HANDBALL: DRITTE LIGA MITTE

Nichts mehr zu verlieren

Im Hinspiel in Baunatal erzielte Max Bauer (rechts) zehn Treffer für den HSC Bad Neustadt. Ein gutes Omen für das Rückspiel in der Bürgermeister-Goebels-Halle?
Im Hinspiel in Baunatal erzielte Max Bauer (rechts) zehn Treffer für den HSC Bad Neustadt. Ein gutes Omen für das Rückspiel in der Bürgermeister-Goebels-Halle? Foto: Anand Anders

Handball

Dritte Liga Mitte
Bad Neustadt – GSV Eintracht Baunatal
(Samstag, 19.30 Uhr, Bürgermeister-Goebels-Halle)

„Wir haben nichts mehr zu verlieren, auch in diesem Spiel nicht“, sagt HSC-Coach Frank Ihl vor dem letzten Match des Jahres, zu dem die Rotmilane (16./1:31) den langjährigen Rivalen GSV (Großenritter Sportverein) Eintracht Baunatal (10./16:16) empfangen. In der Tat scheint die Lage der Gastgeber angesichts des großen Rückstandes zum rettenden Ufer fast hoffnungslos zu sein. „Aber vielleicht ist jetzt der Druck des Gewinnenmüssens von der Mannschaft genommen“, hat Ihl noch ein Fünkchen Hoffnung. „Wir sind zudem in der Rolle des Außenseiters, was den jeweils favorisierten Gegner möglicherweise zu Leichtsinn verleitet.“

Routinierter Kader

Ob aber gerade die Nordhessen, die das Hinspiel mit 29:25 gewannen, ein Team sind, das zur Unterschätzung neigt, muss bezweifelt werden. Die Gäste, ein Urgestein der 3. Liga, verfügen mit über den routiniertesten Kader dieser Liga. Ihre Leistungsträger sind schon mehrmals in der Bürgermeister-Goebels-Halle aufgelaufen. Zu diesen gehören der Ex-Leipziger Keeper Patrick Ziebert, die Außen Felix Geßner, der mit 66 Treffern die vereinsinterne Torschützenliste anführt, sein Pendant auf Rechtsaußen, Sven Vogel (59), sowie die im Rückraum stets gefährlichen Paul Gbur und Phil Räbiger.

Mit GSV-Spielmacher Marvin Gabriel haben die Hausherren schon früher schlechte Erfahrung gemacht, mit einem neuen Akteur droht das auch. Der seit einer Saison im rechten Rückraum der Gäste aktive Kevin Trogisch gibt erstmals seine Visitenkarte auf dem Schulberg ab. Der Linkshänder soll blendend mit Sven Vogel harmonieren. Dieses Duo war zur Freude von Coach Dennis Weinrich maßgeblich am letztwöchigen Erfolg gegen die MSG Groß-Bieberau beteiligt, vor allem die Höhe des Heimsieges (35:26) überraschte nicht nur die Eintracht-Fans. Diese sahen eine stabil stehende Deckung, im Angriff wurde ein hohes Tempo angeschlagen und Fehler des Gegners mit konsequentem Konterspiel bestraft.

Mannschaft ist nicht demotiviert

Die Baunataler präsentierten sich in der Vergangenheit zwar ab und an launisch, sind aber sicher nicht im Vorbeigehen zu schlagen. „Das ist der Mannschaft und mir klar“, weiß Ihls, der trotzdem auf den ersten Saisonsieg spekuliert. „Auch die Niederlage in Nieder-Roden, einer der vielen überflüssigen in dieser Saison, hat die Mannschaft, jedenfalls nach meinen Trainingseindrücken, nicht demotiviert“, berichtet er, der weiter mit personellen Problemen zu kämpfen hat. Martin Bieger fällt genauso aus wie wahrscheinlich Krisztian Galli. „Beide sind schwer zu ersetzen, aber auch bei den Gegnern fehlt immer der eine oder andere.“

Den Unterschied macht aus, dass sich die Hausherren selbst in Bestbesetzung zu viele unerzwungene Fehler leisten und Führungen durch Unkonzentriertheiten abgeben. „Das ist, und da wiederhole ich mich zum x-ten Mal, alles Kopfsache. Vom rein technischen Spiel hat die Mannschaft das Format, die Liga zu halten, aber psychisch gesehen hapert es eigentlich in jedem Spiel“, stellt Ihl fest.

Zu große Formschwankungen

Ihm sind die Formschwankungen mancher seiner Spieler ein Rätsel. Davor war bislang eigentlich niemand gefeit. Auch nicht Max Bauer, der im Hinspiel zehn Treffer erzielte, seit einigen Wochen aber Ladehemmung hat. Gleiches gilt für Maximilian Drude, bei dem auf einen Supertag oft ein schwarzer folgt. Gleiches gilt für Gary Hines und Vilim Leskovec. „Wenn es uns gelingen würde, dass alle Spieler gleichzeitig ihr Potenzial abrufen, würde dies den Grundstein zum ersten Saisonsieg legen“, ist sich Ihl sicher. „Wir werden alles tun, dass es gegen Baunatal gelingt.“ (ba)

Rückblick

  1. HSC: Startet die neue Saison im November?
  2. HSC Bad Neustadt: Junger Spieler mit viel Potenzial
  3. Bauer und Galli verlassen den HSC
  4. Unerwarteter Abgang: Martin Bieger verlässt den HSC
  5. HSC Bad Neustadt verteilt Freikarten
  6. Günzburg und Bayreuth steigen auf
  7. Benjamin Herth wechselt von Rimpar zum HSC
  8. HSC Bad Neustadt verlängert mit drei weiteren Spielern
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  12. Ein Trio verlängert beim HSC Bad Neustadt
  13. HSC: „Handball ist nur eine Spaß-Veranstaltung“
  14. Nick Weber wechselt vom HSC zum MTV Vorsfelde
  15. HSC-Trainer Frank Ihl: „Grausame Leistung“
  16. Das Schlüsselspiel für den HSC Bad Neustadt
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  20. Kreuzbandriss: HSC-Spieler Max Bauer droht eine lange Pause
  21. HSC Bad Neustadt schnuppert lange an der Überraschung
  22. Das Augenmerk des HSC hat sich verschoben
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  36. Weihnachten ist jetzt noch schöner
  37. Nichts mehr zu verlieren
  38. Mannschaft und Stimmung bleiben im Keller
  39. HSC: Das Glück erzwingen
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