TISCHTENNIS: OBERLIGA

Bad Königshofen II mit gutem Mix und guten Gefühlen

Der Kleinbardorfer Christoph Schüller lebt und arbeitet in Prag, ist aber Stammspieler in der Oberliga-Mannschaft des TSV Bad Königshofen.
Der Kleinbardorfer Christoph Schüller lebt und arbeitet in Prag, ist aber Stammspieler in der Oberliga-Mannschaft des TSV Bad Königshofen. Foto: Rudi Dümpert

Wie sieht es aus mit dem Unterbau der Tischtennis-Bundesliga-Mannschaft des TSV Bad Königshofen? Was die Nachwuchsarbeit betrifft, ist sie überragend in Unterfranken und Spitze in Bayern. Bis in die bundesdeutsche Spitze hat es bei den Mädchen Koharu Itagaki gebracht, Nummer 2 ihres Jahrgangs. Und die U15-Jungen wurden Ende der vergangenen Saison deutscher Mannschaftsmeister im Finale gegen Borussia Düsseldorf. Den Stamm der zweiten Männer-Mannschaft bildeten bis vor etwas mehr als einem Jahr noch drei jugendliche Eigengewächse: Lukas Schwarz, Leon Sick und Tizian Bauer, die sich in der Trainingsgruppe von Bundesliga-Trainer Koji Itagaki bereits die Oberliga-Tauglichkeit erworben hatten – Produkte der Nachwuchsarbeit, Hoffnungsträger für die Zukunft.

Fragile Jugendarbeit

Dann zeigte sich, wie fragil und mühsam noch so aufwändige Nachwuchsarbeit sein kann, als dieses Trio zu zerbröseln begann. Erst musste Tizian Bauer aus gesundheitlichen Gründen seine Leidenschaft Tischtennis aufgeben. Schwarz und Sick spielten eine erfolgreiche erste Oberliga-Süd-Saison, wurden Dritter. Als sie das Abitur in der Tasche hatten und ein Studium aufnahmen, waren sie für den TSV verloren.

Für Leon Sick (7:5-Bilanz) hat TSV-Manager Andy Albert in der Nähe seines Studienorts einen Bayernligisten gefunden. Dem TSV steht er nur noch bei den Bundesliga-Heimspielen als Live-Kommentator für den Livestream-Internet-Sender sportdeutschland.tv zur Verfügung. Lukas Schwarz legte den Schläger ganz in den Schrank. Der junge Ägypter Mahmoud Helmy (10:2) kam bei einem Drittligisten unter. Der Neubeginn wurde zum Glück schon vor sieben Jahren eingeleitet.

Schüller bleibt im Boot

Was unter anderem zur Folge hatte und hat, dass 13- und 14-Jährige bereits ins kalte Wasser geworfen wurden und werden und sich frei schwimmen: Akito Itagaki (9:3) regelmäßig, Max Keller ein paar Mal. Vom Kader der ersten Oberliga-Bayern-Saison sind neben diesem U14-Duo, das ja zusammen mit Alexander Krebs und Konrad Haase deutscher U15-Mannschaftsmeister wurde, noch Christoph Schüller (13:3) und Marcin Miszewski (14:2) im Boot. Der Kleinbardorfer Schüller, ein ganz treuer TSV?ler, lebt und arbeitet in Prag, versäumte aber kein Spiel. Miszewski ist längst eingebürgerter Bad Königshöfer und Mannschaftskapitän.

Andy Albert musste also reagieren, nutzte die Verbindungen innerhalb seines weltweiten Netzwerks und verpflichtete den erfahrenen Slowaken Martin Jaslovsky von der DJK SpVgg Effeltrich (3. Liga) für einen Großteil der Spiele, bei Bedarf und je nach Möglichkeit. Alberts Wunsch nach Koppelspieltagen, um ihn öfter im Team zu haben, wurde vom Verband nur in einem Fall entsprochen.

Zugänge aus Japan und Ägypten

Und dann hat Albert die Zusage eines Quartetts, von dem stets nur einer spielen darf, weil sie alle Nicht-EU-Ausländer sind. Tatsuya Murakami, Tsubasa Moriya und Mitsuhiko Sato gehören zum Shakehands-Club des TSV-Kooperationspartners Akihiko Kotani. Der 16-jährige Ägypter Omar Allam kommt aus Alexandria und strebt in der Trainingsgruppe von Koji Itagaki vergleichbare Fortschritte an wie im vergangenen Jahr sein Landsmann Mahmoud Helmy, der ihn hierher empfohlen hat. Auch eine Folge des guten Rufs, den Itagaki auch in Ägypten genießt. Filip Zeljko vom Quartett des TTBL-Teams wird zwar in der Meldeliste an Position 1 geführt. Ein Einsatz ist normalerweise aber nicht geplant.

Albert: „Wollen vorne mitspielen“

Andy Albert geht davon aus, dass die Stamm-Mannschaft von Christoph Schüller, Martin Jaslovsky, Marcin Miszewski, Akito Itagaki, der junge Japaner zählt von der Spielberechtigung her nicht als Nicht-EU-Ausländer, Omar Allam und Max Keller gebildet wird. Wenn Allam ausfällt bzw. international unterwegs ist, soll ein Japaner kommen. Alternative Nachrücker wären Maxi Dreher, Jakob Schäfer und Alexander Krebs. „Es ist eine gute Mischung mit drei erfahrenen und drei jungen Spielern. Die Mannschaft sollte eigentlich so stark sein, dass sie wieder vorne mitspielen kann und das wollen wir auch“, zeigt sich Andy Albert zuversichtlich. „Etwashausen, Kist unser Auftaktgegner und Aufsteiger Fortuna Passau II“ erwartet er als stärkste Gegner in der Oberliga Süd. Das Unterfranken-Derby gegen Kist beginnt an diesem Samstag, 28. September, 15 Uhr, in der Bad Königshöfer Shakehands-Arena, am Sonntag spielt die TSV-Reserve in Starnberg.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Bad Königshofen
  • Rudi Dümpert
  • Christoph Schüller
  • Emotion und Gefühl
  • Jugendsozialarbeit
  • Lukas Schwarz
  • Max Keller
  • Tizian
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!