Würzburg

Fußballverband für Aufhebung des Trainingsverbots

Nach seiner Auffassung sollen Kinder und Jugendliche zurück auf den Trainingsplatz: Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Foto: dpa/Arne Dedert | Nach seiner Auffassung sollen Kinder und Jugendliche zurück auf den Trainingsplatz: Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Die Präsidenten der Regional- und Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben sich im Rahmen einer Konferenz mit DFB-Präsident Fritz Keller dafür ausgesprochen, bundesweit den Trainingsbetrieb im Amateursport wieder zuzulassen. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) hervor. Dort heißt es ferner, dass sich der an die Politik gerichtete Appell in erster Linie auf die Möglichkeit des organisierten Sporttreibens für Kinder und Jugendliche unter freiem Himmel und sich nicht nur auf den Fußball beziehe. Der Trainings- und Spielbetrieb für Amateure ruht in Deutschland, seit am 2. November neue Coronabestimmungen in Kraft getreten sind.

Ausnahmen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

Als "vorbildhafte Beispiele" sieht die Präsidentenkonferenz Lösungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Das Kabinett in Mecklenburg-Vorpommern hatte entschieden, das von der Bund-Länder-Konferenz ausgesprochene Pauschalverbot von Freizeit- und Amateursport, welches lediglich den Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand vorsieht, nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Vereinssport anzuwenden, sondern dort weiter Trainingsbetrieb zu erlauben. In Berlin gilt die Sonderregelung, dass Vereinssport für Kinder bis zwölf Jahren unter Auflagen gestattet ist.

DFB-Präsident Fritz Keller wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: "Nach allen bisher vorliegenden Erkenntnissen und Zahlen birgt die Ausübung von Freiluftsport - auch in Mannschaftssportarten - kaum ein Ansteckungsrisiko." Dabei beruft sich Keller auf Prof. Dr. Tim Meyer, den Leiter der Medizinischen Kommission des DFB. "Vor diesem Hintergrund und in Verbindung mit den bewährten Hygienekonzepten ist es wichtig, vor allem Kindern und Jugendlichen schnell wieder die Möglichkeit zu bieten, ihren Bewegungsdrang gemeinsam im sportlichen Trainingsbetrieb auszuleben", sagt Keller.

Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands, DFB-Vizepräsident und Vorsitzender der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten, sagt mit Blick auf die Vereine: "Dass sie aktuell zur sportlichen Untätigkeit verurteilt sind, tut weh. Das generelle Verbot des Trainingsbetriebs sollte zumindest für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aufgehoben werden, dies gilt nicht nur für den Fußball, sondern zumindest für alle Sportarten, die an der frischen Luft ausgeübt werden."

Zu wenig Bewegung

In der Erklärung verweist der BFV auf die Ergebnisse einer internationalen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach sich in Deutschland knapp 80 Prozent der Jungen und 88 Prozent der Mädchen zu wenig sportlich bewegten. Um dies zu ermöglichen, böten die Sportvereine die besten Voraussetzungen, unterstreicht die Präsidentenkonferenz der Regional- und Landesverbände.

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