FUßBALL: REGIONALLIGA BAYERN

Aubstadt lässt die Wände der Wacker-Arena wackeln

Der TSV Aubstadt und seine Fans gaben in Burghausen nicht nur nach dem Spiel den Ton an. Foto: TSV/Josef Francic

Fußball

Regionalliga Bayern SV Wacker Burghausen – TSV Aubstadt 0:2 (0:0)

Die Erfolgswelle, die den TSV Aubstadt zurzeit trägt, nahm am Samstag durch den achten Sieg, den dritten auswärts, an Höhe und Wucht noch einmal zu. Für den Aufsteiger beträgt der Rückstand zum Tabellendritten nun nur noch einen Punkt. Während das 0:2 (0:0) gegen die Grabfelder für den SV Wacker Burghausen die dritte Niederlage in Serie war. Für Aubstadts Trainer Josef Francic war es bei den nicht geringen Erfolgen in den achteinhalb Jahren beim TSV Aubstadt wohl das überschäumendste Glücksgefühl, das ihn je gepackt hatte. Er sang mit voller Inbrunst die Siegeslieder dort auf dem Rasen mit, wo seine Mannschaft kniete und ihren Fans auf der Tribüne dankte.

Aubstadt gibt den Ton an

Eineinhalb Busse voll von ihnen, ein halber war den Sportlern vorbehalten, hatten die Reise an die deutsch-österreichische Grenze angetreten. In der 10 000 Zuschauer fassenden Wacker-Arena, von nur 650 Menschen gefüllt, gaben sie, wie ihre Mannschaft auch, von der ersten bis zur letzten Minute den Ton an. „Das ist ja wie in der Bundesliga“, schwärmte Francic im Überschwang. Da war keine Burghausener Menschenseele mehr zu sehen. Und danach, in den Katakomben unter der Tribüne, ließen die Aubstädter die Wände wackeln und und posteten Videos und Bilder glückstrunkener Fußballer in verschiedenen Netzwerken.

Francic: „Sieg hoch verdient“

„Unser Sieg war hoch verdient“, wollte Francic festgehalten haben. „In der ersten Halbzeit hatten wir ein 3:1-Torchancenverhältnis, weshalb wir in der Pause ganz schön sauer waren.“ Keeper Christian Mack wollte an seine Leistung gegen Fürth anknüpfen, bekam aber nur ein Mal Gelegenheit dazu, als er einen Schuss aufs kurze Eck entschärfte. Das war aber auch schon alles an Torgefahr des langjährigen Profiklubs. Dem gegenüber standen Großchancen von Timo Pitter (6.) und Mike Dellinger (15.) auf dem Zettel. Die allergrößte, als Dellinger (38.) einen verunglückten Rückpass vor Keeper Egon Weber erwischte, welcher aber nachsetzte und mit beherztem Einsatz das Gegentor verhinderte. Die Gäste taten alles, um die Gastgeber überhaupt nicht in irgendeinen Spielrhythmus kommen zu lassen. Der vermutete Negativdruck war der Schellenberg-Elf in jeder Phase des Spiels anzumerken.

Burghausen fällt nichts ein

Auch nach der Pause fiel den Oberbayern absolut nichts ein, wie und wodurch man den Hochsicherheitstrakt TSV-Strafraum hätte betreten können. Sie versteckten sich weiterhin in der eigenen Hälfte, weil sie dort genügend an Abwehrarbeit zu tun hatten. Und setzten auf Balleroberungen, die aber immer seltener wurden und nie zu schnellen Gegenstößen genutzt wurden. Weshalb sich die TSV-Viererkette zunehmend und abwechselnd nach vorne orientierte. Doch der erlösende Führungstreffer wollte einfach nicht fallen.

Timo Pitter (54.) steuerte alleine auf Weber zu, legte sich die Kugel zu weit vor. Dann schlüpfte Pitter in die Vorbereiter-Rolle, setzte sich am rechten Flügel durch, legte zu Mike Dellinger zurück, der per Direktabnahme scharf und platziert zwischen Keeper und Pfosten traf zum 0:1 (61.). Und noch vor dem Anstoß holte ihn Francic von Feld. Dellinger war nämlich so angeschlagen, dass absolut nichts mehr ging. „Wir haben aber an unserer offensiven Linie festgehalten“, begründete er seine drei Wechsel. Mit Max Schebak für Dellinger, Christoph Schmidt für Pitter und Michael Kraus für Daniel Leicht brachte er zwei Stürmer und einen Allrounder.

Es war die absolut richtige Entscheidung, weiterhin auf Angriff als bestes Mittel der Verteidigung eines Vorsprungs zu setzen. Denn Wacker musste öffnen, versuchte es auch, doch es fehlten die Ideen und die Mittel. Nur ein direkter Freistoß von Matthias Stingl neben das Tor erinnerte die Aubstädter, ihre Konzentration auch gegen den Ball hoch zu halten. Ein Mal noch musste Mack vor dem heran preschenden Richter an den Ball kommen. Das war?s an Samstagsarbeit für den Routinier.

Schebak schießt ein

Gezittert werden musste kaum auf der TSV-Bank, obwohl das zweite Tor fehlte. Christoph Schmidt (80.) hätte es machen müssen, vergab aber. Als es in die Nachspielzeit ging, feuerte der Stadionsprecher die immer stiller gewordenen Wacker-Fans an, ihre Mannschaft anzufeuern, sprach vom „zwölften Mann.“ Doch ehe diese Botschaft ankam, schoss Max Schebak zum 0:2 ein. „Aus-, Aus-, Auswärtssieg“ skandierten die TSV-Fans und beschallten die Arena. „Keiner wird es wagen, unsern TSV zu schlagen.“ (rd)

Burghausen: Weber – Nicklas (46. Mankowski), Hingerl, Scheidl, Buchner – Stingl (74. Chr. Maier), Richter – Ade, Winklbauer (52. Brahim), Ph. Maier – Ammari. Aubstadt: Mack – Behr, Benkenstein, Grader, Feser – Trunk, Leicht (75. Kraus) – Thomann, Müller, Pitter (65. Schmidt) – Dellinger (62. Schebak). Schiedsrichter: Riedel (Horgau). Zuschauer: 650. Tore: 0:1 Michael Dellinger (61.), 0:2 Max Schebak (90. + 1). Gelb: Richter, Brahim – Grader (3), Müller (3).

Karten zu gewinnen

Zum Abschluss der Vorrunde empfängt der TSV Aubstadt an diesem Samstag, 26. Oktober, 14 Uhr, den TSV Rain/Lech im Schulstadion. Wir verlosen 3x2 Eintrittskarten für diese Partie. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, schreiben Sie bis Donnerstag, 24. Oktober, 12 Uhr, eine E-Mail mit dem Betreff Rain an red.neustadt-sport@mainpost.de. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (dr)

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