TISCHTENNIS: TTBL

Bad Königshofen: Steger sieht sich noch nicht am Zenit

Bastian Steger (im Bild) schlägt in der Saison 2019/20 in der Tischtennis-Bundesliga für den TSV Bad Königshofen auf. Foto: Rudi Dümpert

Der gebürtige Oberpfälzer Bastian Steger verstärkt in der am Samstag, 17. August mit einem Heimspiel gegen Grenzau beginnenden Saison die Mannschaft des TSV Bad Königshofen in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL). Davor war der 38-Jährige zuletzt fünf Jahre für den SV Werder Bremen, davor vier Jahre beim 1. FC Saarbrücken TT, vier Jahre beim TTC Frickenhausen und sechs Jahre bei Borussia Düsseldorf in der Bundesliga aktiv. Seine Erfolgskarriere begann er 1990 als Sieger bei den deutschen mini-Meisterschaften und führte ihn zur Teilnahme an acht Europameisterschaften, 16 Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen (London und Rio de Janeiro), von denen er zwei Bronzemedaillen mit der Mannschaft mit nach Hause brachte. Darüber hinaus gewann er drei Mal Silber und ein Mal Bronze mit dem Team bei Weltmeisterschaften sowie zwei Mal Bronze im Einzel, vier Mal Gold und zwei Mal Silber bei Europameisterschaften. In der vergangenen Saison war er der zweitbeste Punktesammler in der TTBL mit 23:10 Siegen hinter Patrick Franziska vom 1. FC Saarbrücken TT.

Frage: Wie würden Sie die eigenen Leistung in der vergangenen Saison einschätzen?

Bastian Steger: Es war ja eine der besten Bilanzen in der Liga und von dem her bin ich natürlich absolut zufrieden mit meinen Leistungen gewesen.

Es gibt sicherlich mehrere Gründe, weshalb Sie von der Weser an die Saale, von Werder Bremen zum TSV Bad Königshofen gewechselt sind. Welche sind das?

Steger: Dafür gab es sicherlich einige Gründe. Nach vielen und längeren Gesprächen mit Andy Albert hat er mich davon überzeugen können, dass das für mich auch eine neue, reizvolle Aufgabe ist. Jetzt kommt meine 21. Saison in der Bundesliga. Nach fünf Jahren Bremen war es auch an der Zeit, wieder etwas Neues zu machen, eine neue Herausforderung zu suchen. Dabei hat der TSV Bad Königshofen als bayerischer Verein natürlich etwas Spezielles an sich. Ich glaube auch, dass diese Euphorie, die in Bad Königshofen herrscht, die man auch bei den Spielen spürt, wenn die Halle voll ist, mit die beste Stimmung in der Liga ist. Das an sich gibt mir schon noch mal einen Schub, den ich auch brauche, um mich selber noch mal zu Höchstleistungen motivieren zu können. Ich freue mich auf jeden Fall auf die neue Saison.

Die Liga hat sich ziemlich verändert, durch neue Spieler und eine neue Mannschaft. Wie ist Ihre Meinung zu der „Von-null-auf-hundert-Mannschaft“ aus Neu-Ulm?

Steger: Ich sehe das schon etwas kritisch. Es ist prinzipiell nicht verkehrt, dass man sich einkaufen kann in diese Liga. Es wird mit Neu-Ulm aber eine Zwölfer-Liga und dadurch noch einmal mehr Spiele. Und das bei dem internationalen Turnier-Kalender, der noch voller wird, so dass man eigentlich kaum noch Pausen hat. Ich weiß nicht, ob das auf die Dauer so gut ist. Man müsste dann wohl vom Terminplan der TTBL her etwas ändern, indem man zwei Spiele in einer Woche oder an einem Wochenende macht, um das ein bisschen zu entzerren und besser planen zu können. Eine Zehner-Liga wäre völlig ausreichend gewesen. Es hat sich vorher auch keiner beschwert, dass es zu wenig sind.

Von welchen neuen Spielern erwartesn Sie eine weitere Anhebung des Niveaus der TTBL?

Steger: Es sind meines Wissens gar nicht so viele Neue dazu gekommen. Am überraschendsten war für mich, dass der Schwede Mattias Falck, der ja erst Ende April Vizeweltmeister wurde, für Werder Bremen spielen wird. Bremen wird mit Falck natürlich ein Wörtchen mitreden um die Play-Offs. Das ist ja wirklich ein Top-Mann, wie er in Budapest bei der WM bewiesen hat. Ich glaube auch, er wird eine sehr gute Saison spielen. So ein Mann hebt natürlich das Niveau der Bundesliga. Der portugiesische Team-Europameister Tiago Apolonia kommt auch und damit zwei sehr gute Leute.

Rechnen Sie mit einem Comeback des Seriensiegers Borussia Düsseldorf?

Steger: Düsseldorf ist natürlich immer ein Titelkandidat, auch wenn sie es in der letzten Saison nicht geschafft haben, einen Titel zu holen. Das wird sie noch mehr herausfordern. Mit der Borussia ist immer zu rechnen, die darf man nicht abschreiben.

Welchen Vereinen trauen Sie den Einzug in die Play-Offs zu und warum?

Steger: Düsseldorf ist mit Sicherheit dabei, Ochsenhausen auch, Saarbrücken auch. Dahinter wird es, glaube ich, ein ziemlich spannendes Rennen. Da kommen viele Vereine in Frage, das Niveau ist sehr hoch und extrem eng beieinander. Das wird auf jeden Fall sehr interessant werden. Die Liga wird sehr ausgeglichen sein.

Welches Ziel setzen Sie sich persönlich, also auch bei Turnieren, Meisterschaften und in der Weltrangliste, und welches mit der Mannschaft in der neuen Saison?

Steger: Ich hoffe natürlich, dass wir mit Bad Königshofen eine gute Saison spielen. Aber bei dieser zu erwartenden Ausgeglichenheit kann sehr viel passieren. Ich glaube auch, dass es sehr stark vom Saisonstart abhängt, wie die ersten Spiele laufen. Es ist auch sehr schwierig, bei dieser Ausgeglichenheit eine Prognose abzugeben. Ich hoffe einfach, dass wir immer eine gute Teamleistung zeigen und das Maximale rausholen. Was es am Ende sein wird, lassen wir uns überraschen. Wir wollen auf jeden Fall eine gute, heißt erfolgreiche Saison spielen. Persönlich will man sowohl in der Mannschaft als auch bei Turnieren und Meisterschaften immer so gut wie möglich spielen. Nächstes Jahr ist auch wieder ein olympisches Jahr. Da schielt man auch ein bisschen drauf, auch wenn es extrem schwer ist, sich zu qualifizieren. Aber man weiß ja nie, was passiert. Im Hinterkopf habe ich das schon noch.

Sie sind 38. Was müssen Sie sich noch beweisen?

Steger: Beweisen? Beweisen will ich mir, dass man mit 38 noch sehr gut Tischtennis spielen kann. Ich sehe mich da noch nicht am Leistungszenit. Ich glaube, dass immer noch Potenzial da ist, sich zu verbessern. Das ist auch meine Motivation, dass ich merke, ich kann noch besser spielen. Und da ist das Alter kein Hindernis, vielleicht sogar eher ein Vorteil, weil man die Erfahrung mitbringt. Vom Körperlichen her fühle ich mich noch ganz gut und hoffe auch, dass das so bleibt. Man weiß ja nie was kommt. Verletzungsfrei bleiben ist extrem wichtig. Ich glaube, dass ich noch gut spielen kann und das will ich auch für den TSV Bad Königshofen unter Beweis stellen.

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