Neubrunn

Zwei Elfmeter absichtlich verschossen

Für sein Team ging noch um den Aufstieg: Steffen Schwab (rechts) von der DJK Oberndorf.
Foto: Yvonne Vogeltanz | Für sein Team ging noch um den Aufstieg: Steffen Schwab (rechts) von der DJK Oberndorf.

Gleich zwei faire Gesten sahen die Zuschauer am vorletzten Spieltag bei der Fußballpartie der A-Klasse Würzburg 4 zwischen dem FSV Holzkirchhausen/Neubrunn II und der DJK Oberndorf.

Auf dem Sportgelände in Neubrunn war eine gute halbe Stunde gespielt, als beim Stand von 1:1 der einheimische Akteur Johannes Diehm absichtlich einen Strafstoß vergab. Zuvor hatte der Unparteiische Rene Kaliske ein vermeintliches Foul an FSV-Spieler Lorenz Stieber gesehen und auf Strafstoß entschieden.

Rat des Trainers

Die Gäste, für die es immerhin noch um das Erreichen des zur Aufstiegsrelegation berechtigten zweiten Platz ging, reklamierten die Entscheidung nach Angaben von FSV-Coach Josef Grill. „Johannes kam zu mir und hat mich gefragt, was er machen soll“, erinnert sich Grill an die Unsicherheit seines Spielers. Daraufhin habe Grill ihn gefragt, ob es denn tatsächlich ein Foul gewesen sei. „Johannes sagte nein, es war kein Foul, sondern der Gegenspieler hatte den Ball getroffen“, berichtet der Trainer der Einheimischen, der seinem Spieler daraufhin riet, den Elfmeter zu verschießen. Diehm befolgte den Rat seines Trainers, und so ging es mit einem 1:1 in die Kabine.

Selbstverständlichkeit

„Dem Schiedsrichter gegenüber war es natürlich nicht so fair, aber wir wollten uns keinen unberechtigten Vorteil verschaffen“, gibt Grill unumwunden zu. Denn schließlich sei es für seine Mannschaft um nichts mehr gegangen, für Oberndorf hingegen stand der zweite Platz auf dem Spiel. „Fakt ist, Oberndorf hätte eh gewonnen“, ist Grill überzeugt und misst der Entscheidung keine große Bedeutung bei, sondern sieht die sportlich faire Geste als Selbstverständlichkeit an.

Oberndorfs Spielertrainer Sebastian Ott erachtet dies keineswegs als selbstverständlich. „Das war eine tolle Geste vom Gegner. Vielleicht wäre für uns das Spiel ganz anders gelaufen, wenn sie ihn verwandelt hätten. Wer weiß, ob wir dann überhaupt gewonnen hätten“, erklärt Sebastian Ott, dessen Team sich am Ende mit 5:1 durchsetzte und sich somit den zweiten Platz sichern konnte.

In die Arme des Torhüters

Doch auch sein Spieler Steffen Schwab bewies Sportsgeist. Denn kurz nach der Halbzeit bekamen auch die Gäste bei einer strittigen Szene einen Foulelfmeter zugesprochen, den DJK-Kapitän Steffen Schwab absichtlich in die Arme des gegnerischen Torhüters beförderte. „Unser Spieler war wohl schon aus dem 16er rausgelaufen, als der Schiedsrichter Foulspiel pfiff. Ich selbst war ein Stück weg vom Geschehen, aber Steffen Schwab hat gleich gesagt, dass es kein Elfmeter ist“, erinnert sich Ott an die Schilderung seines Kapitäns.

Schwab habe dies auch dem Unparteiischen gesagt, der den Elfer jedoch nicht zurücknahm. Und so entschied sich der Oberndorfer Kapitän, das Leder zu FSV-Keeper Björn Karl zurück zu spielen – und das, obwohl die Gäste zu diesem Zeitpunkt gerade einmal knapp mit 2:1 führten und somit bereits frühzeitig für eine Vorentscheidung hätten sorgen können. Am Ende baute die DJK den Vorsprung auf 5:1 aus und sicherte sich den zweiten Platz, musste sich aber in der Relegation dem SV Gaukönigshofen beugen und wird auch in der kommenden Saison weiter in der A-Klasse spielen.

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