FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

Großbardorf: Das Spielglück erzwingen

Simon Snaschel (rechts), mit acht Treffern bisher Großbardorfs erfolgreichster Torschütze in dieser Saison, gelang in den letzten sieben Spielen kein Tor mehr. Das will er im Heimspiel gegen die DJK Vilzing ändern. Foto: Anand Anders

Fußball

Bayernliga Nord

TSV Großbardorf – DJK Vilzing (Samstag, 16 Uhr, Bioenergie-Arena)

Trotz deutlich erkennbarer spielerischer Steigerung gegenüber den Spielen zuvor verlor der TSV Großbardorf am letzten Wochenende vom Ergebnis her klar mit 1:4 in Eltersdorf. Und das obwohl die Mannschaft von Cheftrainer André Betz „an diesem Tag die bessere Spielanlage“ hatte. „In Eltersdorf haben wir zwar alles reingelegt, am Ende aber sind wir wieder mit leeren Händen nach Hause gefahren. Die Mannschaft war ziemlich deprimiert, jetzt gilt es aber sich wieder aufzurichten und an die eigenen Stärken zu glauben“, hofft Sportvorstand Andreas Lampert auf eine Reaktion.

Kaufmann: „Gefühlt wie Topstars“

In Eltersdorf gab Neuzugang Benjamin Kaufmann sein Debüt im Dress der Bardorfer. Zwar erst im 13. Spiel der Grabfelder, aber nicht, weil der 27-jährige gelernte Industriekaufmann vorher verletzt war, sondern weil er erst von einer fast einjährigen Weltreise zusammen mit seiner Freundin zurückgekehrt war. „Wir haben beide Lust zu reisen und haben Freude daran, andere Kulturen und Länder kennenzulernen. Wir sind am 7. Oktober 2018 aufgebrochen und unser erstes Ziel war Thailand. In unseren viereinhalb Monaten, die wir in Südostasien verbracht haben, haben wir acht Länder bereist. Ein Highlight war Myanmar, da wir dort wie Topstars behandelt und überall vorgezeigt wurden. Ein weiterer Höhepunkt war unser Neuseelandaufenthalt. Das Land mit seiner Natur ist unbeschreiblich. Ich kenne Neuseeland inzwischen besser als Deutschland. Zum Beispiel war ich noch nie im Schwarzwald.“ Auch Australiens unglaubliche Weite hat ihn in den drei Monaten, die sich beide auf dem fünften Kontinent aufhielten, tief beeindruckt.

Kapitän bei Greuther Fürth

Während dieser Weltreise machten auch Großbardorfs Sportvorstand Andreas Lampert und Benjamin Kaufmann den Wechsel vom TSV Rannungen nach Großbardorf klar. „Ich hatte noch einmal Lust auf Bayernliganiveau zu spielen. Ich habe viel mit Andreas Lampert telefoniert und zugesagt. Denn ich habe sehr geschätzt, dass sich Großbardorf schon zu meinen Jugendzeiten sehr um mich bemüht hat. Halbjährlich haben sie bei mir angerufen und nachgefragt, ob ich kommen würde.“, erzählt Kaufmann, der seine Laufbahn einst beim TSV Rannungen in der U 9 begann.

Danach führte ihn sein Weg über die Station 1. FC Schweinfurt 05 in die U 16 von Greuther Fürth. „Dort war ich Stammspieler und sogar Kapitän“, berichtet er stolz. Nach einer Saison in der Regionalligamannschaft der Fürther wechselte er zum Lokalrivalen Quelle Fürth in die Landesliga. Seine bisher letzte höherklassige Station war Jahn Forchheim in der Bayernliga. „Das war ein grandioses Jahr. Im ersten Spiel der Saison gewannen wir in Großbardorf und ich erzielte zwei Tore“, erinnert er sich. Da er nebenbei ein Studium als Betriebswirt begann, konnte Kaufmann nicht mehr höherklassig spielen und kehrte deshalb zu seinem Heimatverein zurück. „Das war auch eine super Zeit. Bei meinem Wechsel jetzt hier nach Großbardorf haben sie mir keine Steine in den Weg gelegt. Dafür noch einmal Danke.“

Extraschichten nach dem Training

Mit seinem ersten Spiel als Bardorfer war Kaufmann insgesamt zufrieden. „Nach einigen Problemen in den ersten 15 Minuten meine ich, dass die Elf und auch ich eine gute Leistung abgeliefert haben“ urteilt der 27-Jährige, der Extraschichten nach dem gewöhnlichen Training für Tempo und Schnelligkeit macht. Besonders freut er sich auf seinen ersten Heimauftritt. „Wir müssen zeigen, dass wir in unserem Stadion spielen. Wenn wir unsere Stärken ins Spiel einbringen, ist es gut möglich, dass wir die Partie als Sieger beenden“, macht er in Optimismus. Für seinen Coach ist „Benni“ der Spieler, der „uns gut tut und uns weiterhilft. Er ist ein super Typ und ein Spaßmacher im Team.“

Schlüsselszenen gewinnen

Für Betz ist es spielentscheidend, dass seine Jungs die Schlüsselszenen, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive, für sich entscheiden. „Wir wollen uns auch das Spielglück wieder zurückholen und spielerisch wieder einen Schritt nach vorne machen.“ Gegen den neben Seligenporten großen Titelfavoriten („sie werden am Ende vorne dabei sein“, so Betz) fordert der TSV-Coach, dass seine Spieler in den Zweikämpfen griffig sind und ihre Stärken voll ausspielen. „Wir wollen unser Ding durchziehen.“

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