Leverkusen

Wolf vom Leih-Trainer zu Leverkusens Dauer-Coach?

Daumen hoch       -  Hat die erste Pflichtaufgabe mit Bayer Leverkusen gelöst: Trainer Hannes Wolf.
Foto: Federico Gambarini/dpa POOL/dpa | Hat die erste Pflichtaufgabe mit Bayer Leverkusen gelöst: Trainer Hannes Wolf.

Rudi Völler hat in seinen vielen Jahren im Profigeschäft viele Krisen erlebt, den geglückten Start von Hannes Wolf nahm der Sportchef von Bayer Leverkusen erleichtert auf.

Das nicht alltägliche Leih-Projekt mit dem Trainer kann nach dem mühevollen 2:1 (1:0) gegen den Tabellenletzten FC Schalke 04 unbelastet Fahrt aufnehmen - und möglicherweise mit einer Vollanstellung für Wolf enden. „Die Chance hat er auf jeden Fall”, sagte Völler und versicherte: „Wir haben ihn geholt, weil wir an den Jungen glauben.”

Der zunächst bis zum Saisonende von der DFB-U18 geliehene Trainer soll die ambitionierte Werksmannschaft in den Europapokal führen. „Wir warten ab, wie die nächsten Wochen laufen. Wie die Spieler das annehmen, wie gearbeitet wird”, sagte Völler im ZDF-„Sportstudio”. „Dann schauen wir mal.” Klar sei aber, dass intern auch über andere Optionen diskutiert werde. „Das haben wir vorher auch schon gemacht.”

Der Sportchef betonte, dass sich die Mannschaft schon etwas verbessert habe. Zuletzt unter Wolf-Vorgänger Peter Bosz hätte dem Team unter anderem die „Leichtigkeit” gefehlt. Dieses Selbstvertrauen sei gegen Schalke „in Ansätzen” zurück gewesen. „Da muss noch ein bisschen mehr kommen - und das wird kommen”, sagte der 60-Jährige.

Dank des glanzlosen Heimsieges gegen Schalke am Karsamstag durch Treffer von Lucas Alario (26. Minute) und Joker Patrik Schick (72.) gehen die Rheinländer auf Rang sechs punktgleich mit dem Liga-Fünften Borussia Dortmund in die restlichen sieben Saisonspiele. Der Rückstand auf Eintracht Frankfurt auf Platz vier, der zur Champions-League-Teilnahme berechtigt, beträgt allerdings schon sieben Punkte. Und Leverkusen muss auch hinter sich schauen: Die Verfolger Borussia Mönchengladbach und Union Berlin lauern auf mögliche Leverkusener und Dortmunder Ausrutscher.

Einmütig räumten die Rheinländer nach dem Schalke-Spiel ein, dass die eigene Leistung für das Europapokal-Ziel verbessert werden müsse. Ein furioser Neustart war es nicht. Abwehrchef Sven Bender unterstrich etwa, dass „viele Sachen schon gut” ausgesehen hätten. „Aber viele müssen wir auch noch verbessern, um in den nächsten Wochen auch die schweren Gegner schlagen zu können.”

Unter anderem stehen für die Werkself noch Duelle mit dem FC Bayern, Eintracht Frankfurt und am letzten Spieltag gegen den BVB an. Am kommenden Montag geht es in der zweiten Partie unter Wolf gegen Hoffenheim.

Bis dann wolle er mit der Mannschaft weitere „Energie aufbauen” und „nachlegen”, kündigte der neue Coach an, der im Profibereich zuvor als Cheftrainer in Stuttgart, Hamburg und Genk engagiert war. Vor allem Bayers Offensivspiel wirkte so, als sei noch nicht volle Potenzial ausgeschöpft. „Das geht mit Sicherheit noch flüssiger und noch runder”, gab Wolf zu. „Aber das sind Dinge, die muss man sich erarbeiten. Erst seien die „Basics” dran, dann komme „das Spielerische oben drauf”.

Grundlage für einen erfolgreichen Liga-Endspurt könnte dabei auch die neu geordnete Bayer-Defensive sein: In der Verteidigung stellte Wolf zwei Sechser vor einer Dreierkette um Sven Bender auf. Gegen diese Formation kamen die Schalker kaum zu Chancen, und auch nach dem Anschlusstreffer per Dropkick rund zehn Minuten vor Schluss durch Klaas-Jan Huntelaar wackelte die Hausherren-Abwehr nicht sonderlich, was dem früheren BVB-Nachwuchscoach gefiel: „Das ist mental nicht leicht.” Die gelöste Pflichtaufgabe bringe Bayer „Rückenwind”.

© dpa-infocom, dpa:210404-99-80222/4

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