNNER

Bruderduell beim Lohrer Auswärtsspiel

Bei der Bayernliga-Partie am Sonntagnachmittag werden Lorenz und Ferdinand Schmitt auf dem Feld stehen. Allerdings für unterschiedliche Teams.
Er trägt mittlerweile nicht mehr wie einst in Lohr ein rotes, sondern ein gelbes Trikot: Ferdinand Schmitt. Foto: Yvonne Vogeltanz

Drei Spieler im Team des Handball-Bayernligisten TSV Lohr (5./10:4) tragen den Nachnamen Schmitt. Lorenz, der Allrounder, Jannik, der bewegliche Rückraumakteur, und Maximilian, der Spielertrainer und Regisseur. "Näher verwandt sind wir alle nicht miteinander. Bei mir geht die Beziehung nur um sehr viele Ecken", verrät Maximilian Schmitt.

Die Halle des Bundesgranzschutz in Coburg

Wenn sein Team am Sonntag um 16 Uhr in der Halle des Bundesgrenzschutz beim HSC Coburg II (2./11:3) gastiert, dann werden allerdings zwei Brüder mit Nachnahmen Schmitt auf dem Feld stehen. Lorenz beim TSV Lohr und Ferdinand bei der gastgebenden Zweitliga-Reserve. Letzterer trug bis zum Ende der vergangenen Saison noch das Lohrer Trikot, wechselte aber zur neuen Runde in seinen oberfränkischen Studienort. "Ich habe mit ihm vor der Saison noch ein paar Mal telefoniert, und er war angetan, von dem, was wir vorhatten. Aber er konnte wegen der Entfernung selbst nicht dabei mitmachen. Deshalb war der Wechsel auch vernünftig", berichtet Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt. Außerdem habe der Ex-Lohrer mit den früheren Zweitligaspielern Ronny Göhl und Till Riehn gute Coaches, ergänzt der Lohrer Spielertrainer.

Bei der zweiten Coburger Mannschaft trägt Ferdinand Schmitt wie früher in Lohr das Trikot mit der Nummer sechs und kommt vor allem auf Linksaußen zum Einsatz. 13 Treffer hat er in bislang fünf Spielen erzielt. Und er fühlt sich wohl bei den Gelb-Schwarzen: "Ich komme super zurecht mit meinem neuen Team", betont der 24-Jährige. Natürlich sei das Duell mit seinem Ex-Verein etwas Besonderes: "Ich freue mich, die Jungs wiederzusehen. Ich hoffe, es wird ein faires Handballspiel." Doch seine weitere Aussage belegt, dass er den großen Ehrgeiz, der ihn bereits in Lohr stets ausgezeichnet hat, durch seinen Wechsel nicht abgelegt hat: "Trotz aller Freundschaft und Heimatverbundenheit bleiben die Punkt hier bei uns in Coburg."

Lorenz, der jüngere der Schmitt-Brüder Foto: Yvonne Vogeltanz

Gut möglich, dass es Ferdinand Schmitt, dessen Eltern Horst und Ute in Lohr bekannte Handballer waren, es direkt mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Lorenz zu tun bekommt. Der 21-Jährige, der Fähigkeit besitzt, sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand werfen zu können, kommt nämlich gemeinhin auf einer der beiden Außenpositionen zum Zug. Elf Treffer hat der jüngere Schmitt-Bruder in bisher sieben Bayernliga-Partien erzielt. "Für meinen Bruder erhoffe ich mir, dass er einfach ein gutes Spiel macht und weiterhin viel Einsatzzeiten sammeln kann", so Ferdinand Schmitt.

"Wir haben keinen Druck"

Gleichwohl ist der Lohrer Spielertrainer nicht der Meinung, dass sich das Spiel über die Außenpositionen entscheiden werde. Als Schlüssel zum Erfolg für seine Mannschaft sieht er es an, dass diese es fertigbringt, dem variablen Coburger Rückraum die Wirkung zu nehmen. "Die haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern", so Maximilian Schmitt, der vor dem Auftritt beim Drittliga-Absteiger hinterherschickt: "Wir haben keinen Druck."

Allerdings muss er seine Mannschaft gegenüber dem jüngsten 30:24-Sieg über Fürstenfeldbruck II umbauen. Jonas Scheiner und Fabian Zehnter fehlen aus schulischen Gründen, dazu ist es wahrscheinlich, dass Torwart Tom Scheiner wegen anhaltender Hüftbeschwerden eine Pause erhält. Für ihn dürfte Fabian Gowor aus der zweiten Mannschaft ins Team rücken, daneben mit Dario Sicheneinder ein junger Feldspieler aus der Reservemannschaft.

Keine Konsequenzen nach Schiedsrichter-Schelte
Nachdem Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt nach dem jüngsten 30:24-Sieg über TuS Fürstenfeldbruck II in der Hallenpressekonfrenz die Schiedsrichter harsch kritisierte ("Kein Bayernliga-Niveau") und den Zuschauern ein Lob aussprach, dass sie angesichts der Pfiffe so ruhig geblieben seien, waren die Aussagen auch als Facebook-Video im Netz zu sehen und lösten Diskussionen aus. "Schiedsrichter gehören natürlich geschützt", sagt Schmitt ein paar Tage später. Aber an der Kritik an den Unparteiischen hält er im Grundsatz fest. "Ich habe mit den Schiedsrichterbeobachtern Wolfgang Benzinger und Fritz Brotzeller telefoniert und ihnen meine Sicht der Dinge geschildert", so Maximilian Schmitt. Konsequenzen, so betont der Spielertrainer, habe er keine zu befürchten. Schließlich habe er die Referees kritisiert und nicht beleidigt.

Die Schiedsrichterkritik im Facebook-Video gibt hier 

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