TISCHTENNIS: POKAL

Bad Königshofen: Nur noch zwei Erfolge bis zum Final Four

Holen Mizuki Oikawa (links) und Kilian Ort vom TSV Bad Königshofen beim Pokalspiel in Fulda diesmal den Hammer raus? Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

DTTB-Pokal Achtelfinale TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell – TSV Bad Königshofen (Sonntag, 15 Uhr, Wilmington-Halle)

Fulda war für den TSV Bad Königshofen nie ein gutes Pflaster. Bei den Osthessen und daheim gegen sie gab es nie etwas zu erben. Doch in dieser Saison ist vieles anders. Die Mannschaft von Trainer Koji Itagaki hat ihre drei Punktspiele alle relativ klar gewonnen. Doch was ist schon klar in dieser Sportart: Da kann die höchste Niederlage zustande kommen, und doch waren beide Gegner, beide Mannschaften total auf Augenhöhe. Ein paar Sekunden, ein Ball, ein Zentimeter können entscheiden über Sieg und Niederlage. Diese bitteren Erfahrungen mussten die jungen Königshöfer in den ersten zwei Lehrjahren in der TTBL des Öfteren machen. Mit Bastian Steger kamen die Erfahrung und die Ruhe in die Mannschaft, die in entscheidenden Momenten auch als Glück oder Pech empfunden werden und doch einen anderen Ursprung haben.

Fulda-Maberzell im Umbruch

Die Gastgeber scheinen in diesem Jahr einen Umbruch zu vollziehen. Ein Sieg und zwei Niederlagen: Aber: 2:3 gegen Düsseldorf – ehrenhaft. 3:1 gegen den deutschen Meister und Pokalsieger Ochsenhausen – sensationell. 0:3 beim aktuellen Tabellenführer am ersten Spieltag – erklärbar. So sehr musste der TTC nicht tiefstapeln, indem er den Klassenerhalt als Saisonziel angegeben hatte. Sicher: Die TTC-Ikone Wang Xi wurde nach elf Jahren an Grünwettersbach abgegeben. Eine Mischung aus Erfahrung und Jugend soll den Verlust auffangen. Da legt man die Latte nicht so hoch. Schließlich haben sie immer noch den wahrscheinlich weltbesten Abwehrspieler Ruwen Filus, 40. der Weltrangliste im Team, der aber von Kilian Ort auch schon entzaubert wurde.

Filus spielt sehr variantenreich

Filus war zwei Mal Mannschafts-Europameister und zwei Mal EM-Viertelfinalist. Hin und wieder trainieren sie, Filus, Ort, Steger und Oikawa, gemeinsam in Düsseldorf, kennen sich in- und auswendig. Filus wird bald zum dritten Mal Vater und ist nur noch punktuell in Düsseldorf, wohnt in Florstadt südlich von Gießen. „Er ist der Abwehrspieler, den ich am besten kenne“ verrät Kilian Ort. „Aber auch er ist kein reiner Abwehrspieler, sondern greift auch beidseitig super an. Das macht er anders als Wang Xi, der nur mit der Vorhand angreift. Und da hat er eine super Power in seinen Schlägen. Daher schlägt er auch immer wieder Spieler, die ihn sehr gut kennen, weil er eben sehr variantenreich spielt.“

Seine zweite Saison spielt der junge Kroate Tomislav Pucar, Nr. 32 der Welt, in Fulda, eine Tischtennis-Kanone mit 197 cm/92 kg, U-21-Europameister 2017, dort Sieger gegen Kilian Ort. „Ich kenne ihn seit Schüler-Zeiten“, erinnert sich der Königshöfer, „der Filip kennt ihn noch besser. Was der Dang Qiu und ich in Deutschland sind, waren der Filip und der Pucar in Kroatien. Er hat sich super entwickelt und in den letzten Wochen unter Beweis gestellt, was für ein Weltklasse-Spieler er ist. Es wird sicherlich schwierig gegen ihn zu punkten.“

Auf beide vorbereitet

Zwei Top-Besetzungen also bei Fulda an 1 und 2. Das Problem, wenn überhaupt, könnte die 3 sein. Fan Bo Feng, der Trainer-Sohn, 18, Jugend-Team-Europameister 2017, das Beste, was das deutsche Tischtennis in dieser Altersklasse zu bieten hat. „Aber es ist seine erste Saison in der TTBL. Er spielt sehr riskant. Man muss auch vor ihm auf der Hut sein. Ich gehe davon aus, dass er spielen wird.“ Oder doch Thomas Keinath, ehemaliger Nationalspieler? Oder der Spielertrainer Qing Yu Meng? „Wir sind auf beides vorbereitet.“ Dafür sorgt schon Koji Itagaki mit seinem Video-Studium, bei dem er jeden Schritt, jede Schlagvariante und jede Taktik der kommenden Gegner analysiert: Bis hin zu den Aufschlägen und Angriffsbällen, die sie in entscheidenden Situationen wählen. Von den WR-Platzierungen von Pucar und Filus her ist Fulda also klarer Favorit. Die Ausgeglichenheit der Mannschaft aber spricht für Bad Königshofen.

Der TSV und der Pokal

Der TSV und der Pokal, die konnten es bisher nie miteinander. Vielleicht war man auch zu sehr beschäftigt mit ordentlichen Ergebnissen in der Liga oder der Pokal hatte wirklich seine eigenen Gesetze, obwohl nach dem selben System wie in der TTBL gespielt wird. Aber jetzt wären es „nur“ noch zwei Siege und man wäre beim großen Event, dem Final-Four-Turnier am 4. Januar in der Ratiopharm Arena in Neu-Ulm, dabei. Dort, wo in der vergangenen Saison über 4000 Zuschauer dabei waren. Zur Abnahme von mindestens 50 Tickets wurde der TSV Bad Königshofen wie alle anderen TTBL-Clubs bereits vom DTTB verpflichtet. Wenn die Steger, Ort, Oikawa und Zeljko so weitermachen wie bisher in dieser Saison, könnte es sein, dass sie gar nicht reichen. (rd)

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