FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

Aubstadt: Ungewohnte Rollenverteilung

Marcel Volkmuth (links) hinterließ zuletzt im Training einen guten Eindruck und könnte gegen den TSV Rain/Lech in die Startelf des TSV Aubstadt zurückkehren. Foto: Rudi Dümpert

Fußball

Regionalliga Bayern TSV Aubstadt – TSV Rain/Lech (Samstag, 14 Uhr, Schulstadion)

Es gibt zwei Monate im Jahr, die im Volksmund mit einem besonderen Beinamen versehen werden, der auch mit dem Landschaftsbild in Verbindung gebracht wird: den Wonnemonat Mai und den goldenen Oktober. Im Sport entleiht man diese etablierten Bezeichnungen gerne zur Beschreibung einer Reihe von Erfolgen. Die Erfolge, die Bayernliga-Meisterschaft und der Aufstieg in die Regionalliga Bayern im Mai glichen einem Erblühen des TSV Aubstadt, waren einfach eine Wonne. Und im Oktober hat die Mannschaft von Trainer Josef Francic bisher drei Spiele absolviert und drei Mal mit 2:0 gewonnen: gegen Rosenheim, gegen Greuther Fürth II und in Burghausen. Kein Gegentor, neun Punkte, das schreit ja auf den ersten Blick nach einem weiteren Heimsieg gegen den Tabellenletzten TSV Rain/Lech.

Francic: „Auf einer Glückswelle“

Doch Francic und seine Spieler haben auch dieses neben Spielsystemen und Selbstvertrauen verinnerlicht. „Wir haben immer noch die Demut, das alles nicht für selbstverständlich zu halten, sondern uns jedes Tor, jeden Punkt hart erarbeiten zu müssen in dieser Liga“, sorgt der Trainer dafür, dass seine Spieler auf dem Boden bleiben. „Wir sind uns bewusst, im Moment nicht nur auf einer Erfolgswelle, sondern auch auf einer Glückswelle zu schwimmen. Und wir wissen, dass wir keinen Millimeter in unserer Konzentration, im Spiel wie im Training, nachlassen dürfen, sonst haben wir keine Chance. Rain ist eine Mannschaft wie wir: Ein Aufsteiger, kommt aus der Bayernliga Süd, hat uns sogar drei Jahre Regionalliga-Erfahrung voraus.“

Viel Arbeit für die Therapeuten

Francic hält seinen trotz diverser Verletzungen etwas schmäler gewordenen Kader im Vergleich zum Saisonbeginn durch konsequentes Beobachten beim Training sowohl bei Laune, als auch auf Spannung: „Wer irgendwelche Sperenzchen macht und ausschert aus dem konzentrierten Arbeiten, muss sich hinten anstellen. Doch zur Beruhigung, es gab bisher keinen. Sie haben alle begriffen, dass wir nicht zu elft und nicht zu vierzehnt, sondern nur im Gesamtpaket aller so stark geworden sind.“ Deshalb habe man auch alle Ausfälle bisher so gut wegstecken können. „Im Moment sind einige Spieler angeschlagen, besonders die Dauerspieler. 16 Punktspiele in drei Monaten, bei denen wir immer an unsere Grenzen und darüber hinaus gehen mussten, kosten ihren Preis. Da meldet sich der Körper, und die Therapeuten haben unter der Woche voll zu tun mit dem Reparieren.“

Drei Stammkräfte auf der Kippe

Dennoch hat Ingo Feser das Training abgebrochen, Jens Trunk hat nicht trainiert, auch Dominik Grader merkte die Wade, ist ausgestiegen. „Es ist aber nichts Schlimmeres. Dennoch kann es sein, dass der eine oder andere es nicht schafft bis Samstag und aussetzen muss.“ Dafür dränge Marcel Volkmuth wieder in die Mannschaft. „Er übt Druck aus. Christian Köttler und Christopher Bieber sind wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.“ Besonders Bieber wird heiß sein. Vor Saisonbeginn warf ihn ein Rippenbruch zurück. Kaum genesen, fuhr es ihn in die Wade. Nur sechs von 16 möglichen Einsätzen hatte er, spielte nur ein Mal in der Liga durch, erzielte zwei Tore. Zu wenig aus der Sicht beider Seiten: der des Hoffnungsträgers wie des Vereins.

Rain zu Überraschungen fähig

Die Aubstädter gehen gegen den Tabellenletzten zum ersten Mal als Favorit in ein Spiel. Das kann ein ganz undankbares Spiel werden, wenn sie sich nicht an ihre Prinzipien erinnern. „Das kriege ich schon hin“, ist sich Josef Francic ganz sicher, seine Mannschaft auch da mit den richtigen Worten und Argumenten zu erreichen. „Rain hat in der Bayernliga so viele Gegner geärgert, hat eine sehr gute Mannschaft. Und sie sind zu jeder Überraschung fähig, haben zum Beispiel beim 1. FC Nürnberg II mit 2:1 gewonnen.“ Ihr Torverhältnis von 12:26 verrät, dass sie nach vorne ihre Probleme haben. Kein Spieler hat mehr als zwei Tore erzielt. Aber im Spiel gegen den Ball sind sie mit 1,6 Gegentoren pro Spiel eine Mittelfeld-Mannschaft. „Wir wissen, dass es eine enge Kiste wird. Wie alle anderen Spiele. Sie sind auswärts erfolgreicher als daheim. Wir werden die Tabellensituation nicht als Maßstab nehmen“, sagt Francic.

Mannschaft top-motiviert

Zuletzt haben die bayerischen Schwaben drei Spiele in Folge verloren, aber gegen drei Spitzenteams: 1:2 in Bayreuth, 0:2 bei Türkgücü München, 0:3 gegen Eichstätt. „Wir Trainer werden unsere Mannschaft wieder top-motiviert und fit auf den Platz schicken. Sie wird sich wieder zerreißen und will das Publikum wieder begeistern. Maximale Leistung unter der Woche, maximale Leistung am Samstag. Erreichst du die nicht beide, erreichst du gar nichts“, sagt Josef Francic. (rd)

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