FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

In allen Belangen besser

Philipp Kleinhenz (links), Torschütze zum 2:0 für den TSV Aubstadt, kann von Weidens Andreas Graml nicht am Torschuss gehindert werden. Foto: Rudi Dümpert

Was für eine Rückmeldung des TSV Aubstadt nach der 0:5-Pokal-Niederlage gegen den FC Schweinfurt 05. Der Tabellenzweite der Bayernliga Nord deklassierte, nicht dem Ergebnis, aber dem Spielverlauf nach, den Achten SpVgg SV Weiden mit 4:0 (3:0). Und versäumte dabei, angesichts der Qualität und geringen Gegenwehr der Oberpfälzer seinen höchsten Sieg in dieser Liga zu erzielen. Was das Erstaunliche und zugleich Unverständliche an diesem Spiel war: Mit vier der fünf Letzten der Tabelle hatten es die Aubstädter in dieser Saison schon zu tun. Alle waren besser als dieser Gegner. Freilich kann man auch gar nicht besser gegen einen zu erwartend tief stehenden Gegner loslegen, als es die Mannschaft von Josef Francic tat, die auf drei Positionen gegenüber dem Pokalspiel verändert war: Mack für Reusch im Tor, Benkenstein für den angeschlagenen Köttler in der Innenverteidigung und Grell für Schmidt im Angriff.

Nach 53 Sekunden hieß es schon 1:0 für den TSV, Julian Grell durfte sich als Torschütze feiern lassen. Etwas genauer: Anstoß, Angriff Weiden abgewehrt, Gegenangriff über Ingo Feser und Martin Thomann zu Julian Grell, Tor. Als ob der TSV-Kapitän bei Neuzugang Christoph Schmidt genau zugeschaut hätte, nahm er, allerdings auch sträflich allein gelassen, den Ball an und wartete, wartete, bis sich der Torhüter bewegte und rein mit dem Ding in die ein wenig größere Lücke zum 1:0. Zunächst reagierten die Oberpfälzer nicht eben geschockt, sondern bemühten sich ins Spiel zurück zu kommen. Doch so viel vorweg: Eine richtige Torchance hatten sie bis zum Schluss nicht.

Weidener Friedensangebot

Dass Aubstadt die Mannschaft war, die pokalbedingt anders als Weiden das siebte Spiel in 21 Tagen und die 05-er noch in den Knochen hatte, war in keiner Phase auszumachen. Höchstens in dem Sinn, dass sie in der letzten halben Stunde das Friedensangebot der Weidener annahm, die ihrerseits bei jedem Ballbesitz das Tempo aus dem Spiel zu nehmen versuchten, damit es nicht gar so schlimm würde mit dem Ergebnis. Die Francic-Elf war einfach gedanklich schneller, in der Bewegung spritziger, insgesamt lauffreudiger, technisch und taktisch besser: in allen Belangen eben.

Als Philipp Kleinhenz nach wie auf dem Reißbrett entworfener Vorlage von Martin Thomann auf 2:0 erhöhte, da waren zwar erst 17 Minuten gespielt, aber das Spiel entschieden.

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Aubstadt - Weiden

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Aubstadt ließ es weiter rollen, griff unaufhörlich an und schoss aus allen Rohren, dass Torhüter Marko Smodlaka die Hände weh tun mussten. Während Weiden sich tief beeindruckt und Wirkung zeigte, braven, anständigen und fairen Fußball spielte, um den übermächtigen Gegner gnädig zu stimmen. Und es stellte sich die Frage, ist Aubstadt wirklich so stark oder sind die Weidener so schwach, die doch schon Mannschaften wie Aschaffenburg, den Würzburger FV und Großbardorf geärgert haben. Dann schlüpfte Julian Grell, die TSV-Spitze, erst mal wieder in seine gewohnte Rolle als Vorbereiter. Er bediente Jens Trunk, der wie aus dem Lehrbuch von der Grundlinie aus für Mike Dellinger auflegte und der ließ Smodlaka keine Chance. Er und die nachlassende Konzentration der Grabfelder beim Abschluss verhinderten ein Weidener Debakel schon zur Halbzeit.

Führung gibt Sicherheit

Auch nach der Pause gelang den Gastgebern noch ein schneller Treffer, so, als wollten sie ein Zeichen setzen, dass es für Weiden kein Zurückkommen geben wird. Ingo Feser (49.) verwandelte einen Handelfmeter zum 4:0. Dann muss Josef Francic wohl die Einsatzzeiten-Statistik studiert haben und nahm drei Schonungs-Wechsel besonders hoch belasteter Akteure vor. Die Aubstädter Überlegenheit hatte die Weidener so sehr frustriert, dass sie nicht einmal ein Ehrentor zu erzielen gedachten, stattdessen sogar einen Freistoß vom Mittelpunkt zum eigenen Torwart zurück schossen. „Wenn du so schnell in Führung gehst, gibt dir das schon Sicherheit“, sah es Francic nach diesen stressfreien 90 Minuten. „Weiden ist ja nie hinten richtig raus. Und einige meiner Spieler waren in der letzten halben Stunde vielleicht mehr platt als es ausgesehen hat.“

Die Statistik des Spiels

Bayernliga Nord

TSV Aubstadt – SpVgg SV Weiden 4:0 (3:0)

Aubstadt: Mack – Hümmer, Grader, Benkenstein, Feser – Leicht (57. Schmidt) – Dellinger, Trunk, Kleinhenz, Thomann (62. Poznic) – Grell (67. Behr).

Weiden: Smodlaka – Wildenauer, Rupprecht, Polom, Scherm – Graml, Busch (76., Bernkopf) – Hegenbart (66. Zeitler), Rodler, Graf – Werner (62., Reich).

Schiedsrichter: Hanslbauer (Erlangen).

Zuschauer: 230.

Tore: 1:0 Grell (1.), 2:0 Kleinhenz (17.), 3:0 Dellinger (34.), 4:0 Feser (49., Handelfmeter).

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