HANDBALL: 3. LIGA MITTE

HSC Bad Neustadt schnuppert lange an der Überraschung

 

 

SG Leutershausen – HSC Bad Neustadt 24:21 (10:12). Der HSC Bad Neustadt ergibt sich nicht kampflos seinem Schicksal. Das ist die gute Nachricht nach dem Auswärtsspiel in Leutershausen, das die Rotmilane durchaus hätten gewinnen können. „Ein Punkt wäre allemal verdient gewesen“, sagte HSC-Trainer Frank Ihl. Doch die Überraschung blieb aus, „weil uns in den Schlussminuten zum einen doch etwas die Kräfte ausgegangen sind und wir zum anderen von den Unparteiischen klar benachteiligt wurden“, berichtete er genervt von der neuerlichen Nullnummer.

Dabei staunten acht Minuten vor Spielende nicht nur die mitgereisten Fans, als Jure Fistonic den Ausgleichstreffer zum 20:20 erzielt hatte. Auch auf der Bank des Tabellendritten kam leichte Hektik auf, denn gegen den Tabellenletzten galten im Vorfeld zwei Punkte als gesichert. Doch die Gäste wehrten sich vom Anpfiff weg und ließen sich auch von einem schnellen 2:5-Rückstand nicht beeindrucken. Nachdem Gary Hines auch seinen zweiten Siebenmeter zum 3:5 verwertete, ging es in den nächsten Minuten heftiger zur Sache. Dabei kassierte Hausherren-Spieler Niklas Ruß die erste Zwei-Minuten-Strafe des Abends, in Überzahl scheiterte Hines dann aber per Siebenmeter an Keeper Alexander Hübe.

Max Bauer verletzt sich am Knie

Dennoch entwickelte sich in der Folge ein ausgeglichnes Spiel, in dem Max Bauer durch einen vergebenen Strafwurf den Ausgleich zum 6:6 zunächst noch verpasste. Den erzielte im nächsten Angriff Vilim Leskovec, der seine gute Form der letzten Wochen bestätigte. Kurz darauf dann jedoch der nächste Schock für die Rotmilane, als Max Bauer verletzt vom Parkett musste. „Er hat sich wahrscheinlich eine schwere Knieverletzung zugezogen. Genaueres lässt sich erst am Montag sagen“, so sein Coach, der auf die Bauer-Position Benedikt Kleinhenz beorderte. Nach einer frühen Auszeit der Hausherren erarbeiteten sich die Roten Teufel in Überzahl (Zeitstrafe Franziskus Gerr) einen Zwei-Tore-Vorsprung. Diesen schmälerte Krisztian Galli, der nun die Verantwortung bei den Siebenmetern übernahm. Kurz vor der Pause wendeten die Ihl-Mannen dann sogar dann sogar das Blatt. Zunächst erzielte Gerr den Ausgleich zum 10:10, ehe Galli mit zwei verwandelten Strafwürfen für die überraschende 12:10-Führung sorgte. „Die Halbzeitführung hatten wir insbesondere unserer guten Abwehrarbeit zu verdanken. Wir gingen aggressiv zur Sache und hätten sogar noch höher führen können, wenn uns nicht zwei oder drei leichte Fehler unterlaufen wären“, so das Fazit von Ihl.

Mit dem Ex-Gelnhausener Sven Schreiber boten die Gastgeber zu Beginn der zweiten Halbzeit einen frischen Rückraumakteur auf, der sofort zweimal in Folge traf. Doch zum Ausgleich reichte es noch nicht, weil zunächst Kleinhenz und kurz darauf Maximilian Drude den Zwei-Tore-Vorsprung stabil hielten. Unvermutet kam es nach den ersten zehn Minuten in der zweiten Hälfte dann zum Bruch im Offensivspiel der Gäste. Im Spielaufbau haperte es auf einmal, es schlichen sich Fehler ein und wenn dann doch abgeschlossen wurde, waren die Würfe zu unplatziert. Die Hausherren nutzten die zehnminütige Angriffsflaute des HSC und verwandelten den Zwei-Tore-Rückstand in eine Drei-Tore-Führung (20:17).

Doch damit war die Vorentscheidung noch nicht gefallen, „die Mannschaft hat Moral gezeigt und sich wieder auf ihre Stärken besonnen“, so Ihl. Durch Treffer von Ioannis Fraggis, Leskovec und Fistonic kämpften sich die Rotmilane wieder ins Match zurück. Nachdem Leutershausen wieder mit 21:20 in Führung gegangen war, bekam Kleinhenz eine fragwürdige Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. „Außerdem verweigerten sie uns zwei klare Siebenmeter, die sie auf der Gegenseite unverständlicherweise pfiffen“, ärgerte sich Ihl.

HSC belohnt sich nicht

Eine zweifelhafte Siebenmeter-Entscheidung der Referees nutzte Gianluca Pauli zum 22:20 und der kurz darauf verwarnte HSC-Trainer registrierte die nächste Strafwurfentscheidung zugunsten der Heimsieben. Pauli erhöhte auf 23:20, was die Entscheidung bedeutete. „Diese Niederlage gegen ein Top-Team der Liga ist bitterer als viele andere zuvor“, haderte Ihl. „Die Mannschaft hat über weite Strecken auf Augenhöhe agiert, ist aber nicht belohnt worden.“ (ba)

Leutershausen: Hübe, Gärtner – Schreiber 4, Bernhardt, Schwarz, Muth 2, Rolka 4, Stippel, Ruß 7, Schmitt 3, Wagner, Seganfreddo, Mantek, Pauli 4/3.

Bad Neustadt: Schmidl (1.- 10., ab 50.), Weber (11.- 49.) – Kleinhenz 1, Fraggis 1, Hines 5/2, Trautvetter, Drude 2, Kalliske, Fistonic 1, Gerr 2, Leskovec 6, Bauer, Galli 3/3.

Siebenmeter: 4/3 – 7/5. Zeitstrafen: 6 – 8 Minuten. Zuschauer: 500. Schiedsrichter: Franz/Wießmeyer (Schmiden).

Spielfilm: 2:2 (5.), 5:2 (10.), 5:4 (15.), 6:6 (20.), 9:7 (25.), 10:12 (30.), 12:14 (35.), 14:16 (40.), 18:17 (45.), 20:17 (50.), 21:20 (55.), 24:21.

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