Rhönradturnen:

Rhönrad rollt wieder in der Heimat

Rhönrad
Wieder in Bad Neustadt: Nach 2000 und 2006 (im Bild Svenja Grau aus Rugenbergen) richtet die DJK Olympia Schönau im Oktober erneut die deutschen Meisterschaften im Rhönradturnen in der Bürgermeister-Goebels-Halle aus. Foto: Anand Anders

Es ist noch ein halbes Jahr hin bis zu den 54. deutschen Meisterschaften im Rhönradturnen. Und doch hat Anita Wagner von der DJK Olympia Schönau schon jetzt jede Menge rund um die Großveranstaltung zu erledigen, die ihr Verein am Samstag, 17. Oktober in der Bürgermeister-Goebels-Halle in Bad Neustadt ausrichtet. Zum 90. Jubiläum des Rhönrads hat der Deutsche Turner-Bund (DTB) die nationalen Meisterschaften der Frauen und Männer nach 2000 und 2006 wieder an den Verein aus dem Heimatort des Erfinders des Sportgeräts, Otto Feick, vergeben.

„Momentan geht es hauptsächlich um die Suche nach Sponsoren, die Festschrift und den Druck von Plakaten“, sagt Wagner. Auf die Frage, wie erfolgreich die Suche nach Unterstützern laufe, seufzt die Abteilungsleiterin und Trainerin: „Schleppend. Es ist jede Menge Klinkenputzen. Wir haben einige Anfragen geschrieben, hatten bislang aber nicht viel Rücklauf.“ Immerhin habe die Tourismus und Stadtmarketing Bad Neustadt GmbH ihre Unterstützung bei der Suche nach Hotels für die Sportler, ihre Trainer, Familien und Fans zugesagt.

Dass sie aus dem eigenen Verein genügend Helfer zusammenbekommt, darüber muss sich Wagner keine Gedanken machen. Die Erfahrung zeige, dass knapp 60 Zuarbeiter benötigt werden. Für den Aufbau der Halle und das Einturnen der Sportler am Freitag, für die Wettkämpfe und die Verpflegung sowie den Abbau am Samstag. Von 11 Uhr bis 17 Uhr rollen die Rhönräder zu den Meisterschaftswettkämpfen durch die Halle, von 19 bis 22 Uhr zu den Finals der besten Sechs. Rund 600 Zuschauer hatten 2006 die deutschen Meisterschaften auf dem Bad Neustädter Schulberg gesehen.

Geturnt werden drei Disziplinen: Geradeturnen, Spiraleturnen und Sprung. Bei den süddeutschen und norddeutschen Meisterschaften im September werden je sechs Startplätze pro Disziplin und Geschlecht vergeben. Dass bei den Frauen die Maximalzahl tatsächlich erreicht wird, daran hat Anita Wagner keine Zweifel: „Bei den Männern müssen wir mal abwarten.“ Das habe nicht zuletzt damit zu tun, dass die Kür-Darbietungen bei den Erwachsenen „zu Musik geturnt werden müssen. Davor schrecken viele junge Männer zurück“, weiß Wagner.

Als gastgebendem Klub steht der DJK Olympia übrigens ein Startplatz zu. Sabrina Streck und Tanja Rehm, die schon 2006 die Schönauer Farben in der Bürgermeister-Goebels-Halle vertrat, können sich Hoffnung auf ihn machen. Beide sind für die süddeutschen Meisterschaften qualifiziert. Wer dort besser abschneidet, darf sich bei den nationalen Titelkämpfen vor dem heimischen Publikum präsentieren. Apropos präsentieren: In den Räumen der Sparkasse Bad Neustadt ist ab 17. September eine historische Ausstellung über das Rhönradturnen zu sehen.

„Wir haben einige Anfragen geschrieben, hatten bislang aber nicht viel Rücklauf.“
Anita Wagner über die schwierige Suche nach Sponsoren

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