FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

Aubstadt: Keine Anzeichen von Krise und Aufregung

Kann Christopher Bieber (rechts) dem TSV Aubstadt beim Unterfrankenderby in Aschaffenburg helfen? Das Torkonto des lange verletzten Torjägers steht immer noch im roten Bereich bei 2. Foto: Rudi Dümpert

Fußball

Regionalliga Bayern SV Viktoria Aschaffenburg – TSV Aubstadt (Samstag, 14 Uhr, Stadion am Schönbusch)

Zwei Niederlagen in Folge, noch dazu gegen Mannschaften aus der Abstiegszone: Krise und Aufregung oder Ruhe und Gelassenheit beim TSV Aubstadt? TSV-Trainer Josef Francic reagierte auf diese Frage völlig entspannt, sehr spontan und mit einem Schuss Humor: „Sehr gut. Wir waren gut vorbereitet, haben gute Rücklagen gebildet, dass, wenn eine Krise kommen sollte, man gerüstet ist und damit umgehen kann.“ Natürlich stört auch ihn, dass seine Truppe ausgerechnet gegen die Hinteren der Tabelle Punkte und Top-Plätze verspielte, die sie sich gegen Spitzenmannschaften erarbeitet hatte. Keine Frage: Wer gegen Nürnberg II, Fürth II, Schweinfurt, Bayreuth und Augsburg II punktet, sollte gegen Heimstetten und Schalding-Heining nicht verlieren müssen. Ob es Einstellungssache ist? Bestimmt nicht des ganzen Kollektivs, sondern eher individueller Art, wenn in Sekunden-Bruchteilen von Einzelnen Entscheidungen getroffen werden müssen, bei denen ein Prozent weniger an Konzentration fatale Folgen für die ganze Mannschaft haben kann.

„Vielleicht war so ein Spiel fällig“

„Wir haben das im Gespräch aufgearbeitet und zu den Akten gelegt“, versichert Francic, um erst gar keine Verunsicherung aufkommen zu lassen. „Wir haben lieber das Positive raus gezogen. Vom Spielerischen und Körperlichen her müssen wir uns nicht verstecken. Der Gegner hat das gespielt, was ihn schon sechs Jahre in der Regionalliga gehalten hat. Und gezeigt, dass man nicht nur über schönen Kombinationsfußball Tore erzielen kann, sondern auch über Standards“ und, wie zwei Mal passiert, indem man einfach den Ball planlos in den Strafraum schlägt und beim Fehler des Gegners zur Stelle ist. „Auf Dauer kommt man damit zwar nicht zum Erfolg. Aber bei ihrer Tabellensituation heiligt der Erfolg die Mittel. Wir haben so gravierende Fehler aber schon lange nicht mehr gemacht. Vielleicht war so ein Spiel einfach mal fällig.“

Aschaffenburg gut in Form

Von daher gesehen wartet in Aschaffenburg im Stadion am Schönbusch eine ganz andere Aufgabe gegen die Viktoria, die man im Hinspiel, selbst ein wenig vom Glück begünstigt, mit 4:1 abgefertigt hat. „Wir wissen, was auf uns zukommt, wissen, dass diese Mannschaft Potenzial und einen super Lauf hat.“ In der Tat hatte die Elf von Trainer Jochen Seitz in den letzten neun Spielen, außer Türkgücü München (0:1 vor zwei Wochen), alle Gegner im Griff. Sie hat sieben Mal gewonnen, vergangenen Samstag 2:1 in Eichstätt, und ein Mal unentschieden gespielt. Zudem hat Aschaffenburg dabei den TSV Aubstadt in der Tabelle überholt und momentan zwei Punkte mehr als die Grabfelder auf dem Konto. Die Heimbilanz der Viktoria (6-1-2) gegen die Auswärtsbilanz des TSV (3-2-4) ergeben eine Favoritenstellung für das Team von Jochen Seitz, der in der Bundesliga bei Hoffenheim, Kaiserslautern, Schalke, Stuttgart, Hamburg und Unterhaching insgesamt 16 Tore erzielt hat. Er arbeitet gegenwärtig die vierte Saison am Schönbusch und hat dort nach mehreren Trainerwechseln Stabilität hinein gebracht.

Zudem konnten höherklassig umworbene Spieler wie Björn Schnitzer gehalten werden. Schnitzer führt in der aktuellen Saison schon wieder die Torschützenliste an (zusammen mit Adam Jabiri und Lukas Riglewski) und hatte die Aubstädter schon zu Bayernliga-Zeiten geschreckt. Der 20-jährige Egson Gashi (sechs Tore) bildet mit ihm den viertbesten Angriff der Liga (39). Die Balance stimmt bei den Gastgebern: Auch die Abwehr (26) liegt im vorderen Drittel (Aubstadt 37:30). Die Direktbilanz spricht mit 4-0-3 ebenfalls für die Viktoria. Dennoch eilt den Aubstädtern vor dem achten Duell Respekt voraus: In den Medien am Untermain spricht man vom „ewigen Konkurrenten aus Aubstadt.“ Natürlich haben sich Josef Francic und seine Assistenten Waios Dinudis und Julian Grell intensiv mit dem Gegner beschäftigt und dabei ausgemacht, dass Seitz vorwiegend auf Erfahrung setzt. Seine Stamm-Achse bilden Daniel Cheron (32) und Simon Schmidt (35) in der Abwehr, Benjamin Baier (31) im Mittelfeld und Björn Schnitzer (27) im Angriff. „Sie besitzen nach vorne unheimlich viel individuelle Qualität“, befindet Francic.

Mack und Müller fehlen

„Aber es ist vielleicht das Spiel, in dem wir über den Kampf und die Laufbereitschaft kommen können.“ Je ein herausragender Spieler der beiden unterfränkischen Kontrahenten wird allerdings fehlen. Wegen ihrer fünften gelben Karte sind der Aschaffenburger Björn Schnitzer und der Aubstädter Ben Müller, der zudem bei der Hochschul-Weltmeisterschaft in China weilt, nicht dabei. Bei Aubstadt wird Torhüter Christian Mack (beruflich) in den letzten beiden Spielen des Jahres durch Nico Purtscher ersetzt werden. Ob Mike Dellingers Knie einen Einsatz zulässt, „steht noch fifty-fifty.“ (rd)

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