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Medaillenregen bei Erdinger Nässe für MSP-Leichtathleten

Keine sprang höher als sie: Stabhochspringerin Hannah Zimmer.
Foto: Felbinger | Keine sprang höher als sie: Stabhochspringerin Hannah Zimmer.

Je stärker der Regen am ersten Wettkampftag der bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer, Frauen, U 20 und U 18 in Erding auf die Laufbahn Stadionrund herunterprasselte, desto öfter schallte der Jubel bei den Leichtathleten der LG Main-Spessart durchs Stadionrund. Am Ende der zwei Wettkampftage im Erdinger Moos stand ein bisher nicht gekannter Medaillenregen am Saison-Höhepunkt der sogenannten "Late Season". Mit insgesamt 15 Medaillen, darunter zwei Meistertiteln, wurden die MSP-Athletinnen und Athleten für ihr konsequentes Training über die Corona-Pandemie hinweg bei diesen Titelkämpfen belohnt.

Siegerin im Gehen: Anna Schwarz.
Foto: Felibinger | Siegerin im Gehen: Anna Schwarz.

Gleich zweimal standen mit Hannah Zimmer im Stabhochsprung mit 3,00 Metern und Anna Schwarz im 5000-Meter-Bahngehen in 35:20,34 Minuten zwei Sportlerinnen aus dem Landkreis in der U 20 ganz oben auf dem Treppchen und durften sich Gold umhängen. Denn wie schon bei den vorherigen Landestitelkämpfen mussten die drei Erstplatzierten aufgrund der Corona-Hygienerichtlinien sich bei der Siegerehrung ihre Medaillen selbst von einem vorgefertigten Tableau nehmen und umhängen, ehe sie das Ehrentreppchen betreten durften.

Dies trübte jedoch keineswegs die Freude über das beste Abschneiden von Main-Spessart-Leichtathleten in der Geschichte bei bayerischen Meisterschaften. Gleich dreimal diese Ehrungs-Zeremonie konnten die wieder erstarkte und auf den Punkt fit gewesene Sprinterin Mia Weißhaar und das Nachwuchstalent Jonas Babinsky über sich ergehen lassen. Die Karlstadterin wurde dreimal Vizemeisterin. Zuerst holte sie sich über 100 Meter der U 20 in 12,53 Sekunden Silber, ließ dann mit ihren Staffelkameradinnen Ann-Marie Zimmer, Theresa Schalling und Maria Heuft über 4 x 100 Meter eine zweite Silbermedaille in 48,74 Sekunden folgen, ehe sie tags darauf auch über 200 Meter in abermaliger Saisonbestleistung von 25,90 Sekunden sich ihr drittes Edelmetall sicherte.

Ähnlich erfolgreich war der Retzbacher Jonas Babinsky, der dem Staffel-Bronze gemeinsam mit seinen Teamkameraden Philipp Heidenfelder, Emil Stöhr und dem kurzfristig für den verletzten Hannes Heidenfelder eingesprungenen Timo Estenfelder in 46,49 Sekunden, noch jeweils Einzel-Silber über 400 und 800 Meter folgen ließ. Über 400 Meter gelang ihm dabei in 51,28 Sekunden auf der Außenbahn eine brillante Vorstellung, bedeutete diese Zeit doch die Qualifikations-Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften. Über 800 Meter bewies der 17-Jährige Steher-Qualitäten, ging die erste Runde an vierter Position liegend eher verhalten an und setzte voll und ganz auf seine Spurtstärke. Am Ende schnappte er quasi auf dem Zielstrich mit neun Hundertstelsekunden Vorsprung den beiden Kontrahenten die Silbermedaille in persönlicher Bestzeit von 2:00,90 Minuten weg.

Timo Estenfelder überrascht

Eine große Überraschung bedeutete die Vizemeisterschaft von Timo Estenfelder über 1500 Meter in 4:17,62 Minuten. Denn zum einen hatte er sich erst zwei Wochen zuvor mit einer beachtlichen 1000 Meterleistung in Hammelburg für die Titelkämpfe qualifiziert. Und zum anderen erfolgte seine Zulassung zur Meisterschaft erst 48 Stunden zuvor, weil der Bayerische Leichtathletik-Verband die in Hammelburg erfolgte Handzeitnahme nicht anerkennen wollte. Umso mehr entlud sich der Hickhack um die Zulassung in einem couragierten Rennen und einer Verbesserung seiner Bestzeit um 15 Sekunden. Estenfelder war an diesem Tag so stark, dass er selbst seinen höher eingeschätzten Team- und Trainingskameraden Elias Kriester, der zu spät versuchte, die aufgegangene Lücke zu Estenfelder zu schließen, in 4:19,82 Minuten auf den dritten Platz verwies.

Kriester revanchierte sich dafür tags darauf, als er genauso couragiert das 800-Meter-Rennen anlief und dem deutlich schnelleren Maximilian Berger lange folgte. Schließlich lief er am Ende in 2:00,32 Minuten in persönlicher Bestzeit Platz zwei sicher nach Hause. Für Estenfelder, der dem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste, sprang immerhin noch in 2:03,95 Minuten eine persönliche Bestleistung als Achter heraus.

Silber für Staffelquartett

Über die Vizemeisterschaft jubelte auch die U-20-Staffel-Equipe in der Besetzung Maria Nikou, Anna Schwarzkopf, Jana Rothaug und Elena Hofmann. In 52,62 Sekunden rundeten sie perfekte Staffelwechsel mit der Silbermedaille ab.

Mit den schwierigsten Bedingungen hatten am verregneten ersten Meisterschaftstag die Techniker zu kämpfen. So kam Jonathan Willert mit der rutschigen Anlaufbahn im Hochsprung nur schwer zurecht und übersprang aber sicher die 1,78 Meter. Dies bedeutete in dem vom Regen gezeichneten Wettbewerb die Silbermedaille für den Neuendorfer Sportler, der erst seit einigen Wochen für die LG Main-Spessart am Start ist.

Rutschiger Kugelstoßring

Große Freude auch bei Philipp Heidenfelder. Der Hafenlohrer wusste sich mit dem rutschigen Ring im Aussenbereich des Stadions gut zu arrangieren und holte sich mit 13,63 Metern im Kugelstoßen die Bronzemedaille, der er später in der Staffel eine Zweite folgen ließ.

Ihr beherzter Lauf wurde mit Bronze belohnt: Maria Heuft.
Foto: Günther Felbinger | Ihr beherzter Lauf wurde mit Bronze belohnt: Maria Heuft.

Die bemerkenswerteste Medaille ging auf das Konto von Maria Heuft. Die Marktheidenfelder Sprinter hatte schon viele Anläufe zu einer Sprint-Einzelmedaille in den vergangenen Jahren genommen, diesmal sollte endlich ihre Stunde schlagen. Im 200-Meter-Finale der Frauen sicherte sie sich mit einem beherzten Lauf in 26,06 Sekunden in Saisonbestzeit die Bronzemedaille, nachdem sie tags zuvor über 100 Meter in 12,69 Sekunden bereits persönliche Bestleistung erzielt und Platz sechs belegt hatte.

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