HANDBALL: 3. LIGA MITTE

Bekommt der HSC den Kopf frei?

Handball

3. Liga Mitte TV Großsachsen – HSC Bad Neustadt (Samstag, 20 Uhr, Sachsenhalle)

Nachdem ein Drittel der Saison absolviert ist, steht dem HSC Bad Neustadt (16./1:19) das Wasser bis zum Hals – spätestens seit der jüngsten 20:23-Heimniederlage, „die absolut vermeidbar gewesen wäre, wenn wenn wir unsere Leistung, die wir in den ersten 40 Minuten gezeigt haben, über die gesamte Spielzeit aufs Parkett gebracht hätten“, so Coach Frank Ihl. Doch beim Abpfiff jubelte der Mitkonkurrent im Abstiegskampf, der TV Kirchzell, dessen Coach Andy Kunz von einem „glücklichen Sieg“ sprach.

Auch Großsachsen hat Sorgen

Nun gilt es für die „Rotmilane“ die verlorenen Punkte von der Bergstraße mitzubringen. Ein Vorhaben, das nicht unrealistisch ist, denn auch die Gastgeber (12./7:13) schweben in Abstiegsgefahr. Sie verloren zuletzt ihre Derbys gegen Tabellenführer SG Nußloch (25:34) und bei Oftersheim/Schwetzingen (23:28). Die Gründe, die ihr Trainer Stefan Pohl anführte, hätten auch vom HSC-Coach stammen können. Beide beklagen derzeit „zu viele individuelle und technische Fehler in der Vorwärtsbewegung, eine mangelhafte Chancenverwertung, gerade bei Würfen aus freier Position oder von der Siebenmeterlinie und unerklärliche Unkonzentriertheiten, mit denen man den jeweiligen Gegner aufbaut“.

Schlüssel zum Erfolg für die Gäste wird sein, die genannten Defizite auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. „Daran haben wir auch in dieser Woche gearbeitet“, sagt Frank Ihl. „Trotz der Negativserie sind sowohl die Spieler wie auch ich optimistisch gestimmt“. Dabei will sich Ihl auch nicht von der Statistik beeinflussen lassen. Bei den beiden letzten Aufeinandertreffen in der Saison 2017/18 zogen die HSC'ler den Kürzeren, daheim verloren sie mit 27:29 und auswärts mit 24:28. Beide Kader sind aber fast nicht mehr zu vergleichen, seitdem hat es beidseits starke personellen Veränderungen gegeben.

Fehlerquote reduzieren

Bei den Pohl-Mannen haben sich im Sommer sechs Leistungsträger, unter anderem der langjährige Kapitän Robin Unger sowie die Gunst-Brüder verabschiedet, sechs Neuzugänge galt es zu integrieren. Die Integration ist weitgehend gelungen. Was Stefan Pohl derzeit mehr Sorgen bereitet, ist das Fehlern zweier Stammkräfte. Vor zwei Wochen hat sich Timo Zehrbach einen Kreuzbandriss zugezogen, Spielmacher Denny Purucker fällt aktuell wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk aus. Bekannte Gesichter für die Gäste dürften dagegen Rückraumspieler Jan Triebskorn, sein Pendant Patrick Buschsieper sowie der zuletzt treffsicherste TV'ler, der am Kreis agierende Philipp Ullrich, sein.

In personeller Hinsicht hat Frank Ihl keine Probleme. Bis auf Leon Rastner steht ihm der komplette Kader zur Verfügung. „Das eröffnet mir natürlich taktische Varianten“, wiederholt Ihl eine Aussage der Vorwoche, aber die gewünschte Umsetzung ist dann vor allem Kopfsache. Ob der Kopf bei einem Auswärtsspiel freier ist („Manchmal habe ich den Eindruck“, so der HSC-Trainer) wird sich am Samstagabend zeigen. Seiner Einschätzung nach ist die Qualität der Großsachsener mit der der Gelnhausener vergleichbar, und da hatte der HSC ja kurz vor dem ersten Saisonsieg gestanden. (ba)

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