Fußball: Regionalliga Bayern

Aubstadt: Ein Highlight jagt das nächste

Martin Thomann peilt gegen den 1. FC Nürnberg II sein drittes Saisontor in der Regionalliga an. Foto: Rudi Dümpert

Fußball

Regionalliga Bayern TSV Aubstadt – 1. FC Nürnberg II (Samstag, 16 Uhr, Schulstadion)

Beim TSV Aubstadt jagt ein sportlicher Höhepunkt den anderen. Der Pokal-Hit gegen den Drittligisten FC Würzburger Kickers ist kaum abgehakt, da folgt schon das nächste Highlight in der Liga. Zu Gast im Schulstadion ist diesmal die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg. Namhaftester Gast ist deren Trainer Marek Mintal. Von einem Autohändler einst den Club-Oberen empfohlen wurde der Slowake Torschützenkönig in der zweiten und ersten Bundesliga und war Mitglied der DFB-Pokalsieger-Mannschaft von 2007. Jetzt besteht seine Aufgabe darin, Spieler zwischen 18 und 21 Jahren weiter zu entwickeln und sie für die erste Mannschaft fit zu machen.

Große Fluktuation

Wofür angesichts der wirtschaftlichen Situation des Vereins erhöhter Bedarf besteht. Beim Club ist seit einigen Jahren die Chance für Talente zum Aufstieg in die erste oder zweite Liga vergleichsweise groß. Der 1. FC Nürnberg II spielt seine zwölfte Saison hintereinander in der Regionalliga. Die Fluktuation zwischen den Jahren ist riesig. Vor dieser Runde zog es neun Spieler unter anderem in die zweite und dritte Liga. 17 neue, inklusive eigener A-Junioren, stießen zu Mintals Kader. Der Start in die Saison war unter diesen Bedingungen fast schon sensationell gut: Nach fünf Spieltagen war der Club Tabellenführer mit 13 Punkten. Dann kam mit dem 1:3 gegen Rosenheim ein Knick. In den letzten vier Spielen gab es dann zwei Unentschieden und zwei Niederlagen.

Die Folge ist, dass Aubstadt zur Zeit sogar einen Punkt mehr als der kleine Club auf dem Konto hat. Dies als Augenhöhe zu interpretieren, käme mangelnder Demut gleich. Die bisherigen Gegner beider Mannschaften waren unterschiedliche Kaliber. Außerdem sind Formschwankungen typisch für junge Spieler. Mintal hatte allerdings sehr bald eine Stammbesetzung gefunden, was sich daran festmachen lässt, dass 15 Spieler neun, acht beziehungsweise sieben Einsätze hatten. Da hat selbst Josef Francic mehr rotiert. Nun ist diesmal in den drei Profi-Ligen Länderspielpause, was Möglichkeiten eröffnet. Bisher verletzte oder wenig eingesetzte Spieler der ersten Mannschaft könnten durchaus in der Regionalliga Spielpraxis sammeln. „Das muss aber kein Nachteil für uns sein“, glaubt Francic. Wenn der Club weiter oben mitspielen will, muss nach dem letzten Sieg am 3. August in Illertissen endlich wieder ein Dreier her.

Konkurrenzkampf positiv

Der ist auch erster Wunsch von Josef Francic, sein zweiter ein gemeinsames Foto von ihm und Marek Mintal nach dem Spiel. Beim Training nach dem Dienstagsspiel „mussten wir differenzieren wie immer, je nach Beanspruchung in den letzten Spielen. Es mussten auch Dinge angesprochen, die nicht gut waren gegen Würzburg. Wir wissen, dass wir uns noch deutlich steigern müssen, haben aber auch Positives aus dem Pokalspiel mitgenommen.“ Wichtig sei der Konkurrenzkampf im Kader. „Jetzt hat selbst Christian Mack mit einem jungen Keeper Konkurrenz bekommen. In der Innenverteidigung fehlt mir dieser Anreiz etwas. Gut, dass Patrick Kirsten wieder fit ist. Mal sehen, inwieweit er diesen Konkurrenzkampf beleben kann.“ Im Mittelfeld dagegen sei die Auswahl größer. „Da entscheiden Kleinigkeiten, wer den Vorzug bekommt.“ Auch im Sturm habe er mehrere Optionen. „Wenn diese Konkurrenz nicht gegeben ist, fühlt man sich zu sicher und lässt automatisch etwas nach.“

Wer ins Tor gehe? „Da musste ich mit Christian Mack mal drüber reden, wie weit er wieder fit ist.“ Erstens gehöre er zum Spielerrat, zweitens zum Trainerstab und drittens dürfte er über die meiste Ruhe auf Grund seiner Erfahrung durch zwölf Jahre Landesliga, Bayernliga und Regionalliga verfügen und diese ausstrahlen. „Beim letzten Training bekommt jeder 20 Schüsse drauf, dann kann man sehen, wie die Eindrücke sind. Sein eigener, meiner und der von Torwart-Trainer Holger Pecat.“

Ingo Feser wieder fit

Von den leicht angeschlagenen Spielern sind Bieber und Feser wieder fit. Nur Dominik Grader ist etwas überbeansprucht. „Er hat alle Spiele mitgemacht, ging schon gegen Würzburg auf dem Zahnfleisch“, sagt Francic. Seine Einschätzung zum Gegner: „Sie haben technisch und läuferisch ähnliche Qualitäten wie Augsburg II, nach vorne sogar noch mehr. Jetzt haben sie noch einen Stürmer aus Dänemark verpflichtet. Sie werden jeden Fehler bestrafen. Wir wollen aber frech und leidenschaftlich spielen und dann schauen, was rauskommt.“ (rd)

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