HANDBALL: BAYERNLIGA

Viermal im Rot im Spitzenspiel: Lohrer sehen sich nicht als Rüpel

Bei der Niederlage in Günzburg müssen Tamas Szabo, Jonas Scheiner, Maximilian Schmitt und Jannik Schmitt vorzeitig vom Feld. Der Gäste-Spielertrainer ist verstimmt.
Einer von vier Lohrer Rotsündern: Jonas Scheiner. Foto: Uli Sommerkorn

VfL Günzburg – TSV Lohr 32:25 (14:12)

Zu einem Punktgewinn im Spitzenspiel in Günzburg hat es für die Lohrer Bayernliga-Handballer nicht gereicht. "So etwas habe ich auch noch nicht erlebt", kommentierte TSV-Spielertrainer Maximilian Schmitt die Partie, in der sein Team sage und schreibe vier Rote Karten kassiert hatte. Der 28-Jährige ergänzte: "Jetzt stehen wir als Rüpel da, obwohl man über die Roten Karten sehr wohl diskutieren kann."

Maximilian Schmitt monierte, dass das Spitzenspiel der Männer-Bayernliga von einem Schiedsrichtergespann geleitet wurde, das direkt zuvor eine Frauenpartie der höchsten Spielklasse im Freistaat gepfiffen hatte: "Bei dem Frauenspiel ging es zur Sache. Es ist ja nicht so, dass die Schiedsrichter da keine körperliche Belastung gehabt hätten", merkte Schmitt an.

Die erste Rote Karte gab es kurz vor der Pause gegen TSV-Keeper Tamas Szabo, der bei einem VfL-Gegenstoß mit Günzburgs Topwerfer Frieder Bandlow kollidiert war. "Tamas fängt den Ball erst, dann kommt es zum Kontakt. Der Günzburger Spieler hat diesen Kontakt bewusst gesucht", wertete Maximilian Schmitt die Disqualifikation seines Torhüters als nicht gerechtfertigt.

Vier Disqualifikationen nach Aktionen gegen den selben Spieler

Nach der Pause folgten drei weitere Disqualifikationen gegen die Gäste. Erst erwischte es Jonas Scheiner und dann den TSV-Spielertrainer selbst, beide erhielten nach Foulspiel jeweils glatt Rot. Und kurz vor Schluss war dann auch noch Jannik Schmitt nach seiner dritten Zeitstrafe dran.

"Das Eigenartige ist, dass es bei allen vier Roten Karten Aktionen gegen denselben Günzburger Spieler waren", erklärte Maximilian Schmitt. Kurz gesagt: Alle vier Roten Karten gab es nach Zusammentreffen von TSV-Akteuren mit VfL-Talent Frieder Bandlow. Der ist noch A-Jugend-Spieler, führt allerdings bereits die Bayernliga-Torschützenliste bei den Männern an und spielt in der kommenden Saison für den Drittliga-Spitzenreiter und möglichen künftigen Zweitligisten TV Großwallstadt. "Wenn der dort solche Nummern abzieht, macht der das in Großwallstadt kein halbes Jahr", betonte Maximilian Schmitt, der selbst im Nachwuchsleistungszentrum des sechsmaligen deutschen Meisters ausgebildet worden ist.

Insgesamt, so versichert der Lohrer Spielertrainer, habe seine Mannschaft keine schlechte Leistung abgeliefert. Bis zur 40. Minute hielten die Gäste die Begegnung offen. "Wir haben unter diesen Bedingungen aber keinen Rhythmus gefunden. Wahrscheinlich hätten wir das Spiel auch ohne die Roten Karten nicht gewonnen, weil Günzburg in der Offensive stark war", gab der Lohrer Spielertrainer zu. Klar ist jenseits aller Diskussionen über Rote Karten: Sein Team hat durch die Niederlage den Anschluss an die Bayernliga-Spitzengruppe verloren, in der Günzburg nun nach den Bayreuther und Landshuter Punktverlusten die besten Karten im Titelrennen besitzt.

Die Statistik des Spiels
Handball: Bayernliga Männer
VfL Günzburg – TSV Lohr 32:25 (14:12)
Günzburg: Bieber 1, Mendle – Bandlow 9/4. Pfetsch 4, M. Jahn 1, St. Jahn, Buck 4, Ruckdäschel, Grabher, Meye 1, Jensen 3, Krasovec 1, Jäger 8.
Lohr: Szabo, T. Scheiner – Seltsam 1, M. Schmitt 4, J. Röder 2, J. Schmitt 7, Prieto 4, Th. Röder, Horn 4/2, Gehl, Zehnter, Horky 3.
Schiedsrichter: Spegele/Weineck (Unterpfaffenhofen). Zeitstrafen: 4:5. Rot: Szabo (25., Foulspiel), J. Scheiner (39., Foulspiel), M. Schmitt (46., Foulspiel), J. Schmitt (57., 3. Zeitstrafe,  alle Lohr). Siebenmeter: 6/4 – 4/2. Zuschauer: 350.
Spielfilm: 5:2 (5.), 6:6 (11.), 8:6 (14.), 11:8 (18.). 12:11 (26.), 15:12 (33.), 22:20 (44.), 24:20 (46.), 30:24 (54.).

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