FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

Aubstadt plant zweigleisig

Fußball (rd)

Bayernliga Nord FC Sand – TSV Aubstadt (Freitag, 17.30 Uhr, Seestadion)

Die Wunden sind geleckt, der Ligaalltag hat den TSV Aubstadt wieder nach der ernüchternden Derbyniederlage gegen Großbardorf. Sind die Lehren gezogen, hat sich das angekratzte Selbstbewusstsein der Mannschaft wieder erholt? Zur Reha geht es nach Sand an den Main. Beste Heilungserfolge würde ein Sieg bringen, so schwer er auch zu erreichen sein wird. „Die Sander haben uns in den letzten Jahren ziemlich oft geärgert“, erinnert sich TSV-Trainer Josef Francic. Das war unter Trainer Bernd Eigner so und unter dessen Nachfolger Uwe Ernst ebenso.

Ernst, ein mit allen Fußballwassern gewaschener Ex-Profi, ist in Bad Königshofen geboren und aufgewachsen und wurde in der Jugend von den Trainern Will Härtl und Willi Mauer ausgebildet. Vom Grabfeld führte ihn der Weg für drei Jahre in die Jugendabteilung des TSV 1860 München.

Später hatte er 15 Stationen, unter anderem in seiner Heimatstadt, beim FC Schweinfurt 05 und beim damaligen Regionalligisten TSV Vestenbergsgreuth, mit dem er 1994 das „Wunder von Nürnberg“, den DFB-Pokalsieg gegen den FC Bayern München (1:0) schaffte. Als er zur Saison 2016/17 Cheftrainer beim FC Sand wurde, hielten es nicht wenige am Main, auch in seiner Heimat, für eine Notlösung, weil er vorher nur unterklassig gearbeitet hatte. Doch der ehemalige Vollblutstürmer widerlegte alle Kritiker und Skeptiker, holte 49 Punkte und wurde Siebter. Er formte eine intakte, robuste, kampfstarke Mannschaft, die schon mehreren vermeintlichen Favoriten in die Suppe gespuckt hat. Überhaupt treiben ihn zwei Ziele besonders an: Die Liga erhalten und gegen Aubstadt gewinnen. Nach der 0:1-Niederlage gegen die Francic-Elf in einem Vorbereitungsspiel im Juni in Eyershausen kündigte er mit typisch Ernst-haftem Grinsen an: „Die Punktspiele sind wichtig und die gewinnen wir wieder.“

Erinnerung an Aschaffenburg

Für Josef Francic stand diese Woche die qualitative Höchststufe an Arbeit an. „Die Mannschaft ist ja willig und will etwas erreichen“, räumte er ein. „Wenn aber der Gegner, wie schon in Gebenbach, besonders aggressiv spielt und wir das nach etwa 20 Minuten nicht gelöst haben und sehen, dass der Gegner von der Bewegung und Psyche her besser ist, dann fangen wir an, mit Gewalt zu reagieren und viele glauben nicht mehr an sich. Wir müssen uns an das Aschaffenburg-Spiel erinnern, wo der Gegner überlegen war und wir mit aller Geduld 3:0 gewonnen haben.“ Seine Mannschaft sei gut, aber keine Übermannschaft, sondern entwicklungs- und lernfähig.

Man habe alles angesprochen unter der Woche. Mit Tagesform oder Einstellung alles zu begründen, wäre zu einfach. Was bei einigen leblos ausgesehen habe, war seiner Meinung nach eher „kopflos“. Was den kämpferischen Widerstand betreffe, sei Großbardorf gewissermaßen die Vorbereitung für Sand gewesen. „Diesmal müssen wir uns anders einstellen und präsentieren und die Punkte besser umsetzen, die die Trainer angesprochen haben.

“ Ob auf dem großen Rasenfeld oder auf Kunstrasen mit Minimalmaßen, werde auch seine Startaufstellung beeinflussen: „Wir werden zweigleisig denken und planen.“ Die fußballspezifische Feinmotorik sei besonders gefragt bei der Enge, die zur Körperbetontheit hinzu kommt. Bei der 1:2-Niederlage in der vergangenen Saison habe man erst in der zweiten Halbzeit, da stand es aber bereits 0:2, „zum richtigen Rezept und sehr guten Spielanteilen“ gefunden.

Und man müsse bereit sein, die zu erwartend aggressive und robuste Gangart der Sander anzunehmen und zu beantworten. „Sie haben letzte Woche in Aschaffenburg sieben gelbe und eine rote Karte gesehen“, was er nicht interpretieren müsse. Torwart Christian Mack konnte wieder ins Training einsteigen, während Max Schebak sich noch lange in Geduld üben muss. „Ob Rasen oder Kunstrasen, Tages- oder Kunstlicht, Glück oder Pech: Ich sag immer, es gleicht sich alles im Leben irgendwann wieder aus“, ist Francic auf alles gefasst.

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