FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

Druckvoll und mit viel Gefühl

Ingo Feser (vorne links) erzielte das einzige Tor beim Sieg des TSV Aubstadt gegen die SpVgg Jahn Forchheim. Foto: Rudi Dümpert

Fußball

Bayernliga Nord TSV Aubstadt – SpVgg Jahn Forchheim 1:0 (1:0)

Der TSV Aubstadt musste wieder schwerste Maloche leisten, um gegen diesen Vorletzten Jahn Forchheim den unbedingt nötigen Sieg zu landen. Er gelang mit Hängen und Würgen und Chancen für fünf, sechs Tore. „Weil wir“, so Forchheims Trainer Christian Springer (156 Bundesligaspiele für St. Pauli und Köln), „in der Abwehr sehr gut verteidigt haben. Im Mittelfeld haben wir auf Ballsicherung gespielt und nach vorne natürlich nicht viel gemacht. Punkte haben wir uns nicht wirklich ausgerechnet. Nur wenn Aubstadt seinen Job nicht macht, wollten wir was mitnehmen.“ Das Kriterium „wenig zugelassen“ gebrauchte er nicht.

Freilich war es nur ein Tor. Aber ein TSV Aubstadt mit dem Selbstbewusstsein in besseren Phasen der Saison hätte diesen Gegner vom Platz geschossen. Doch die in zwei Spielen liegen gelassenen fünf Punkte haben sichtlich an den Nerven gezerrt und Spuren hinterlassen. Wenn schon mal ein Mike Dellinger nervelt und aus glasklaren Torchancen heraus nur das Tor nicht verfehlen will, kann es mit der breiten Brust nicht mehr weit her sein.

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Aubstadt - Forchheim

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Taktisch war den Gastgebern ja nicht viel vorzuwerfen. Dass sie dem Gegner nicht ins offene Messer laufen wollten, war sichtbar. Mit Geduld und viele Ballbesitz versuchte man zu Chancen zu kommen und kam auch. Die klarste vergab Dellinger (25.) vier Meter vor dem Tor nach einem Feser-Freistoß, geriet in Rücklage und lenkte den Ball über die Latte. 0:0 zur Halbzeit und die Nachricht von einer 2:0-Führung von Gebenbach gegen Sand reizten die Grabfelder zu ihrer besten Phase in der Viertelstunde nach der Pause. In der allein hätten sie zwei, drei Tore schießen können und müssen. Schebak (47.), für Kraus eingewechselt, verpasste, Dellinger war nach feinem Solo zu eigensinnig, noch einmal Dellinger nach toller Kombination über Trunk und Leicht, zu ängstlich. Und als die Luft aus dem Spiel wie aus einem platten Fußball zu entweichen drohte, fiel doch noch das Tor.

Wenn gar nichts geht, müssen Standards helfen. Und dafür hat der TSV Ingo Feser mit verdammt viel Gefühl und Druck im linken Fuß, der den sonst überragend haltenden Jahn-Keeper Bergmann mit einem 25-Meter-Freistoß ins kurze Eck überraschte. Wer meinte, die Erde zittern zu spüren durch den Felsklotz, der den TSV-Spielern vom Herzen fiel, musste mit ansehen, wie sie sich wieder, wie eine Woche vorher in Erlangen nach ihrer 1:0-Führung, zurückzogen und den Gegner einluden, selber Gefahr zu entwickeln. Mit einem Unterschied: Das ehemalige Prunkstück Abwehr war wieder eines, hatte mit dem überragenden Benkenstein im Zentrum diesen Gegner im Griff. Torchancen bekam er nur eine einzige, als nach einer Flanke für Timo Noppenberger (80.) aus fünf, sechs Metern das halbe Tor offen stand. Er brachte den Ball nicht gut genug unter Kontrolle und drückte ihn am Pfosten vorbei.

Das freilich wäre der völlig unverdiente schlechteste Fall gewesen, weil zuvor und danach der relativ blass wirkende Christoph Schmidt, der quirlige Max Schebak und Dominik Grader weitere Riesenchancen vergaben. Weshalb die Angst vor Forchheims Ausgleich aus dem Nichts heraus zunahm. Erst recht, als der ehemalige Regionalliga-Goalgetter Tom Jäckel eingewechselt war. Ob die Informationen, die unvermeidlich und gut gemeint von außen nach innen drangen, dass Sand in Gebenbach zum 2:2 ausgeglichen hatte, mehr nützten als schadeten, bleibt dahingestellt. Der unabdingbar geforderte Sieg, egal wie, war gelungen und verdient. Und auf einmal sah und hörte man hinterher wieder völlig gelöste und entspannte Aubstädter Fußballer und Trainer – und einen Martin Thomann, dessen Sperre mit dem Schlusspfiff abgelaufen war. „Pro Halbzeit drei Hundertprozentige, das musste doch reichen“, befand Josef Francic. „Wir haben aber den Gegner nach dem 1:0 verdammt lang am Leben gelassen. Hoffentlich werden die Köpfe jetzt wieder etwas freier.“

Aubstadt: Mack – Feser, Benkenstein, Köttler, Grader – Trunk, Leicht, Kleinhenz (77. Behr) – Kraus (46. Schebak), Christoph Schmidt, Dellinger (62. Markus Thomann).

Forchheim: Bergmann – Gumbrecht, Städtler, Uttinger, Güngör – Noppenberger, Hagen (78. Karsak) – Müller (78. Jäckel), Nagengast, Wartenfelser – Goldammer. Schiedsrichter: Ehrnsperger (Ensdorf). Zuschauer: 220 Tor: 1:0 Feser (65.).

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