FUßBALL:

Aubstadt: Josef Francic hat beinahe freie Auswahl

Fußball

Regionalliga Bayern SV Heimstetten – TSV Aubstadt (Samstag, 14 Uhr, Sportpark)

Begeisterung, das ist eines der Geheimnisse für den Höhenflug des TSV Aubstadt. Man sieht sie, man hört sie, man spürt sie. In der Mannschaft, beim Publikum, bei Kindern und Jugendlichen, die in TSV-Trikots mit Spielernamen überall herumlaufen. Selbst in der Schule. Josef Francic, Trainer des TSV Aubstadt, sagt zu dieser Euphorie: „Die Leute sollen sie genießen. Aber wir dürfen nicht abheben. Doch dafür sorgen wir schon.“ Drei Mal Training plus Gespräche und Analysen werden dazu genutzt. Zurzeit sind außer Torwart André Koob alle fit und brennen auf einen Einsatz. Beispiel Philipp Kleinhenz und Christoph Schmidt, für die zuletzt nicht mal auf der Bank Platz war. „Sie hängen sich umso mehr rein im Training, machen auf sich aufmerksam. Der Konkurrenzkampf pusht die Kerle, sie dürfen sich nicht ausruhen.“

Drei Kandidaten für das Tor

Torhüter Christian Mack fehlt in Heimstetten aus beruflichen Gründen. Nico Purtscher, Christoph Saballus und Johannes Sturm konkurrieren um die Vertretung. „Ich würde sie allen dreien gönnen“, sagt Francic, „wir machen uns nach dem Abschlusstraining ein Bild.“ Am Montag und Dienstag „hatte Nico kleine Vorteile, vom Talent her.“ Christopher Bieber und Christian Köttler sind längst wieder fit, üben Druck auf die Startelf aus. So komme keiner in Versuchung, im Training wie im Spiel mal einen Schritt weniger zu tun. Dabei pflügten sie den Nebenplatz um, dass Platzwart Walter Gerner die Haare zu Berge standen. Die weiteren Trainingseinheiten fanden dann beim TSV Höchheim statt.

Bisher kein Schlendrian

In der Tat war in keinem einzigen Spiel bisher ein Schlendrian zu erkennen. Die Gründe für Punktverluste waren anderer Art. „Die zwei gegen Schweinfurt hätte ich gerne noch mitgenommen“, sagt Francic. Mit dem Hinspiel gegen Heimstetten (2:0) wolle er sich gar nicht lange aufhalten. Es war das erste Heimspiel und der erste Sieg in der neuen Liga. Es hätte viel höher ausgehen können, „wenn die nicht diesen Helden Max Riedmüller im Tor gehabt hätten.“ Der zeigte vielleicht die beste Torhüterleistung, die Aubstadt je gesehen hat – mit der Erfahrung von fünf Jahren FC Bayern München und drei Jahren Holstein Kiel.

Die Zuschauer rätselten, ob Aubstadt so stark oder Heimstetten so schwach war. Die erste Antwort kam eine Woche später mit der 0:4-Niederlage in Schalding-Heining, die richtige Antwort im Verlauf der Vorrunde: Auf Platz vier mit 31 Punkten schlossen die Aubstädter die Hinrunde ab. Wie sagt man doch: Die Tabelle lügt nicht. Ein weiterer Beleg dafür, dass man nicht abhebt: Man zählt immer noch die Punkte herunter für den Klassenerhalt.

Um den kämpft Heimstetten, ein Ortsteil der Gemeinde Kirchheim, am östlichen Stadtrand von München. Im Sportpark, wo auch Türkgücü seine Heimspiele austrägt. „Sie haben sich nach dem Spiel bei uns gefangen, sind eine junge Mannschaft, suchen die spielerischen Lösungen, keinen Brechstangen-Fußball. Sie haben bewiesen, dass sie an einem guten Tag jeden schlagen können, besonders zuhause“, sagt Josef Francic. Ihr Goalgetter Lukas Riglewski erzielte beide Tore bei der 2:5-Niederlage letzte Woche in Eichstätt, insgesamt steht er bei zehn Treffern.

„Natürlich stehen sie als Fünfzehnter mit 16 Punkten stark unter Druck, brauchen jeden Punkt. Das verändert die Art Fußball zu spielen und führt zu mehr Körpereinsatz“, erklärt Francic. „Ja, ich erwarte einen starken Gegner, mit einem guten Torhüter und einem guten Torjäger. Meine Jungs sind gewarnt. Wir müssen aber die Situation wieder mal ausnutzen, wollen mit einer Portion Ruhe, aber mit einer Top-Motivation zur Sache gehen.“

In Heimstetten herrscht Ruhe

Ruhe, das ist dem SV Heimstetten zu bestätigen, hat man dort im Münchener Osten. Auch nach der Durststrecke von sechs Niederlagen in Serie steht Trainer Christoph Schmitt nicht zur Disposition. Allein Abteilungsleiter Michael Matejka ist zurückgetreten, aber weiterhin sportlicher Leiter und kümmert sich intensiver um die Bewirtschaftung des Sportheims. „Er trägt die DNA des SV Heimstetten, der ohne Matejka wie Pizza ohne Käse ist“, schrieb die Presse vor Ort. Und: „Die Hoffnung lebt weiter.“ Trainer Schmitt war sogar nach Eichstätt zufrieden: „Die Leistung war trotzdem sehr ordentlich. Wir kassieren einfach zu viele Gegentore.“ Der TSV Aubstadt will wieder mal „nicht verlieren, natürlich gern gewinnen.“ Der Spieler- und Fanbus fährt um 7.45 Uhr am Sportheim ab. (rd)

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