FUSSBALL: BAYERNLIGA

Großbardorf schlägt eiskalt zu

Nicht zu halten: Der Sander Torschütze Thorsten Schlereth (rechts) entwischt in dieser Szene dem Großbardorfer Lukas Illig. Foto: Ralf Naumann

Knapp vorbei ist auch daneben. Ein Spruch, den man beim 1. FC Sand nach dem 1:3 (1:1) im Bayernliga-Auftakt-Derby gegen den TSV Großbardorf wohl erst einmal nicht mehr hören will. Die Elf von Trainer Dieter Schlereth spielte stark, doch am Ende war ihr kein „Dreier“ vergönnt.

Entsprechend enttäuscht zeigte sich der Sander Coach nach dem Schlusspfiff. „So brutal kann Fußball sein. Es ist total ärgerlich, dass wir verloren haben. Meiner Mannschaft kann ich nach diesem guten Spiel allerdings gar keinen Vorwurf machen.“ Die Großbardorfer, bei denen nach dem Premieren-Auftritt noch Luft nach oben ist, schlugen nämlich eiskalt zu, als der FC besser im Spiel war. Zunächst netzte Torjäger Simon Snaschel nach einem Freistoß von André Rieß gekonnt ein (20.) – es war die erste Chance der Grabfelder.

Sand lässt beste Chancen liegen

Die FCler steckten nach nicht auf und belohnten sich – zunächst. Routinier Thorsten Schlereth durfte am Sechzehner ohne richtige Gegenwehr den Ball annehmen und draufhalten, TSV-Schlussmann Julian Schneider hatte keine Chance. Nun standen die Zeichen nicht mehr auf Auswärtssieg – zumindest vorerst: Denn: Obwohl die grün gekleideten Gäste Thorsten Schlereth nie richtig in den Griff bekamen, fiel die Sander Führung einfach nicht. Der 36-jährige Ex-Augsfelder scheiterte erst freistehend an Keeper Schneider (40.), um den Ball dann in die dritte Etage zu jagen (43.).

Die Mannen von Gäste-Trainer André Betz waren zwar nicht unterlegen, aber – im Gegensatz zur Anfangsphase – nicht mehr kaltschnäuzig. Der auffällige Snaschel prüfte zwar Stefan Klemm per Kopf (35.), doch auch Björn Schönwiesner zielte nach einem Flankenball des früheren Sanders Adrian Reith kurz vor dem Halbzeitpfiff nicht genau genug. Eine Korbmacher-Führung wäre da schon nicht unverdient gewesen.

Schönwiesner schockt die Heimelf

Auch nach dem Seitenwechsel war es wieder Trainer-Sohn Thorsten Schlereth, der 20 Minuten vor dem Ende die wohl beste Einschussmöglichkeit hatte, aber nach einer Hereingabe seines Bruders Danny Schlereth – diesmal aus fünf Metern – verzog. Und dann kam es, wie es kommen musste. Der etatmäßige TSV-Linksaußen Schönwiesner, diesmal als linker Verteidiger aufgeboten, brachte den Ball im Netz unter (71.). Der Schock für die bis dato starken Gastgeber, die so nah dran waren, Zählbares für die Habenseite ihres Kontos zu verbuchen. Nun versuchten sie alles und wurden dann klassisch ausgekontert, so dass der nach 77 Minuten eingewechselte Lukas Dinkel gar keine Mühe mehr hatte, mit dem 1:3 in der dritten Minute der Nachspielzeit endgültig den Deckel drauf zu machen.

„So ein Glück gehört einfach auch mal zum Fußball dazu“, erklärte sein Coach Betz erleichtert, der auch zugab, dass „heute nicht das Schönspielen, sondern nur die Punkte gezählt haben.“ Ob der Großbardorfer Verteidiger Ronny Mangold in den kommenden Wochen spielen kann, ist derweil mehr als fraglich. Bei einem Kopfballduell in der Schlussphase verletzte sich der 21-Jährige am Jochbein. Seine Wunde muss nun mit hoher Wahrscheinlichkeit genäht werden.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Bayernliga Nord
1. FC Sand – TSV Großbardorf 1:3 (1:1) 
 
Sand: Klemm – Thomann, Bechmann, Topuz (75. Schmitt), Steinmann – Karmann, Rippstein – D. Schlereth, T. Schlereth – Markof, Rugovaj.
Großbardorf: Schneider – Illig (56. Müller), Mangold (88. Reitstetter), Hölderle, Schönwiesner – Rützel, Piecha – Zehe (77. Dinkel), Rieß, Reith – Snaschel.
Schiedsrichter: Simon Marx (FC Großwelzheim). Zuschauer: 550. Tore: 0:1 Simon Snaschel (20.), 1:1 Thorsten Schlereth (25.), 1:2 Björn Schönwiesner (71.), 1:3 Lukas Dinkel (90.+3).

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